8. Oktober 2009

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Föderationsjugendlager 2009 in Österreich

Zum diesjährigen Föderationsjugendlager der Siebenbürger Sachsen hatte der Bundesverband der Siebenbürger Sachsen in Österreich eingeladen. Im Auftrag des VLÖ (Vereinte Landsmannschaften Österreichs) erhielten vom 31. Juli bis 15. August junge Siebenbürger Sachsen aus den Mitgliedsländern der Föderation – Deutschland, Österreich, Siebenbürgen, USA und Kanada – die Möglichkeit, sowohl siebenbürgisch-sächsische Tradition und Gemeinschaft als auch die Sehenswürdigkeiten in Österreich zu erleben. Das Angebot nutzten 19 Teilnehmer aus den USA, aus Kanada und aus Siebenbürgen.
In Wien, Linz, Traun, Wels, Altmünster, Vöcklabruck und Salzburg gab es ein reichhaltiges kulturelles Programmangebot. Die Jugendlichen lernten Land und Leute kennen, erlebten die siebenbürgisch-sächsische Gemeinschaft und schlossen neue Freundschaften. Im Folgenden wird von den verschiedenen Reisestationen berichtet.

Wien

Das zweiwöchige Programm startete am 31. Juli in Wien mit einem Empfang im Haus der Heimat in Wien durch die Obfrau des Wiener Vereines, Martina Nistelberger, und den Bundesjugendreferenten der Siebenbürger Sachsen in Österreich, Manfred Schuller, sowie einem gemeinsamen Abendessen. Vorausgegangen waren aufwändige Vorbereitungen. Nach diesem ersten Abend, der in erster Linie dem Kennenlernen diente, folgte ein Tag im Burgenland, der im Haydn-Jahr dem Komponisten Josef Haydn gewidmet war. Teilnehmer des siebenbürgischen ...Teilnehmer des siebenbürgischen Föderationsjugendlagers 2009 in Österreich bei ihrem Aufenthalt in Altmünster. Foto: Manfred Keller Als Ausgleich vergnügten sich die Jugendlichen am Nachmittag im Neusiedlersee. Am 1. August, einem Sonntag, galt es der großen Hitze zu trotzen und die Stadt Wien „unsicher“ zu machen. Am Vormittag wurde die Innenstadt besichtigt, am Nachmittag wurden diese Eindrücke durch zwei Führungen ergänzt. Führungen, die einen ungewöhnlichen Blickwinkel auf die Stadt boten: Einmal vom Dach des Naturhistorischen Museums über die Dächer der Stadt und einmal im wahrsten Sinne in das Innere der Stadt, nämlich in den Kanal. Es folgte ein Tag in Niederösterreich, der den Teilnehmern des Jugendlagers Stift Göttweig und die Wachau mit der Ruine Dürnstein näher brachte. Der letzte halbe Tag wurde leider bei nicht allzu gutem Wetter in Wien verlebt. Es bestand somit endlich die Gelegenheit, Einkäufe zu tätigen. Ganz ohne Kultur ging es aber doch nicht. Eine längere Regenpause wurde genutzt, um Schloss Schönbrunn und seine Parkanlagen zu besuchen. Erleichtert, dass alles so gut geklappt hatte, verabschiedeten wir unsere Gäste recht herzlich und mit einem weinenden Auge. Wir hätten gerne noch mehr Zeit mit den Jugendlichen verbracht.

