14. Januar 2007

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Weihnachtsfeiern im Großraum Nürnberg

Für die Landsleute der Kreisgruppe Nürnberg stand der Jahresabschluss im Zeichen des besinnlichen Zusammenkommens, aber auch des beschwingten Feierns und Tanzens. Unsere zahlreichen Gruppen, Formationen und Nachbarschaften nutzten wieder viele Möglichkeiten der aktiven Beteiligung am gemeinschaftlichen Leben.
Die Nachbarschaft Erlangen eröffnete den Reigen mit einer Adventsfeier mit Seniorenkaffee sowie mit der Nikolausfeier mit Kinderbescherung. Ferner fand die Weihnachtsfeier der Nösner statt. Nach dem großen Weihnachtsgottesdienst der Kreisgruppe in St. Sebald luden die Fürther Nachbarschaft, dann unsere Schwabacher Freunde und schließlich die Kindertanzgruppe zur Weihnachtsfeier ein. Berichte über diese Veranstaltungen lesen Sie auf dieser Seite. Zudem fanden die Feiern der Nürnberger Frauengruppen, der Herzogenauracher und der Eibacher Nachbarschaft statt. Der traditionelle Weihnachtsball der Kreisgruppe (diesmal bestens organisiert von unseren Herzogenauracher Freunden) und ein Silvesterball in Schwabach rundeten die landsmannschaftlichen Unternehmungen des Jahres 2006 versöhnlich ab. Der Vorstand der Kreisgruppe wünscht allen Landsleuten und Freunden der Siebenbürger Sachsen ein von Gott reich gesegnetes und hoffentlich friedliches neues Jahr 2007!

Nösner Weihnacht

Am 9. Dezember feierte die Nösner Nachbarschaft ihr Weihnachtsfest im St. Bernhard Saal in Nürnberg. 115 Nösner und Freunde der Nösner folgten der Einladung von Annemarie Wagner. Die Feier wurde musikalisch gestaltet von Eiko Hönig und durch eine Gesangseinlage von Kevin Frühwald (9 Jahre) aufgelockert. Annemarie Wagner las Weihnachtsgeschichten vor, bedankte sich bei vielen fleißigen Helfern und teilte kleine Geschenke aus. Die Gäste sangen Weihnachtslieder und ließen sich mit siebenbürgisch-rumänischen Spezialitäten verwöhnen.

Nösner Weihnacht 2006 in Nürnberg. Foto: Annemarie Wagner
Nösner Weihnacht 2006 in Nürnberg. Foto: Annemarie Wagner

Im Mittelpunkt der Feier stand der von einigen Mitgliedern der Nachbarschaft gebastelte „Lichtert“. Die Nösner ließen einen alten siebenbürgischen Weihnachtsbrauch aufleben. Die Jüngeren unter den Gästen wurden neugierig und fragten ehemalige „Lichtertträger“ nach ihren Erinnerungen an diesen alten Brauch. Maria Böhm aus Petersdorf erzählte: „Der Lichtert spielte in Petersdorf, wie auch in anderen Gemeinden Siebenbürgens, zu Weihnachten eine wichtige Rolle. Vier mit Papierblumen, Girlanden und Kerzen geschmückte Holzgestelle wurden am 1. Weihnachtsfeiertag in die Frühmette von den zwei klassenbesten Knaben und den zwei klassenbesten Mädchen in die Kirche getragen. Die Kinder gingen zwischen den Bankreihen durch das Kirchenschiff zum Chor, anschließend ging ein Junge mit dem Lichtert zur Orgel, der andere Junge blieb mit seinem Lichtert unten im Kirchenchor, ein Mädchen trug den dritten Lichtert auf die rechte Empore und die andere Schülerin ihren Lichtert auf die linke Empore. Nachdem alle ihre Plätze eingenommen hatten, sang die Schuljugend im Wechselgesang das Lied ‚Lob des Höchsten‘. Die Gruppe des ältesten Knaben sang ‚Kommt zusammen Christi Glieder‘, die zweite Gruppe ‚Engel steigen jetzt hernieder‘, die Gruppe des ältesten Mädchens sang ‚Kündige Euch etwas an‘ und die zweite Mädchengruppe ‚Was Euch ewig freuen kann‘. Abwechselnd sang die Gemeinde je zwei Strophen von dem Lied ‚Lobt Gott, ihr Christen freuet Euch‘. Nach Beendigung des vierteiligen Chorals gingen die Kinder aus dem oberen Bereich wieder zu dem Knaben im Kirchenchor und stellten die vier Lichtert am Altar ab. Diese blieben bis Heiligdreikönig in der Kirche stehen.“ Hier, in unserer neuen Heimat, konnte der Lichtert am folgenden Tag im siebenbürgisch-sächsischen Weihnachtsgottesdienst in der Sebalduskirche zu Nürnberg bewundert werden. Zum Ausklang der Feier sangen einige Gäste das Lied „Kommt zusammen Christi Glieder“. Anne Wagner wünschte allen ein besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes, zufriedenes Jahr 2007.

