2. März 2026

Tanzworkshop mit Astrid und Anna-Lena Göddert in Hermannstadt

„Garage!“, „Zurück in die Garage!“ ertönte es am 30. und 31. Januar aus dem Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt. Was dort aber geschah, hatte nichts mit Fahrzeugen zu tun, sondern mit Tanzen. Hier fand das vierte Blockseminar „Sächsische Volkstänze“ statt. „Garage“ bedeutet im Fachjargon so viel wie zurück in die Ausgangsposition. Man benützt es wohl deshalb, weil einige Takte vergehen, bis das Wort Ausgangsposition oder Ausgangsstellung ausgesprochen wird.
Gruppenbild mit den beiden Tanzreferentinnen ...
Gruppenbild mit den beiden Tanzreferentinnen Astrid und Anna-Lena Göddert. Foto: Tita Mihaiu
Ein Blick zurück: „Wir haben die Ehre, mit Astrid und Anna-Lena Göddert, Tanzreferentinnen aus Deutschland, siebenbürgisch-sächsische Volkstänze zu erlernen“, so hatte das Zentrum für Lehrerfortbildung in deutscher Sprache Mediasch (ZfL) zum ersten Blockseminar „Sächsische Volkstänze“ (11.-13. März 2023) eingeladen, denn auf Anregung der Deutschlehrerin Bianke Grecu vom Samuel-von-Brukenthal-Gymnasium und der ZfL-Referentin Laura Părăian wurde 2023 die Lehrertanzgruppe ins Leben gerufen, ein Projekt, das von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Jugendorganisationen in Rumänien (ADJ) und vom Zentrum für Lehrerfortbildung in Mediasch (ZfL) unterstützt wird.

Das Projekt machte im wahrsten Sinn des Wortes Schule und immer mehr Lehrerinnen und Erzieherinnen von deutschen Kindergärten und Schulen bzw. Kindergartengruppen und Schulabteilungen kamen hinzu. Ihren ersten Auftritt hatte die Lehrerinnengruppe, in der ab und zu auch einer oder zwei Lehrer mitmachen, am 6. Mai 2023 beim 30. Maifest in Hermannstadt. Es folgten Auftritte u.a. beim Sachsentreffen in Keisd, beim Großen Sachsentreffen 2024 in Hermannstadt und zuletzt beim Kathreinenball im Hanul din Tulgheș im ASTRA-Freilichtmuseum. Die Lehrerinnen und Erzieherinnen treffen sich jeweils einmal im Monat zur Probe, einmal im Jahr gibt es auch ein Blockseminar. „Zuschauen ist einfacher“, titelte die Hermannstädter Zeitung den Beitrag über das erste Blockseminar. Bei dem vierten war klar: Mitmachen ist schöner.

Die beiden Tanzreferentinnen Astrid Göddert und ihre Tochter Anna-Lena Göddert waren wie auch schon bei den ersten drei Seminaren eigens aus Biberach nach Hermannstadt angereist, um ihnen neue Tänze beizubringen. Die gebürtige Hammersdorferin Astrid Göddert ist die Seele der siebenbürgischen Tanzgruppen in Biberach. Seitdem sie vor mehr als 30 Jahren die erste Kindertanzgruppe gegründet hat, leitet sie ununterbrochen Tanzgruppen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, und das mit großem Erfolg. Tochter Anna-Lena trat in ihre Fußstapfen. In Hermannstadt übten sie nun schon zum vierten Mal mit den motivierten Lehrerinnen und Erzieherinnen aus Hermannstadt, Großpold und Agnetheln. Wenn man ein Kulturgut in sich trägt, muss man dieses auch weiterleben, weitergeben und zu seiner Vergangenheit stehen.

Beim vierten Seminar ging es um „Tanz und Bewegung im Unterricht“. Ziel der Veranstaltung war, die Tradition der deutschen Minderheit mit dem Tanz zu verbinden, so dass einstudierte Tänze von Schulklassen oder Kindergartengruppen an verschiedenen Festen vorgeführt werden können. Auch stand der Gedanke im Mittelpunkt, wie Bewegung im Unterricht eingeführt werden kann. Mit Fachwissen und Geduld zeigten die Tanzreferentinnen verschiedene Tanztechniken, Figuren und Tanzschritte. Alle Teilnehmenden betonten, dass sie sich auf die Umsetzung der frisch angeeigneten Kenntnisse freuten.

Ach ja, und immer wieder fiel im Spiegelsaal das Wort „Prim“, nachdem gerade ein neuer Tanz für die Kleinen vorgeführt worden war. Wer das Wort zuerst sagte, durfte den Tanz für seine/ihre jeweilige Klasse oder Gruppe beanspruchen, um ihn z.B. für das Maifest einzustudieren ...

Beatrice Ungar (Hermannstädter Zeitung)

Schlagwörter: Workshop, Volkstanz, Hermannstadt

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