15. September 2009

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Nachlese zum bayerischen Schülerwettbewerb „Europa im Karpatenbogen“

Für die ca. 180 Teilnehmer der Abschlussveranstaltung des bayerischen Schülerwettbewerbs in Dinkelsbühl (27. – 29. Juli 2009), überwiegend Schülerinnen und Schüler aus Bayern, Siebenbürgen, dem Banat und Polen (Oberschlesien), ging es nicht nur um die Preisverleihung an sich. Ein von Robert Leiter und seinem Team hervorragend organisiertes kulturelles Angebot brachte die verschiedenen Gruppen einander näher, so dass erste Kontakte geknüpft wurden.

Zeit für Begegnungen

Beim Stadtrundgang mit dem Nachtwächter oder im Zeughaus der Kinderzeche lernten die Schüler die Stadt und ihre Traditionen kennen. Vom Turm des Münsters Sankt Georg aus bewunderten sie die schöne Landschaft. Im Haus der Geschichte bekamen auch die ausländischen Teilnehmer etwas von der Geschichte Bayerns und der Stadt Dinkelsbühl mit. Bei der Stadtrallye konnten die Gruppen auf eigene Faust die Altstadt erkunden und Fragen beantworten. Dabei entstanden die ersten internationalen Arbeitsgemeinschaften und „Hilfskampagnen“. Diese Zusammenarbeit vertiefte sich noch beim Besuch des Gartens der Sinne, wo nach einer fachkundigen Führung die Schüler vieles selbst ausprobieren durften. Für die Altersstufe 4 (10. bis 13. Klasse) stand ein Serenadenabend des Dinkelsbühler Schulorchesters ebenso auf dem Programm wie der Besuch des Kabaretts „Belüge deinen Nächsten wie dich selbst“. Multikulturell ging es auch in der Jugendherberge zu, wo deutsche Schüler mit solchen aus Polen oder Rumänien ein Zimmer teilten. Die Abschlussveranstaltung in Dinkelsbühl bot ein ...Die Abschlussveranstaltung in Dinkelsbühl bot ein attraktives Programm: Die Aufnahme zeigt Kinder der Grundschulen Gernlinden, Abendsberg, Schäßburg und Kronstadt sowie der Kindertanzgruppe Nürnberg beim Rundgang mit dem Nachtwächter durch Dinkelsbühl. Foto: Anita Müller So entstanden auch einige Freundschaften, die sich vielleicht in Brieffreundschaften fortsetzen werden. Auch die Lehrer nutzten die Zeit, um sich mit den Kollegen aus dem In- und Ausland und von anderen Schularten auszutauschen. Dabei entstand bei einigen die Idee der Schulpartnerschaft vor allem mit Schulen aus Siebenbürgen. Für die bayerischen Schülerinnen und Schüler war es ein Vorgeschmack auf die Sommerferien, für die ausländischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer vielleicht der Höhepunkt ihrer diesjährigen Ferien. Für alle wird es aber ein unvergessliches Erlebnis bleiben.

Anita Müller


Grundschul-Projekt: So leben die Deutschen in Siebenbürgen

Die beiden Schulen Unterfarrnbach und Burgfarrnbach haben mit einem großen Fest ihr 125-jähriges Jubiläum gefeiert. Zum Schulgeburtstag tanzte die Klasse 4b aus Burgfarrnbach in siebenbürgisch-sächsischer Tracht den Siebenschritt vor einem großen Publikum, unter ihnen auch viele Prominente wie Bürgermeister Thomas Jung aus Fürth. Die Fürther Nachrichten berichteten darüber. Den Tanz hatten die Schüler an einem Projekttag in der Schule gelernt.

„So lebten die Deutschen in Siebenbürgen“ hieß das Projekt, mit dem sich die 4b der Farrnbachschule an dem Schülerwettbewerb „die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn“ beteiligte. Die SchülerInnen und ihre Klassenleiterin Frau Andrä-Landgraf luden dazu die gebürtige Nadescherin Gertrud Hanek ein. Aufmerksam und mit viel Interesse folgten die Kinder der siebenbürgischen Sage, wie das „Hergottöchslein“ zu seinem Namen kam, sowie dem Vortrag über die Geschichte der Siebenbürger Sachsen und lernten sogar ein paar Kinderverse auf sächsisch.

Die Fotoausstellung mit Bildern aus Nadesch über Kindheit, Schule, Jugend, Tanz und Theatergruppe, Chor, Familienfeiern und Dorffesten faszinierte die Schüler. Viel Spaß hatten sie dabei, die sächsische Tracht anzuziehen. Leider reichten die mitgebrachten Trachten nicht für die ganze Klasse, so dass einige traurig darüber waren. In passender Tracht übten sie den Siebenschritt, den sie dann auch bei dem Schulfest vorführen konnten.

Bereits zuvor hatten die Schüler sich mit ihrer Klassenlehrerin auf den Projekttag vorbereitet, die Natur und Umwelt in Rumänien kennen gelernt sowie die Geschichte von Vlad Ţepeş, der als Dracula bekannt wurde, behandelt. Sie hatten ebenfalls viele Fragen über Kindheit, Schule, Trachten und Tänze vorbereitet, die Frau Hanek bereitwillig beantwortete und anhand der Fotoausstellung erklärte.