Obfrau Martina Nistelberger

Traun

Nachdem die Gruppe den Transport von Wien nach Traun gut überstanden hatte, wartete die Jugend aus Traun schon mit einem kleinen Imbiss auf die Gäste. Als die Einteilung zu den Gasteltern getroffen war, stand einem gemütlichen Abend im Kreise der Familien nichts mehr im Wege. Der nächste Tag begann gleich mit einem Ausflug mit den Gasteltern zu dem Hochseilgarten in Weichstetten. Geschicklichkeit und etwas Mut waren hier von Vorteil. Nachdem alle heil wieder aus den schwindelerregenden Höhen herabgestiegen waren, bewegte sich die Kolonne weiter nach Linz zum Mittagessen. Auf dem Speiseplan stand ein „Ritteressen“. Wieder in Traun angekommen, entschloss man sich, den Badesee in Oedt aufzusuchen und dort den Tag ausklingen zu lassen. Donnerstag begab sich die Reisegruppe in die Dr.-Vogelgesang-Klamm, in der Nähe von Spital am Phyrn. Nach einstündigem Aufstieg stärkten sich die Teilnehmer auf der Bosruckhütte mit Lunchpaketen. Es wurden einige wunderbare Schnappschüsse gemacht. Am Nachmittag veranstalteten die Burschen ein Fußballspiel im evangelischen Pfarrgarten Traun. Abends fand im selbigen ein Grillfest statt, bei dem auch die Gasteltern anwesend waren und so etwa 40 hungrige Gäste verköstigt wurden. Bei Lagerfeuerromantik wurde noch bis spät in die Nacht hinein gefeiert. Am Freitag nach dem Frühstück hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Nach einem letzten gemeinsamen Schlusskreis übernahm die Siebenbürger Volkstanzgruppe Wels die Gäste des Jugendlagers 2009.

Simon Engler

Wels

In Wels angekommen, begann eine Ausflugsfahrt zur Oberösterreichischen Landesausstellung „MAHLZEIT“ nach Schlierbach. Nach einer interessanten Führung ging es zum Mittagessen unter freiem Himmel. Es gestaltete sich als Wettkampf mit den Wespen, bei dem mit Fliegenklatschen versucht wurde, dieser Herr zu werden – aussichtslos. Man nahm es jedoch mit Humor und das Essen schmeckte den Teilnehmern trotzdem vorzüglich. Anschließend war wieder etwas Geschicklichkeit gefragt. Auf dem Programm stand die Fahrt zum Sommerrodeln nach Windischgarsten zum Wurbauerkogel, zudem zwei Fahrten mit dem Alpin Coaster und eine Fahrt auf der Rodelbahn. Mit viel Spaß wurden diese bewältigt, wobei unsere Freunde aus Übersee erkennen mussten, dass bei der Rodelbahn der Einsatz der Bremse von Vorteil ist. Die Zeit verflog im Nu. Der Besuch des Gleinknersees wurde abgesagt und wir fuhren zum Baden nach Altmünster ins Zeltlager, wo wir bereits erwartet wurden.

Dr. Christian Schuster

Altmünster

In Altmünster wurde für die Jugendlichen ein Zeltlager errichtet. Die Feuerwehr Neukirchen stellte große Mannschaftszelte kostenlos zur Verfügung, weiters wurden vom Roten Kreuz Betten samt Decken geliefert. Die Verpflegung am Zeltplatz war eine große Herausforderung für die Gruppe aus Altmünster, aber mit Unterstützung von freiwilligen Helfern wurde auch das gemeistert. Das schöne Wetter mit dem traumhaften Panorama sowie der Traunsee trugen wesentlich zum guten Gelingen dieses Jugendlagers in Altmünster bei. Bei traumhaftem Badewetter starteten wir in den ersten Tag am Traunsee. Der See lag uns zu Füßen und das Panorama lud zum Ausspannen nach einer anstrengenden Woche ein. Auch etliche Jugendliche der Volkstanzgruppe Traun hatten ihr Zeltlager in Altmünster aufgeschlagen. Außerdem gesellten sich Mitglieder der Tanzgruppe aus Wels dazu und das anschließende Grillfest am späten Nachmittag wurde so ein geselliges Ereignis. Mit dem Schiff „Rudolf Ippisch“ ging es am späten Abend rund um den Traunsee. Dieser bot mit der untergehenden Sonne eine malerische Landschaft. Auch ein Gottesdienst am Sonntag durfte nicht fehlen. Unter freiem Himmel wurde gemeinsam gesungen, gebetet und das Wort Gottes verkündet. Bernd Friedmann und Josef Himmelbauer, beide in der Ev. Pfarrgemeinde Gmunden zuständig für die Jugendarbeit, sorgten mit ihren Gebeten und Texten für Besinnung und Einkehr. Lieder wurden abwechselnd in Deutsch und Englisch gesungen. Mit den von drei Jugendlichen vorgelesenen Fürbitten wurde dafür gedankt, dass die Jugendlichen mit ihren Begleitern gut in Österreich angekommen sind. Gedankt wurde für die neuen Freundschaften, die im Jugendlager entstanden sind. In Gedanken war man auch bei Carina, die das Jugendlager vorzeitig verlassen musste, da ihre Großmutter verstorben ist.

