31. Dezember 2017

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Kreisgruppe Schorndorf: Rumänien anders

Gegen Jahresende widmet sich der Kreisgruppenvorstand regelmäßig dem Thema Spenden. Dieses Jahr kam die Idee auf, mit einem Teil der Veranstaltungseinnahmen Projekte in unserer alten Heimat zu unterstützen. Die Begeisterung im Vorstand war groß, und so machten sich zehn Mitglieder erwartungsvoll auf den Weg auf einen gemeinsamen Wochenendausflug.
Gleich nach Ankunft am Flughafen in Hermannstadt ging es weiter nach Heltau, wo wir die Schülertagesstätte Arche Noah besuchten. Aus den Projektvorschlägen, die bedürftige Kinder unterstützen, fiel unsere Wahl auf diese Einrichtung, die 35 Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen auffängt, sie begleitet, ihnen Essen und Betreuung bietet. Die Leiterin Daniela Florescu führte uns durch die Räumlichkeiten und gab uns Einblicke in eine andere Art von Kindheit. Neben Hausaufgabenhilfe, warmen Mahlzeiten, Möglichkeiten der Körperpflege werden Kinder und auch deren Familien psychologisch betreut, und die Kinder haben einen Ort, an dem sie gerne gemeinsam ihre Freizeit verbringen. Bei unserem Besuch hatten wir das Glück, die Kinder unter Anleitung eines orthodoxen Pfarrers beim Singen von traditionellen Colinde (Weihnachtsliedern) anzutreffen. Für uns wiederholten sie folgsam einige bereits geübte Lieder, waren sehr freundlich und machten auch gerne ein Foto mit uns. Wir waren dankbar für den vermittelten Überblick und so übergaben wir unsere Spende von 500 Euro sehr gerne und hoffen, dass unser kleiner Beitrag die nächsten Einkäufe oder Bedarfe abdeckt. Weiteres Potential zum Helfen ist vorhanden, so würde beispielsweise Kinderkleidung der Einrichtung und damit den Kindern sehr helfen. Wir danken den ehrenamtlichen Helfern, die den Alltagsbetrieb und die Heimaufgaben meistern, und Frau Florescu für den Blick hinter die Kulissen. Sie nahm sich auch Zeit, uns die weiterführende Schule in Heltau zu zeigen. Wir wünschen den Betreibern der Kindertagesstätte weiterhin ein erfolgreiches Arbeiten und den Kindern viele sorgenfrei Stunden in der Arche Noah. Den eindrucksvollen Tag ließen wir gemütlich auf dem Hermannstädter Weihnachtsmarkt ausklingen.Spendenübergabe der Kreisgruppe Schorndorf an die ...Spendenübergabe der Kreisgruppe Schorndorf an die Kindertagesstätte in Heltau. Foto: Christian Drăghici Am nächsten Tag hieß es dann früh aufstehen, denn unser nächstes Ziel lag in Hetzeldorf. Hier betreibt der Evangelische Diakonieverein Mediasch ein Altenheim für Siebenbürger Sachsen. Dieses Projekt wurde uns von bekannten Unterstützern ans Herz gelegt und so waren wir bereits im Vorfeld auf die Hof- und Lebensgemeinschaft für Senioren sehr gespannt, die in Rumänien ohne familiäre und soziale Einbindung geblieben sind. Bei unserer Ankunft war der Zweck unseres Besuches den Mitarbeitern des Heims noch nicht ganz klar und so wurden sehr spontan die mobilen Heimbewohner in den Speisesaal gebeten. Hier beäugten wir uns gegenseitig neugierig, bis ein Bewohner seine Mundharmonika auspackte. Dann sangen wir erstmal einige Lieder und wünschten uns spätestens beim Hontertstroch ein Textbüchlein herbei. Die Rührung in unseren Reihen war groß, die Taschentücher wurden ausgepackt und das erste Eis war gebrochen. Einzelne Grüppchen erzählten, wenn auch manchmal auf Umwegen, denn mangelnde Hörgeräte und vielleicht auch persönliche Eigenarten gaben den Gesprächen auch mal amüsante Wendungen. Wir freuten uns auf das Eintreffen von Ursula Juga-Pintican, der Vorsitzenden des Diakonievereins Mediasch, die uns mit Fakten versorgte und uns von den Herausforderungen des Heimes berichtete. So können auf den drei miteinander verbundenen Sachsenhöfen 30 Bewohner untergebracht und betreut werden. Bei unserem Rundgang durch Hof und Stuben konnten wir auch die älteste Bewohnerin mit 92 Jahren kennenlernen. Der landwirtschaftliche Betrieb in den Gärten und Ställen trägt zur Versorgung der Bewohner bei und schafft Beschäftigungsmöglichkeiten für die Rüstigen. So lernten wir einen Bewohner kennen, der sein Herz den Tieren verschrieben hat und tatkräftig bei deren Versorgung mithilft. Diese Versorgung ist für den Betrieb sehr wichtig, denn die Renten und Beiträge der Bewohner reichen nicht zur Kostendeckung – der Diakonieverein ist daher auf Spendengelder angewiesen. Mit unserem Beitrag von 1000 Euro konnten wir hoffentlich ein kleineres Finanzloch stopfen und wünschen dem gut organisierten Heimbetrieb weiterhin ein gutes Gelingen. Auch diese Station hat uns sehr bewegt und uns gezeigt, wie wichtig es ist, sich umeinander zu kümmern.

Auf der Rückfahrt nach Hermannstadt konnten wir als Vorstandsgemeinschaft mehr voneinander erfahren und eine gute Zeit miteinander verbringen. Den Sonntag nutzen wir, um Hermannstadt etwas besser kennenzulernen. Während einer Stadtführung erfuhren wir viel Interessantes aus der Geschichte der Stadt und Aktuelles aus der gegenwärtigen Entwicklung. Viel zu schnell war das Wochenende vorbei und der Flieger brachte uns wieder zufrieden zurück in unseren eigenen Alltag.

Sollten Sie weitere Informationen zu diesen diakonischen Projekten wünschen, dann sprechen Sie uns an. Wir vermitteln gerne auch die entsprechenden Kontakte.

S. Mai

Schlagwörter: Schorndorf, Spendenaktion, Soziales, Heltau, Kinder

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