6. Juli 2006

Kronenfest in Herzogenaurach: Vielfalt und Farbenpracht der Trachten

Zahlreiche Besucher waren am 25. Juni nach Herzogenaurach gekommen, um dort zusammen mit der Siebenbürgischen Volkstanzgruppe bei kaiserlichem Wetter das traditionelle Kronenfest zu feiern. Mehrere Trachten- und Volkstanzgruppen, darunter viele Kinder und Jugendliche, eröffneten das Fest mit einem fröhlichen Aufmarsch unter dem Kronenbaum, angeführt von Katharina Ziegler und Christian Klein, Mitglieder der Jugendtanzgruppe Herzogenaurach.
Die Vielfalt und Farbenpracht der Trachten war überwältigend. Dem Besucher bot sich ein wunderschönes Bild siebenbürgischer, fränkischer, schlesischer und Egerländer Trachten sowie mittelalterliche Kostüme, getragen von Mitgliedern des Heimatvereins Herzogenaurach. Unter dem Kronenbaum begrüßte der Vorsitzende der Tanzgruppe Herzogenaurach, Gerhard Berner, die Teilnehmer und Ehrengäste auf das Herzlichste. In Anlehnung an das diesjährige Motto des Heimattages in Dinkelsbühl stand auch das Kronenfest unter dem Leitspruch "Zukunft braucht Hoffnung". Das bewies die Vielzahl der jungen Trachtenträger und Tänzer an diesem Tag.

Kinder und Jugendliche beim Aufmarsch unter der Krone. Foto: Brigitte Berner
Kinder und Jugendliche beim Aufmarsch unter der Krone. Foto: Brigitte Berner

Heuer wurde das Kronenfest zum ersten Mal mit einer kirchlichen Andacht verknüpft, denn in Siebenbürgen gehörten Kronenfest und Gottesdienst eng zusammen. Die Andacht hielt der aus Siebenbürgen stammende Pfarrer Georg Felmer. Die beiden gesungenen Lieder begleitete ein eigens für diesen Anlass zusammengestellter Posaunenchor, bestehend aus Teilnehmern der Kinder- und Jugendtanzgruppe Herzogenaurach, unter der Leitung von Hans-Werner Krempels.

Zu den mitwirkenden Gruppen gehörten in diesem Jahr: die Kindertanzgruppe der Siebenbürger Sachsen Nürnberg (Leitung: Annette Folkendt), die Kinder- und Jugendgruppe der Siebenbürgischen Volkstanzgruppe Herzogenaurach (Leitung: Gerhard Berner und Brigitte Krempels), die Seebesgründer Trachtengruppe aus Großenseebach (Leitung: Inge Pinder und Cecilia Paulus), die Volkstanzgruppe Oberreichenbach (Leitung: Marie Hetzar), die Alzener Tanzgruppe (Leitung: Heidi und Martin Mehburger), die Tanzgruppe Ingolstadt (Leitung: Gerda Knall), in schlesischer Tracht aus dem Riesengebirge die Schlesische Spinnstube Herzogenaurach (Leitung: Karl Broda), die Egerländer Gmoi (Leitung: H. Lippert), der Heimatverein Herzogenaurach (Leitung: Klaus-Peter Gäbelein). Für die musikalische Untermalung sorgte auch in diesem Jahr in gewohnt beschwingter Weise die Siebenbürgische Blaskapelle Nürnberg unter der Leitung von Hans Welther und Richard Taub.

Unter den Ehrengästen wurden begrüßt: Stefan Müller, Mitglied des Deutschen Bundestages, Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Arbeit und Soziales, der Landrat des Kreises Erlangen Höchstadt, Eberhard Irlinger, der erste Bürgermeister der Stadt Herzogenaurach, Hans Lang, die ersten Bürgermeister der benachbarten Gemeinden Weisendorf und Großenseebach, Armin Stürmer und Bernhard Seeberger, Fraktionsmitglieder im Stadtrat Herzogenaurach, Karin Wittenzellner-Zollhöfer vom Kulturamt Herzogenaurach, Klaus-Peter Gäbelein, Vorsitzender des Heimatvereins Herzogenaurach, Herren vom Präsidium der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach, Doris Hutter, stellvertretende Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Inge Alzner, Vorsitzende der Kreisgruppe Nürnberg-Fürth-Erlangen, Michael Orend, Kulturreferent der Kreisgruppe, Pfarrer Georg Felmer, Johann Imrich aus dem Vorstand des Verbandes der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften in Deutschland, Wolfgang Emrich, Vorstand des Vereins der Obereidischer, sowie Redakteure der Zeitungen "Nordbayerische Nachrichten", "Fränkischer Tag" und "Blauer Kurier".