Neben Entspannen am Traunsee, Beachvolleyball, Minigolf, Bananenboot-Fahren und einer Stadtbesichtigung in St. Wolfgang stand ein Besuch der Ausstellung über die Siebenbürger Sachsen in der Marktgemeinde Altmünster auf dem Programm. Diese Ausstellung kam der Jugendgruppe sehr gelegen, zeigte sie doch Kultur und Brauchtum der Siebenbürger Sachsen von einst und heute. Bürgermeister Hannes Schobesberger, begrüßte die Jugendlichen persönlich, was bei der Gruppe einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Herzlichen Dank von Seiten des Bundesverbandes für die Einladung zum Mittagessen. Besucht wurde auch das legendäre Radmuseum „Anno dazumal“. Hier konnte selber aus- probiert werden, wie schwierig das Fahren mit dem Hochrad ist. Einige ließen sich lieber mit den alten Beiwagenmaschinen samt dazugehörigen Kostümen chauffieren.

Ingrid Schuller (vormals Eichstill)

Vöcklabruck

Während des Zeltlagers in Altmünster verbrachten die Jugendlichen auch einen Tanzabend in Vöcklabruck. Zum Abendessen am Montag fanden wir uns im Siebenbürgerheim in der Dürnau ein. Nach einer kräftigen Stärkung war Tanzen angesagt. Mit viel Spaß und Energie wurde bis um 22 Uhr fleißig getanzt. Aber nicht nur Spaß war das Ziel in Vöcklabruck, am Dienstag wurden die Jugendlichen zum Mittagessen herzlich eingeladen. Im Anschluss wurden die Stadt Vöcklabruck und das Heimatmuseum besucht. Die Schilderungen von Museumsleiter Horst Schuller über seine Erlebnisse im Zuge der Flucht als 10-Jähriger wurden von den Jugendlichen interessiert verfolgt. Nach dem Abendessen hielt Prof. Klaus Wagner einen Vortrag über die Beziehungen Österreichs zu den Siebenbürger Sachsen. Es folgte eine rege Diskussion.

Prof. Klaus Wagner

Salzburg

Am Mittwoch traf die Gruppe in Salzburg ein und wurde im Herzen der Stadt von Mitgliedern der Salzburger Tanzgruppe bei der Stiegl Brauerei empfangen. Mit einer Führung durch die Brauerei und anschließender Bierverkostung war der Start in Salzburg gut gelungen. Hier stießen auch noch zwei Mädchen aus Deutschland zu der Gruppe des Jugendlagers. Nach einer Leberkäsjause im Lainerhof stand ein Einkaufsnachmittag auf dem Programm. Die Abendstimmung und einen ersten Eindruck vom Flair der Stadt Salzburg genossen die Teilnehmer auf der Festung Hohensalzburg. Der Blick auf die barocke Altstadt und zu den Bergen der Salzburger Gaue beeindruckte die Gäste. Zurück in der Altstadt, genossen wir auf einer Großleinwand noch kurz das Ambiente der Salzburger Festspiele.

Das Programm für den nächsten Tag begann in Hellbrunn. Hier besuchten wir die Wasserspiele in den einstigen Lustgärten der Erzbischöfe, wo uns auch unfreiwillige Erfrischungen erwarteten. Für den Rest des Tages galt das Motto Wellness und Sport. Im Schlosspark von Hellbrunn wurde gekneippt und Ball gespielt, aber auch nach den Spuren von „Sound of Music“ gesucht. Am Nachmittag ging es an den Höllerer See, wo die Gäste eingeladen waren, mit Kajaks zu fahren. Die Trainer vom Kajak Club Wildshut waren voll des Lobes über das Geschick und die Paddelleistungen der Gruppe. Den sportlichen Abschluss dieses Tages bildete eine lustige Kegelpartie.