Hildegard Steger


St. Sebald: „Als die Zeit erfüllt war“

„Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn.“ Diese Botschaft aus Galater 4 stand im Zentrum der großen Vorweihnachtsfeier der Kreisgruppe Nürnberg am zweiten Adventssonntag in der Sebaldus-Kirche.

Der größte siebenbürgische Weihnachtsgottesdienst in Deutschland wird jedes Jahr in St. Sebald in Nürnberg gefeiert. 2006 waren allein 200 Kinder dabei.
Der größte siebenbürgische Weihnachtsgottesdienst in Deutschland wird jedes Jahr in St. Sebald in Nürnberg gefeiert. 2006 waren allein 200 Kinder dabei.

Aus dem großen Nürnberger Raum kamen sie, die vielen erwartungsfrohen Kinder (mehr als 200), ihre Eltern und Großeltern, unsere treuen Landsleute und Freunde der Siebenbürger Sachsen und, zum ersten Mal bei uns und zusammen mit allen Anwesenden liebevoll begrüßt durch unsere Kreisgruppenvorsitzende Inge Alzner, Pfarrerin Marianne Grajer-Hechtel aus dem westmittelfränkischen Emskirchen. Sie und unsere Kinder setzten die Akzente. Ihr leitmotivisch vorgetragener Satz „Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn“, er begleitet uns, verleiht uns Kraft, Zuversicht, Dankbarkeit. Pfarrerin Grajer-Hechtel wirkte wie ein Urgestein mit ihrem siebenbürgisch-sächsisch-fränkischen familiären Hintergrund, mit dem Aufdecken von in uns schlummernden Energien von Flüchtlingen bzw. Aussiedlern, die sich den neuen Aufgaben stellen und gleichzeitig in unserer so komplexen modernen Welt nicht vergessen, dass in jedem von uns ein Schatz an Erinnerungen und Erfahrungen ruht, die uns getrost nach vorne blicken lassen. Unser wirkliches Land des Segens betreten wir da, wo wir Gottes Kind antreffen. Schon an diesem zweiten Advent war das Kind, waren die Kinder, das größte Geschenk unseres Lebens, da. Völlig unaufdringlich von Annette Folkendt geleitet, haben sie gesungen, Advents- und Weihnachtsgedichte vorgetragen, herzerwärmend, sie haben gewartet, sie wurden beschenkt. Danke, Frau Grajer-Hechtel, danke Annette Folkendt, Inge Alzner, Kantor Christoph Müller, Johann Lindert, danke allen, die uns auch diesmal helfend und mitfeiernd begleitet haben.

Horst Göbbel


Weihnachtsfeier der Fürther Nachbarschaft

Zum Bersten voll war der große Saal im Martin-Luther-Heim in Fürth am 14. Dezember. Rund 280 Besucher wollten die traditionelle Feier gemeinsam erleben. Fleißige Chormitglieder hatten die Tische bereitgestellt, mit Tannengrün, Nüssen, Plätzchen, Sternen und Kerzen stimmungsvoll zur Weihnachtszeit geschmückt. Nachbarschaftsmutter Rosel Potoradi begrüßte alle recht herzlich und namentlich Pfarrer Hans-Jürgen Johnke von der Sankt-Paul-Kirche Fürth, der mit zu Herzen gehenden Worten den Bibeltext aus dem Lukasevangelium „Steht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht“ auslegte. Danach erklang eine Sonate von Antonio Vivaldi, am Klavier begleitete Kantorin i.R. Luise Leikam die junge Blockflötenspielerin Hanna Gugel, die alle erfreute.

