9. August 2012

Siebenbürger Sachsen beim Tag der Niedersachsen

Viel Interesse, Staunen und Lob erfuhren die Siebenbürger Sachsen aus Niedersachsen und Bremen mit ihrer Ausstellung und ihren Trachtenträgern von den 150.000 Besuchern beim Tag der Niedersachsen.
Mit diesem Tag pflegt und hütet das Land seine unterschiedlichen gewachsenen und erworbenen Identitäten, die sich in Trachten-, Volkstanz- und Vereinsgruppen äußern, ganz bewusst. Achtung wurde den Siebenbürgern zuteil, als Ministerpräsident David McAllister, Innenminister Uwe Schünemann, Kultusministerin Johanna Wanka und der Landtagspräsident Hermann Dinkla sie besuchten und zum Weitermachen ermunterten, damit „in der Öffentlichkeit Kultur und Tradition der Siebenbürger Sachsen wahrgenommen werden“ (U. Schünemann).

Das Wochenende vom 13.-15. Juli war auf Darstellung und Feiern programmiert. In Niedersachsen wurde zum 32. Mal, diesmal im äußersten Südosten des Landes, in Duderstadt, der Tag der Niedersachsen begangen. Den Höhepunkt dieser Veranstaltung bildete der traditionelle Trachtenumzug am Sonntagnachmittag, organisiert vom „Landestrachtenverband Niedersachsen“ (LTN), bei dem 3300 Teilnehmer aus allen Ecken des Landes dabei waren.
Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister ...
Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (Bildmitte) zu Besuch bei den Siebenbürger Sachsen, umrahmt von (von links): Michael und Christina Kenst aus Bremen, Rudolf Götz, Landesbeauftragter für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Anna und Bernd Martini aus Rosdorf, Susanne Zey, Volkmar Gerger, Vorsitzender der Landesgruppe, und Dietmar-Udo Zey aus Lüneburg. Foto: Brigitte Gerger
Diesmal waren auch wir, 24 Siebenbürger aus Bremen, der Lüneburger Heide, Salzgitter, Wolfsburg und Göttingen, dabei. Die Einladung zur Teilnahme am niedersächsischen Landesfest kam von Rudolf Götz, dem Beauftragten der Niedersächsischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, der hier mit einem Stand vertreten war. Gerhard Schunn, stellvertretender Landes- und Vorsitzender der Kreisgruppe Wolfsburg, hatte sich der Aufgabe angenommen, sich beim LTN beworben und alles hervorragend organisiert. Dass alles so gut geklappt hat, ist auch Ministerialrat Klaus Engemann zu verdanken, der die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschaffen hatte.

Wir zeigten in unserer Ausstellung lebensgroße Frauen- und Männertrachten, die aus der Heimatstube Munster stammten, Unterwälder Trachtenpuppen als Brautpaar. Brunhilde Martin hatte eine Vitrine bestückt. Dazu gehörten Trachtenteile wie Spangengürtel, Borten und Bänder (Fronsen), Heftel und weiterer traditioneller Schmuck, aber auch Puppen-Bauernmöbel. Natürlich hatten wir auch eine ganze Reihe Informationsmaterial, Bücher, Landkarten, Roll-ups usw. dabei, um unsere Besucher über die ­Eigenheiten der Siebenbürger Sachsen aufzuklären. Und da die Standbetreuer selbst auch regional unterschiedliche und altersspezifische Trachten trugen, die noch auf das 18. Jahrhundert zurückgehen oder gleichalte Elemente enthielten, war das Interesse unserer Besucher besonders groß. Lob ernteten wir vor allem für die Wahrung des Brauchtums und die besondere Sorgfalt, unsere Trachten – vom Scheitel bis zur Sohle – vor Verfälschungen zu schützen.
Siebenbürger gut gelaunt beim Niedersachsentag. ...
Siebenbürger gut gelaunt beim Niedersachsentag. Foto: Sigrid Jakob
Lob tut gut. Doch die Begeisterung, mit der die Zuschauer auf unsere Trachten und unsere Heiterkeit reagierten, motiviert uns weiterzumachen und das nächste Mal in einer noch gelungeneren Weise anzutreten.

Dieser Funken der gegenseitigen Begeisterung ist vor allem am Sonntagnachmittag beim Trachtenumzug übergesprungen. Daran konnte, wie schon an den Vortagen, auch der überaus heftige Regenguss nichts ändern. Denn es hat sich herausgestellt, dass die über Jahrhunderte hinweg so sturmerprobten Siebenbürger auch hier mithalten konnten. Es zeigte sich, dass die Umzugsteilnehmer und auch die Zuschauer Sturmfestigkeit und Lebensfreude besaßen.

Dietmar-Udo Zey

Schlagwörter: Niedersachsen, Trachtenzug, Politik

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