1. Juli 2016

Bielefelder sächsisches Urgestein Johann Krempels wird 80

„Herzlich willkommen. Ich hoffe, es geht euch gut!“ – Es gibt wahrscheinlich kaum einen Siebenbürger Sachsen in Bielefeld, der diesen Satz nicht mindestens einmal von Johann Krempels gehört hat. Er ist von seinem Stammplatz am Eingang beim Kartenverkauf kaum wegzudenken. Für so manchen ist dieser herzliche Empfang das Ankommen in der sächsischen Gemeinschaft. Für mich selber war er, als wir 1982 nach Bielefeld kamen, mit seiner Familie, die für alle ein offenes Haus und Herz hatten, in der fremden Umgebung ein Stück Heimat und eine sehr große Hilfe, wenn es um so profane, aber für uns sehr wichtige Dinge wie Tapezieren ging. Johann Krempels wird nun 80.
Johann wurde am 29. Juni 1936 in Scharosch bei Fogarasch als drittes Kind von Sofia und Georg Krempels geboren, wo er auch die Volksschule besuchte. In Fogarasch erlernte er den Beruf des Schlossers, entdeckte aber bald seine Leidenschaft für das Autofahren.

Nachdem er 1960 heiratete, zog er seiner Frau Katharina zuliebe nach Tekes. Aus dieser Ehe gingen die beiden Kinder Christian und Hannelore hervor. Bis zu seiner Ausreise nach Deutschland im Jahr 1974 war Johann Busfahrer im Bereich Reps. Vielen Landsleuten ist er in bester Erinnerung geblieben, denn immer, wenn eine dringende Fahrt von Tekes nach Reps oder Fogarasch anstand, übernahm er mit seinem privaten PKW gerne diese Notfälle.
Johann Krempels wurde 80. Foto: Funke + Rieseler, ...
Johann Krempels wurde 80. Foto: Funke + Rieseler, Bielefeld
Bei der Ankunft der Familie Krempels in Bielefeld gab es dort nur wenige Landsleute und so war es selbstverständlich, dass die paar Familien zusammenhielten und sich gegenseitig beistanden. So dauerte es auch nicht lange, bis sich der damalige Vorsitzende der Kreisgruppe Bielefeld, Herr Bonfert, an ihn wandte, da tatkräftige Männer immer gebraucht wurden. Johann Krempels war gerne bereit mitzuhelfen, und er tut es jetzt nach vierzig Jahren immer noch. Seit fast genauso vielen Jahren ist er im Vorstand mit dabei und zuständig u. a. für die Organisation bei Veranstaltungen. In seiner Obhut lag und liegt immer noch der Abholdienst für ältere Leute, die nicht mehr alleine zu Veranstaltungen kommen können.

Beruflich hat er auch in Bielefeld schnell Fuß gefasst und war bis zu seiner Rente bei den Stadtwerken tätig. Seine Leidenschaft für das Autofahren hat er auch hier weiter verfolgt und hat für Landsleute Rumänienfahrten mit dem eigenen Kleinbus von Haus zu Haus durchgeführt. Ebenso war es für ihn Ehrensache nach der Grenzöffnung mit seinem Bus mehrere Hilfstransporte nach Rumänien zu fahren.

Obwohl er Scharosch schon früh verlassen hat, ist die Bindung zu seinem Heimatdorf immer erhalten geblieben. Zusammen mit seinem Bruder Georg war er unermüdlich für die Gemeinschaft tätig, unter anderem setzten sie sich tatkräftig für die Reparatur der Friedhofsmauer ein. Beide Brüder erhielten 2007 als Dank und Anerkennung für ihren Einsatz eine Ehrenurkunde des Verbandes der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften. Für seine Verdienste, verbunden mit der Zeit und Kraft, die er dem Wohle der Gemeinschaft in der Kreisgruppe Bielefeld gewidmet hat, wurde ihm 2006 das Silberne Ehrenwappen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen verliehen.

Wer Johann Krempels gerne mal persönlich kennenlernen möchte, kann es zu Pfingsten in Dinkelsbühl tun, denn er sieht es als seine Pflicht, jedes Jahr am Trachtenzumzug des Heimattages mitzugehen. Wir von der Kreisgruppe Bielefeld wünschen dem Jubilar noch viele Heimattage, an denen er teilnehmen kann, die beste Gesundheit weiterhin und noch viele frohe Stunden im Kreise seiner Lieben!

Heidi und Robert Sander

Schlagwörter: Bielefeld, Jubilar, Krempels

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