7. Mai 2026
Ein guter Grund zu feiern/75. Siebenbürgisches Jugendskilager am Hochkönig
Heuer feierten wir zu Ostern vom 2.-8. April das 75. Siebenbürgische Jugendskilager am Hochkönig auf der Mitterbergalm bei Mühlbach am Hochkönig, Salzburg in Österreich. Die Lagerleiterin Kerstin Simon und ihr Team waren maßgeblich für die Organisation und das Gelingen des Beisammenseins auf den Hütten und im Schnee verantwortlich. Ihr persönlicher, rein privater Einsatz ohne unterstützenden Verein wurde im Rahmen des 75. Skilagers anlässlich 25 geleiteter Skilager intern gebührend gewürdigt.

Die Anreise erfolgte wie in den letzten Jahren bereits am Gründonnerstag. Die Schneefälle der Tage vor Ostern bescherten uns eine traumhafte Winterlandschaft mit perfekten Pistenverhältnissen während der gesamten Zeit des Skilagers.
Bei der Eröffnung am Abend des Karfreitags platzte die sonst auch sehr gut gefüllte Almstube heuer aus allen Nähten. Deswegen wurden Bierbänke aufgestellt und alle Stühle aus den angrenzenden Küchen ausgeliehen. Als erste Überraschung für Kerstin Simon erschienen alle in Tracht bzw. festlich gekleidet. Von unterschiedlichen siebenbürgischen Trachten, steirischen und bayerischen Dirndln und Lederhosen, festlichen Sakkos, bis Abendkleidern war alles bunt gemischt dabei.
Nach den Eröffnungsworten der Lagerleiterin überraschte ein Team aus dem Berghof (Axel Fabritius, Christian „Pinzi“ Danek, Dirk Braus, Axel Poschner, Holger Schmidt und Cathi Jacobi) und präsentierte einen dreiteiligen humorvollen Sketch mit Bezügen zu Ereignissen aus den letzten 25 Skilagern, mit Gelöbnissen zum Fortbestand des Skilagers und Erhebung von Alina Simon als Lagerleiterin ab 2027 zur „Hochkönigin“. Die Kreativität in den Stücken und die passenden Verkleidungen erfüllte die gesamte Almstube mit herzhaftem Lachen und Jubel. Unsere Gida Petrovitsch dichtete zur Melodie von „Freude schöner Götterfunken“ eine Hymne auf das Skilager, die Leiterin Kerstin Simon und die tolle Gemeinschaft, die sich in den letzten 75 Jahren gebildet hat. Den Abschuss des Abends bildeten wie immer das Siebenbürgenlied und unsere ganz eigene Lagerhymne „Santa Lucia“.
Die gelungene Mischung von Jugendlichen, langjährigen TeilnehmerInnen, ehemaligen LagerteilnehmerInnen nun als Familien mit Kindern, oder manchmal auch schon Enkelkindern, macht den besonderen Charakter dieses generationenübergreifenden Treffens aus. Gemeinsam wird Ski gefahren, es werden Skitouren und Schneeschuhwanderungen unternommen sowie Spieleabende und Feiern organisiert – ganz im Sinne eines „Miteinander alt werden und jung bleiben“. Wir alle haben die Feiertage in den urigen Hütten vor der wunderschönen Kulisse der Mandelwände genossen. Für die Verpflegung sorgte wie immer der Küchendienst des Lagers mit tatkräftiger Unterstützung aus den anderen Unterkünften. Zu den sportlichen Höhepunkten zählte in diesem Jahr – neben dem Skifahren mit Einkehrschwung – das „Doppelsackrutschen“ am letzten Hang des Roßwiesliftes. Die mutigen TeilnehmerInnen, die sich waghalsig den Hang hinunterstürzten, wurden von den vielen Zuschauern begeistert angefeuert. Bei der Siegerehrung am Abend wurden die Schnellsten ausgezeichnet und ausgelassen gefeiert.

Der Höhepunkt der internen Feierlichkeiten anlässlich des 75. Skilagers, das Dankeschön an Kerstin Simon für 25 Jahre Lagerleitung und die offizielle Übergabe an Alina Simon, fand am Ostersonntag statt. Am Ostersonntag gab es zudem wie immer mittags ein Festessen, köstliche Schnitzel mit Kartoffelsalat, und diesmal bei herrlichen Temperaturen und Sonnenschein im Freien am Platz vor den Hütten!