Es folgten Grußworte einiger Ehrengäste. Bundestagsmitglied Stefan Müller war sehr beeindruckt, dass bei so herrlichem Wetter und trotz Fußball-Weltmeisterschaft so viele Gäste der Einladung der Tanzgruppe gefolgt waren, um am Weihersbach gemeinsam zu feiern. Er betonte, dass nicht nur das Tragen von Schwarz-Rot-Gold bei den vielen Spielen oder die Fähnchen an den Autos, sondern auch das Tragen dieser wunderschönen Trachten einen ausgeprägten Patriotismus zeige.

"Ihr Volkstum und Ihre Bräuche sind eine Bereicherung für die hiesige Gesellschaft, in die Sie sich durch Ihr Engagement längst integrieren konnten. Sie bauen Brücken für ein gutes Für- und Miteinander", erklärte Landrat Eberhard Irlinger in seinem Grußwort.

Bürgermeister Hans Lang pflichtete ihm bei. Die Siebenbürger, die vor Jahrzehnten nach Herzogenaurach gekommen seien, hätten nicht in Trauer zurückgeschaut, sondern mit Tatkraft in die Zukunft geblickt. Sie engagierten sich in vielen Bereichen des öffentlichen und politischen Lebens. Das Kronenfest, in diesem Jahr zum siebenten Mal veranstaltet, sei mittlerweile ein fester Bestandteil des sommerlichen Fest- und Kulturprogramms in Herzogenaurach. Mit "Glück auf der Siebenbürger Tanzgruppe in Herzogenaurach" beendete er seine Grußworte.

Inge Alzner machte die volle Akzeptanz und Integration der Aussiedler in Deutschland anhand eines aktuellen Vergleiches deutlich: So wie die Fußballer Miroslav Klose und Lukas Podolski als Aussiedler aus Oberschlesien in die Gemeinschaft eingeliedert seien, fühlten sich auch die Siebenbürger integriert, und man zeige ihnen, dass sie herzlich willkommen seien.

Höhepunkt des Kronenfestes war das Erklimmen des Kronenbaumes durch den Altknecht. Diese Ehre hatte auch schon zum vierten Mal Matthias Berner von der Jugendtanzgruppe Herzogenaurach. In seiner Rede dankte er den Bauern, dass sie das Feld so tüchtig bestellt haben, und bat um gutes Wetter und eine reiche Ernte. Aus der Krone warf er den Kindern reichlich Süßigkeiten zu. Abschließend wünschte er aus der Höhe auch der deutschen Nationalmannschaft viel Erfolg bei den nächsten Spielen und dass sie beim Endspiel in Berlin als Sieger hervorgehen. Nach dem Abstieg tanzte er den Ehrenwalzer mit der diesjährigen "Altmagd" Eveline Römer. Mit dem "Kieler Sprotten", getanzt von allen Trachtenträgern, wurde der erste Teil des kulturellen Programms beendet. Auf der Bühne im Weihersbach zeigten die Gruppen dann ihr tänzerisches Können. Durch diesen Teil des Programms führten Eveline Römer und Matthias Berner. Im Anschluss tanzten die Gäste zu den Klängen der Blaskapelle. Für das leibliche Wohl wurde reichlich mit siebenbürgischen Köstlichkeiten und kühlem Bier vom Fass gesorgt.

Für das gute Gelingen des Kronenfestes setzten sich zahlreiche Helfer ein, bei denen die Tanzgruppe sich auf diesem Wege herzlich bedankt. Ein großes Dankeschön auch an die zahlreichen Trachtenträger, die uns trotz Hitze mit ihren prächtigen Trachten erfreuten, sowie an alle Gäste, die gerne mitfeiern.

Brigitte Berner und Gerlinde Gross

Schlagwörter: Kronenfest, Brauchtum

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