Beim Kaffeetrinken, zu dem guter Nussstriezel gereicht wurde, gab es Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Ein schönes Bild bot später der 50-köpfige Fürther Chor unter der Leitung von Reinhold Schneider. Es erklangen in vierstimmigen Sätzen die Lieder „Advent ist heute“, „Als die Welt verloren“, „Die wunderbare Kunde“ und „Heilige Nacht“. Eingebettet in die frommen Weisen waren Gedichtvorträge von Katharina Schuller, Susanne Sift, Maria Bock, Maria Schuller, Regina Ordosch und Rosel Potoradi. Mit dem Liedvers „Seht, die gute Zeit ist nah / Gott kommt auf die Erde / kommt und ist für alle da / kommt, dass Friede werde“ wurden die sieben Engelkinder begrüßt, die mit ihren Weihnachtsgedichten, Liedern und dem Blockflötenspiel Freude bereiteten. Die beflügelten Kinder Kathrin Kepp, Frank und Katharina Theil, Anna Endörfer, Vanessa und Alexandra Bürger sowie Andreas Morth schwebten durch den Saal und verteilten Textblätter für das gemeinsame Singen, das Kantorin Luise Leikam meisterhaft auf dem Klavier begleitete. Mit herzlichen Glückwünschen für die Festtage trennte man sich, im Herzen die Freude darüber, dass man wohltuende Gemeinschaft erlebt hatte. Allen, die zum Gelingen dieser Weihnachtsfeier beigetragen haben, gilt herzlicher Dank.

Rosel Potoradi


Weihnachtsfeier in Schwabach

Nachbarmutter Roswitha Kepp aus Schwabach begrüßte am 17. Dezember zahlreiche Gäste zur Weihnachtsfeier der Nachbarschaft Schwabach. Frau Kepp übermittelte Genesungswünsche an Pfarrer Kraus, der aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte. Die Kinder standen im Mittelpunkt dieses mit viel Liebe und Engagement vorbereiteten Festes. Die jungen Darsteller kamen diesmal als Engel zu uns, sangen Lieder, trugen Gedichte vor und verkündeten in dem Krippenspiel die Geburt Jesu. Um ihre Darbietungen so gekonnt vorführen zu können, hatten Angela und Evelyn Thiess, Julia und Jana Mumm, Kathrin Kepp, Sonja Schmalz, Corinna Bogatscher, Denis Thiess, Anna Endörfer, Katharina und Frank Theil schon Wochen vorher geprobt. Ein herzliches Dankeschön ging von der Nachbarmutter an die Eltern, die sich die Zeit genommen haben, ihre Kinder zum Mitmachen zu animieren und sie zu den Proben zu fahren. Bei leckerem selbstgebackenem Kuchen und Kaffee verbrachten die Gäste einen gemütlichen Nachmittag. Viele bekannte Weihnachtslieder, wurden im Laufe des Nachmittags gesungen. Besonders beeindruckten die selbst gebastelten „Engel“ als Tischdekoration. Die Kreisgruppenvorsitzende Inge Alzner lobte in ihrer Ansprache besonders die Gemeinschaft in der Nachbarschaft Schwabach. Sie überreichte die Weihnachtspäckchen an die ca. 30 anwesenden Kinder und wünschte allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr. Frau Kepp richtete am Schluss der Veranstaltung Dankesworte an die vielen engagierten Helfer, besonders an Michael Mantsch, Kassenwart, Hans Schuster, Schriftführer, und Mathias Schmalz für die Pflege der Internetseiten, sowie an Johanna Mantsch und Johanna Schuster für ihren Einsatz bei den monatlichen Treffen im Klinggraben. Sie wünschte allen gesegnete Weihnachten und ein gesundes neues Jahr 2007.