Der Freitag begann mit einem Besichtigungsspaziergang durch die Salzburger Altstadt. Die vielen Kirchen, Mozart, die Festspiele, die jahrhundertealte Architektur, die schmalen Gassen beeindruckten die Gäste sehr. Doch auch die Ansiedlung und Integration der Siebenbürger Sachsen in Salzburg waren Thema bei diesem Rundgang. bei dem auch viele Souvenirs einen neuen Besitzer fanden. Den Nachmittag nutzten die Teilnehmer zur Vorbereitung des Abschlussabends. Die Abschlussveranstaltung fand in einem gemütlichen Kreis im Lainerhof statt. Der Lainerhof, ein renovierter ehemaliger Bauernhof, ist neben vielen anderen Vereinen auch die Heimstätte der Siebenbürger in Salzburg. Von allen Teilnehmerländern wurden typische Beiträge gestaltet und über die Eindrücke von der Reise berichtet. Gesang, Musik, Theaterspiel und viele Talente kamen zum Einsatz, um Lustiges, Nachdenkliches und auf jeden Fall Unterhaltsames zu präsentieren.

Dagmar und Roland Meburger

Der Abschlussabend

Am letzten Abend, es war der 14. August, kamen einige, um die Jugendlichen der Föderation bei der Abschlussveranstaltung auf dem Lainerhof nochmals zu treffen. Der gemeinsame Abend wurde zu einem Erlebnis. Von den Teilnehmern des Jugendlagers aus den einzelnen Föderationsländern wurde jeweils eine kleine Vorstellungspräsentation dargeboten. Im Anschluss wurde der Organisator dieses Jugendlagers, Bundesjugendreferent Manfred Schuller, von den Teilnehmern mit Lob überschüttet. Schuller bedankte sich bei allen für die Teilnahme auch im Namen der Bundesleitung unter Pfr. Mag. Volker Petri und dankte vor allem den Jugendlichen für die hervorragende Disziplin. In all den 15 Tagen gab es nicht einen einzigen Vorfall. Dies zeichnet einerseits die Jugendlichen aus, anderseits stärkt es das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Ein großer Dank erging auch an die Verantwortlichen mit ihren Helfern an den einzelnen Stationen des Föderationslagers. Zuständig waren Martina Nistelberger für Wien, Simon und Martin Engler für Traun, Gerhard Winkler und Dr. Christian Schuster für Wels, Ingrid Schuller für die Brauchtumsgruppe Laakirchen, Prof. Klaus Wagner und Harry Muerth für Vöcklabruck sowie Dagmar und Roland Mehburger für Salzburg. Dagmar Mehburger gestaltete auch den gemeinsamen Abschlussabend und sorgte mit ihren Helfern für ein vorzügliches Abendessen.

Mit einer Diashow ließ Liz Weber, die Betreuerin der Gäste aus Übersee, den Aufenthalt in Österreich noch einmal Revue passieren. Bei gemeinsamen Volkstänzen und Folkliedern genossen Gäste und Gastgeber die Gemeinschaft mit neuen Freunden. Gemeinsam wurde getanzt und gesungen. Gegen 23 Uhr verabschiedete man sich. Im großen Schlusskreis sangen wir alle das Siebenbürgenlied und wünschten uns gegenseitig alles Gute für die Zukunft und eine gute Heimreise.

Abschließend sei allen Funktionären und Helfern nochmals herzlich gedankt. Der Einsatz aller hat zum hervorragenden Gelingen dieses Jugendlagers 2009 beigetragen. Ein Dank gebührt auch den Gasteltern in Traun, die die Jugendlichen beherbergt und versorgt haben. Ganz besonders sei dem Geschäftsführer der OÖ Landlerhilfe, Helmut Atzlinger, gedankt. Seiner Unterstützung seitens der OÖ Landlerhilfe „Verein Eine Welt“ haben wir es zu verdanken, dass wir für die gesamte Dauer des Jugendlagers einen VW-Bus (inkl. Benzin) der OÖ Landesregierung zur Verfügung gestellt bekommen haben. Dank auch an die Landesregierungen von Wien, Oberösterreich und Salzburg für die finanziellen Mittel, ebenso gilt ein Dankeschön dem VLÖ, in dessen Auftrag wir das Jugendlager 2009 durchgeführt haben und dank dessen finanzieller Unterstützung wir den Jugendlichen zwei Wochen einen besonderen Aufenthalt in Österreich bieten konnten.

Manfred Schuller

Schlagwörter: Föderation, Föderationsjugendlager, Österreich

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