17. Oktober 2015

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Tag der Heimat in Bonn mit prominentem Besuch

„Vertreibungen sind Unrecht – gestern wie heute“ lautete das Motto zum Tag der Heimat, der im September in vielen deutschen Städten durch den Bund der Vertriebenen (BdV) ausgerichtet wird. Auch in Nordrhein-Westfalen organisierten die Mitgliedsverbände des BdV Gedenkstunden, Kulturveranstaltungen und Diskussionsrunden. In Bonn wird dieser Tag schon seit beinahe 70 Jahren am dritten Septemberwochenende begangen.
Die Festlichkeiten fingen am 8. September mit einer gut besuchten Auftaktveranstaltung in der Stadthalle in Bad Godesberg an. Am 19. September fand in der Namen-Jesu-Kirche ein ökumenischer Gottesdienst statt. Dabei wurde des 100. Geburtstags des langjährigen Bundstagsabgeordneten und Mitbegründers der Landsmannschaft Schlesien, Dr. Herbert Hupka, gedacht. In seiner Heimatstadt Ratibor wurde ihm die Ehrendoktorwürde zuteil und in Warschau war er ein hoch angesehener und respektierter Gesprächspartner. Nur hier werfen ihm noch viele seinen Wechsel von der SPD zur CDU und seine ablehnende Haltung zu Willy Brandts Ostpolitik vor. Der frühere Bischof von Oppeln, einer Partnerstadt Bonns in Polen, Erzbischof Alfons Nossol, war eigens für dieses Geschehnis angereist. Für die Evangelische Kirche war der Altbischof der schlesischen Oberlausitz, Klaus Wollenweber, und für die Altkatholische Kirche Michael Schenk aus Bonn dabei. Von der Bundesregierung nahm der Beauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, teil. Die musikalische Umrahmung boten die Mitglieder des Collegium Musicum aus Köln.

Der Kreisverband Bonn des BdV hatte alle ortsansässigen Landsmannschaften aufgerufen, wieder den hier üblichen „Ostdeutschen Markttag“ zu gestalten. Die Art seiner Aufmachung hat sich mittlerweile erfreulich weit herumgesprochen, sogar in Polen findet er bewundernde Anerkennung. Am 20. September hatten die Mitglieder der verschiedenen Kreisgruppen ihre Marktstände auf dem Münsterplatz aufgebaut. Um 11.00 Uhr erfolgte der feierliche Einzug der Fahnenträger, einzeln aufgerufen durch den Vertreter der Baltendeutschen, Elimar Schubbe. Anschließend begrüßte der Vizepräsident des BdV, Stephan Rauhut, die Anwesenden mit einer kurzen Ansprache, in der er die Bedeutung des Heimattages erläuterte und kluge, gegenwartsbezogene Worte zum diesjährigen Motto fand. Es folgten Grußworte des Aussiedlerbeauftragten Hartmut Koschyk (CSU). Auch der frisch gewählte designierte Bonner Oberbürgermeister Ashok-Alexander Sridharan (CDU) erschien und besuchte die Stände der Kreisgruppen. Seit 21 Jahren hat sich kein Oberbürgermeister mehr auf dem Ostdeutschen Markttag gezeigt oder die Schirmherrschaft übernommen, wie das vorher stets für alle Oberbürgermeister selbstverständlich war.Prominenter Besuch am Stand der Kreisgruppe Bonn, ...Prominenter Besuch am Stand der Kreisgruppe Bonn, von links: der Aussiedlerbeauftragte der Bundesregierung, Hartmut Koschyk, BdV-Vizepräsident Stephan Rauhut, der designierte Bonner Oberbürgermeister Ashok-Alexander Sridharan und Mitglieder des Vorstandes der Kreisgruppe, Johannes Hendel und Marliese Gerst. Foto: p.z. Mit den Angeboten ihrer Marktstände versuchten die Landsmannschaften, Interessierte mit der Geschichte, aber auch mit der Gegenwart und den Zukunftsmöglichkeiten ihrer Herkunftsgebiete bekanntzumachen. Stellwände mit Bildern und Karten veranschaulichten Heimatorte und zeigten die Wege der Flüchtlingstrecks; es wurden einschlägige Bücher, Broschüren und Bildbände angeboten. Aber der Markt bot mehr als nur Gedenken an Vergangenes. Bunt und vital präsentierten sich die Bonner Kreisgruppen. Großen Raum nahmen dabei die kulinarischen Grüße aus der Heimat ein, und auch ein umfangreiches kulturelles und historisches Programm wurde geboten. Die „Brückenberger Trachtengruppe“ z.B. zeigte schlesische Volkstänze und wir hatten Verstärkung von den Landsleuten aus Wuppertal und Overath erhalten. Die Wuppertaler Tanzgruppe zeigte mit viel Temperament ihr Können, wiederholt von beeindruckten Zuschauern beklatscht, und unsere „Adjuvanten“ begeisterten ab Mittag die Anwesenden mit schwungvoller Musik und mussten ebenfalls zahlreiche Zugaben bringen.

Bis 18.00 Uhr flanierten neugierige Bonner Bürger und Touristen längs der Stände. Unser Siebenbürgen-Stand war ständig dicht umlagert. Er konnte sich aber auch durchaus sehen lassen! An Stellwänden und Roll-ups zeigten großformatige Abbildungen Landkarten, unsere Kirchenburgen und Trachten und auf den Tischen lagen Bücher über Siebenbürgen, Keramik und Stickereien aus. Wir boten ebenfalls heimische Spezialitäten an: Es gab Hanklich, siebenbürgisches Kleingebäck, viel gefragtes „Fettbrot mit Zwiebel“, echten siebenbürgischen Pali und Kokelwein. Den Helfern aus unserer Kreisgruppe und den Freunden „von auswärts“ sei für die geleistete Arbeit herzlich gedankt. Sie haben alles getan, um uns würdig zu repräsentieren und zum guten Gelingen des Heimattages beizutragen.

p.z.

Schlagwörter: Tag der Heimat, Bonn, BdV

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