Inge Alzner



Adventsfeier der Kindertanzgruppe Nürnberg

18. Dezember 2006. Es war schon dunkel. Kinder tummelten sich um die festlich geschmückten Tische. Die Kerzen verbreiteten ihr angenehm warmes Licht: Adventzeit. „Voriges Jahr war auch der Nikolaus zu Besuch“, erinnerte sich eines der Kinder“. „Ob er auch dieses Jahr wieder kommt?“, fragte sich ein anderes. Erwartungsvoll saßen Kinder, Eltern und auch manche Großeltern um die Tische. Annette Folkendt, Leiterin der Kindertanzgruppe, hieß alle herzlich willkommen. In diesem Jahr begrüßte sie als besonderen Gast Pfarrer Geisler, daneben auch Inge Alzner, Vorsitzende der Kreisgruppe Nürnberg. In dieser besinnlichen Zeit wollte die Gruppe auch rückblicken auf die Aktivitäten dieses Jahres. Die Kindertanzgruppe hatte zehn Auftritte und Exkursionen. Anschließend waren die Engel, Hirten und Wirten dran mit dem Krippenspiel „Engel verkünden die Geburt Jesu“. Die Kindergruppe aus Schwabach und Umgebung unter der Leitung von Roswitha Kepp war zu Gast. Auch die Engel hatten Grund zur Freude, war doch bis zur Verkündung kaum etwas los im Himmel. Wie groß das Glück sein kann, beschenkt zu werden, ohne einen langen Wunschzettel an den Weihnachtsmann gerichtet zu haben, zeigte die Geschichte „Lisa und das geheimnisvolle Weihnachtsgeschenk“, die von der Autorin Jennifer Pisaltu (13) vorgelesen wurde. Zufriedenheit strahlten auch die Gesichter der Eltern aus, die sich bei Annette Folkendt für ihre Mühe und Arbeit im Umgang mit den Kindern bedankten. Aber was könnte bewegender sein als die strahlenden Kindergesichter, während sie den Eltern Blumen schenkten als Dank für ihre Geduld und ihren Aufwand. Nur der Nikolaus ließ sich dieses Jahr brieflich entschuldigen. Er konnte nicht persönlich dabei sein, waren doch seine Stiefel vom letzten Erdenbesuch so abgetreten, dass er sich keinen zweiten Besuch leisten konnte. Kommissarisch übernahm die Assistentin Alexandra Loukas die Bescherung und überreichte den Kindern ein kleines Geschenk. Mit Plätzchen und Kinderpunsch klang der gelungene Abend aus. Herzlichen Dank, Annette!

Hans Kepp


Fürther Chor gestaltet Weihnachtsgottesdienst

Es ist nun schon zur Tradition geworden, dass der Fürther Chor der Siebenbürger Sachsen unter der Leitung von Reinhold Schneider am 2. Weihnachtstag den Gottesdienst in der St.-Paulskirche/Fürth musikalisch umrahmt. Pfarrer Hans-Jürgen Johnke schlug vor, der Feier eine weitere siebenbürgisch-sächsische Note hinzuzufügen. Das Weihnachtsevangelium nach Lukas solle heuer in Mundart vorgetragen werden. Seine Argumentation: Er höre die Chormitglieder vor und nach den Proben im Martin-Luther-Gemeindehaus immer Mundart sprechen, das Siebenbürgische solle deshalb nun auch in der Kirche erklingen. So kam es, dass Rosel Potoradi und Reinhold Schneider die Weihnachtsgeschichte abwechselnd in Mundart vortrugen, was bei den zahlreichen Gottesdienstbesuchern in offene Herzen fiel. Pfarrer Johnke hielt eine ergreifende Predigt, welcher das Lied „Es ist ein Ros entsprungen“ zu Grunde lag. An der Orgel erfreute die Gottesdienstteilnehmer Kantorin Elisabeth Lachenmayr, und vom Fürther Chor erklangen, eingebaut in die Liturgie, die vierstimmigen Chöre „Als die Welt verloren“, „Die wunderbare Kunde“, „Heilige Nacht“ und „O Herr, gib Frieden“. Dieser erbauende Gottesdienst schenkte vielen Kraft und Freude.

Rosel Potoradi

(gedruckte Ausgabe: siebenbürgische Zeitung, Folge 1 vom 15. Januar 2007, Seite 13)

Schlagwörter: Weihnachtsfeiern

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