In Hauswirtschaft hatten die Kinder die Möglichkeit, typische siebenbürgische Kuchen mit Hilda Barth und Roswitha Baier, gebürtig aus Weißkirch bei Schäßburg, zu backen und zu probieren. Über das Projekt berichteten die Nürnberger Nachrichten sowie fast alle Tageszeitungen im mittelfränkischen Raum unter der Rubrik „Schüler extra“. Was die Viertklässer in ihrem dreiwöchigen Projekt alles gelernt und erlebt hatten, hatten sie dort in kurzen Texten zusammengefasst.

Die Farrnbachschule beschäftigt sich nicht erst seit diesem Schuljahr mit Siebenbürgen. Sie sammelt schon seit einigen Jahren Geld, um damit einen Kindergarten in Weißkirch bei Schäßburg zu unterstützen. Religionslehrerin Frau Ruff-Haag hat diese Aktion gestartet. Es war für mich eine wunderbare Erfahrung, nach fast 30 Jahren zum ersten Mal seit meiner Ausreise aus Rumänien wieder in einer Schule mit Schülern zu arbeiten, um festzustellen, dass Kinder noch genau so wissbegierig sind und mit großem Enthusiasmus mitmachen. Für die Unterstützung bei dem Projekt möchte ich mich bei allen recht herzlich bedanken, in erster Linie bei der Klassenleiterin Andrä-Landgraf, Religionslehrerin Frau Ruff-Haag von der Farnbachschule, der Vorsitzenden des Kreisverbandes Nürnberg des Verbands der Siebenbürger Sachsen, Inge Alzner, bei Johann Schuster von der Siebenbürgisch-Sächsischen Tanzgruppe Nürnberg, Astrid Wolff, Erna Roth und Erika Schebesch von der Nadescher Tanzgruppe Nürnberg , Gerlinde Baier von der Nadescher Theatergruppe, Gerlinde Zakel und Hilda und Michael Barth.

Gertrud Hanek


Anerkennung für Schülerinnen der Mädchenrealschule Schillingsfürst

Für ihre erfolgreiche Teilnahme am Schülerwettbewerb “Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn” erhielt die Klasse 6b der Mädchenrealschule Schillingsfürst, Kreis Ansbach, geleitet von der aus Siebenbürgen stammenden Deutschlehrerin Edda Brenndörfer, am 30. Juli eine Urkunde vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus.

Der Wettbewerb bestand aus zwei Teilen, einem Fragebogen zur Geschichte und Kultur Siebenbürgens und einem Kreativwettbewerb. Hierfür entschlossen sich die Schülerinnen, in Kleingruppen zu Hause siebenbürgische Gerichte zu kochen, eine Tätigkeit, die sie auf Film und Foto festhielten. Rezeptgrundlage war Martha Ließ’ “Siebenbürgisches Kochbuch”. Erstaunlich war der Wille und die Bereitschaft der Mädchen, in der Kürze der Zeit das Projekt durchzuführen. Die Sechstklässlerinnen bewiesen Teamfähigkeit, organisatorisches Talent sowie soziale Kompetenz, denn zur Verköstigung der Speisen wie Vogelmilch, Krautwickel, Hausbrot Kekswurst, Apfelstrudel u.a. wurden die Schülerinnen der Parallelklasse mit ihren Lehrern eingeladen. Erfolgreich am bayerischen Schülerwettbewerb ...Erfolgreich am bayerischen Schülerwettbewerb teilgenommen: Die Schülerinnen der 6b der Mädchenrealschule Schillingsfürst. Die Vorstellung des Projektes, gefolgt von einem siebenbürgischen Büfett, fand am 23. März im Speisesaal der Schule statt. Auf Stellwänden waren Abbildungen der siebenbürgischen Kirchenburgen, traditionelle Handarbeiten wie ein Wandbehang mit den Wappen der sieben Burgen, handgewebte Handtücher oder Teile der siebenbürgischen Frauentracht zu sehen. Die Tische waren ebenfalls mit handgewebten Tischdecken gedeckt. Schülerinnen stellten den neuen EU-Staat in Kurzreferaten vor. Bewundert wurde die siebenbürgische Mädchentracht, die eine Schülerin trug. Als Überraschung las die Deutschlehrerin das humorvolle Gedicht “De Subtraktion” von Schuster Dutz in siebenbürgisch-sächsischer Mundart vor. Der Film, den eine Schülerin drehte, dokumentierte sowohl den häuslichen als auch den schulischen Teil des Wettbewerbs und zeigte, dass die Teilnehmerinnen viel Spaß dabei hatten.

Die Veranstaltung hat deutlich gemacht, dass die Schülerinnen nicht nur ihren Wissenshorizont erweitert haben, sondern auch Eigeninitiative und Teamgeist entwickelten und vor allem, dass sie begeisterungsfähig, vorurteilsfrei und offen für Neues sind, vor allem da keine Schülerin aus Rumänien stammte.

Schlagwörter: Schülerwettbewerb, Bayern

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