Am Nachmittag lud Kerstin Simon mit jenen, die sie all die Jahre unterstützt haben, die Hüttenwirte Familie Peter sen. und Anni Gschwandtner, Peter Gschwandtner, Traudi Gschwandtner, Peter sen. Radacher (96!) mit seiner Partnerin Erika und Peter jun. Radacher in die Almstube zu Kaffee und selbstgebackenen Süßspeisen und einem gemütlichen Glaser Wein. Hiermit wollte sich das Skilager für die über Jahrzehnte hinweg bestehende Beherbergung, die in eine Freundschaft zu den Siebenbürgern überging, bedanken. Unser Holger Schmidt überreichte dazu jedem eine blau-rote Tafel mit dem Siebenbürger Wappen und einem praktischen Magneten des 75. Skilager-Logos, der gleichzeitig ein Flaschenöffner ist.
Am Abend begann anschließend das interne Fest am Platz vor den Hütten mit Peitschenklängen der beiden Urzeln – erstmals und ausnahmsweise am Hochkönig und nicht in Sachsenheim oder Agnetheln. Möglich machten dies Lars Heichel und Holger Schmidt.
All jene, welche die Anfänge des Skilagers miterlebten und ihm bis heute die Treue halten – Gida Petrovitsch, Hans-Werner Loew, Walter Barosits, Rolf Mußgug, Detlef Theiss – wurden ebenso mit Trophäen geehrt, wie auch jene LagerteilnehmerInnen, die inzwischen ihre eigenen Kinder mit zum Skilager bringen und damit die Freude an dieser einzigartigen Gemeinschaft an die nächste Generation weitergeben. Es folgten humorige Geschichten aus dem Skilager, vorgetragen von Welf Broser, und ein gemeinsames Spiel, wobei alle TeilnehmerInnen nach ihren Skilagerteilnahmezeiten die zuerst alleinstehende Lagerleiterin immer mehr umringten, je näher die Jahre zum 75. Skilager aufgerufen wurden, bis zum Schluss alle um und somit auch „hinter“ Kerstin Simon als Lagerleiterin für 25. Skilager standen. Ein weiterer Höhepunkt war eine stimmungsvolle Feuershow von Ferid Mahdi nach dem Herzenswunsch von Inge Volkmer (1935-2007, Ehefrau vom ehemaligen Boss, Helmut Volkmer) an die Jugend: „Nicht die Asche anbeten, sondern das Feuer weitergeben.“
Die neue Lagerleiterin ab 2027, Alina Simon, wurde anschließend durch eine liebevoll handgefertigte Krone zur richtigen „Hochkönigin“ von ihrem Verlobten Marco Aranda Sánchez in die neue Position bestellt.
Unser Dr. Hans-Werner Loew führte uns mit einer fröhlichen Festrede über die Veränderungen im Laufe des Bestehens dieses Skilagers durch die Jahrzehnte. Dazu wurde bei den kalten winterlichen Temperaturen Glühwein an alle gereicht. Im Anschluss versammelten sich alle vor der Hütte, wo bereits Gedenktafeln zum 40. und 50. Skilager angebracht sind. Zum 75. Skilager und nach 25 Skilagern unter Kerstin Simon bekam sie gebührend auch eine Tafel an die Hütte, die feierlich von Welf Broser enthüllt wurde. Eine große köstliche Schokoladentorte für alle bildete den Abschluss des Festabends.
Die weiteren Abende wurden mit Karten- und Brettspielen, Plaudereien, den „Schmäh laufen lassen“, spätes traditionelles „heiße Käsekrainer mit Kren essen“ (Wurst mit Meerrettich) verbracht und ganz besonders die alljährliche „Schneebar“, abends bis tief in die Nacht, mit Punsch, Glühwein, Musik und Tanz, prägten das Lagerleben und förderten die Zusammengehörigkeit.
Mittwoch nach Ostern und nur für den Berghof am Freitag nach Ostern war dann leider Schluss mit dem stimmungsvollen Lagerleben und jeder trat den Heimweg an. Die meisten kehrten nach Deutschland zurück, unter anderem nach Drabenderhöhe, Berlin, Köln, Stuttgart und München und ein kleiner Teil nach Wien oder Graz. Die Vorfreude auf ein Wiedersehen, sei es beim Nachtreffen vom 2. bis 4. Oktober 2026 oder beim 76. Skilager zu Ostern 2027, ist bereits jetzt groß. Alles über das traditionelle Siebenbürgische Jugendskilager findet man unter www.hkg-jugendskilager.de.
Birgit Maderl
Schlagwörter: Hochkönig, Skilager, Jubiläum
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