6. Oktober 2008

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Peter Boehm als Kanadas Botschafter in Berlin akkreditiert

Am 15. September empfing Bundespräsident Horst Köhler in Schloss Bellevue in Berlin vier neue Botschafter zur Übergabe ihrer Beglaubigungsschreiben: I. E. Martine Schommer aus Luxem­burg, S. E. Ilgvars Klava aus Lettland, S. E. Elsayed Ramzy Ezzeldin Ramzy aus Ägypten und S. E. Dr. Peter Boehm aus Kanada. Das Besondere daran: Der neue kanadische Botschafter in Deutschland hat siebenbürgische Wurzeln. Die Akkreditierung am 15. September machte ihn zum offiziellen Vertreter seines Landes in der kanadischen Botschaft am Leipziger Platz in Berlin.
Boehm, der vor 54 Jahren als ältester Sohn von Michael und Anna Boehm, geborene Mar­kus, in Kitchener, Ontario zur Welt kam, studierte Englisch und Geschichte an der Wilfried Laurier University in Waterloo, beendete sein weiterführendes Studium an der Carleton Uni­versity in Ottawa mit einem Magister in Inter­na­tionalen Beziehungen und promovierte an der University of Edinburgh, Schottland, im Fach Geschichte. Seit 1981 arbeitet er im kanadischen Außenministerium und hat auf seinem Weg nach Berlin zahlreiche Posten im In- und Ausland bekleidet, unter anderem in San José (Costa Rica) und Havanna (Kuba). In Washington (USA) war er zunächst als Botschafter und Ständiger Ver­treter bei der Organisation Amerikanischer Staa­ten (OAS), danach als Gesandter für Politik, Presse und Kultur an der kanadischen Botschaft beschäftigt.

Peter Boehm ist neuer Botschafter Kanadas in der ...Peter Boehm ist neuer Botschafter Kanadas in der Bundesrepublik Deutschland. Während seiner Zeit bei der OAS setzte er sich als Sondergesandter der Demokratisierungs-Mission der OAS in Peru für den Frie­den in Mittel­amerika ein und wurde dafür 1993 mit dem Cana­dian Foreign Service Officer Award ausgezeichnet. 2001 erhielt er den Outstanding Achievement Award, die höchste Auszeichnung im kanadischen öffentlichen Dienst.

In seiner Jugendzeit in Kitchener war Peter Boehm aktives Mitglied im Transylvania Klub. Er war Jugendleiter der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Kanada und leitete das erste siebenbürgische Jugendlager in Kana­da, wie Michael Klosch, ein langjähriger Freund Boehms, berichtet. Mit seinen Eltern Michael, der aus Waltersdorf stammt, und Anna, gebürtig aus Draas, wurde zu Hause Deutsch gesprochen, so dass der neue Botschafter in Deutsch­land mit der Sprache keine Probleme haben wird. Neben Deutsch spricht er Englisch, Fran­zö­sisch, Spanisch und, als „Weltsprache“, Säch­sisch, erzählt Klosch, Direktor des Atlantic Coun­cil of Canada.

Boehm ist mit Julia Wayand, die ebenfalls im kanadischen Außenministerium beschäftigt ist, verheiratet und hat drei erwachsene Söhne sowie eine vierjährige Tochter. Bis auf den ältesten Sohn ist die Familie Ende August nach Ber­lin gezogen. Sie freuen sich auf die „Berliner Luft“ und haben vor, soweit ihre Zeit es zulässt, am Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Din­kelsbühl teilzunehmen und das Siebenbür­gische Museum in Gundelsheim zu besuchen, verrät Michael Klosch.

John Werner, Bundesvorsitzender der Lands­mannschaft in Kanada, gratulierte Peter Boehm im Namen seiner Landsleute und Freunde aus Kanada zu diesem „neuen und sehr verantwortungsvollen Amt“ und wünschte ihm und seiner Familie alles Gute. Auch Michael Klosch wünsch­te „einen erfolgreichen und gesegneten Aufent­halt in Deutschland“ im Namen aller Verwand­ten, Freunde und Landsleute. Dr. Bernd Fa- ­britius, Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und Vorsitzender der Föderation der Siebenbürger Sachsen, hieß Peter Boehm in seinem Glück­wunschschreiben „Herzlich willkommen in dem Land, in dem die Siebenbürger Sachsen mehrheitlich heimisch geworden sind“ und regte eine Zusammenarbeit „im Sinne des gemeinsamen Wirkens zur Völkerverständigung und zum Wohle der Siebenbürger Sachsen, ganz gleich, wo auf der Welt sie heute leben“ an.

Dr. Peter Boehm betrachtet seinen Botschaf­terposten in Deutschland als „große Auf­gabe“, wie er gegenüber der kanadischen Zeitung The Record sagte, und weiß, dass er „aktiv und präsent“ sein muss, um die kanadischen Interessen in Deutschland durchzusetzen und sein Land bei offiziellen Anlässen würdig zu vertreten. Die Akkreditierung am 15. September in Schloss Bellevue, sein erster offizieller Auftritt in Deutschland, war der erste Schritt, diese große Aufgabe zu meistern.

Doris Roth

Schlagwörter: Politik, Kanada

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