19. Juli 2007

Erfolgreiches Kronenfest in Herzogenaurach

Die Siebenbürgische Volkstanzgruppe Herzogenaurach hatte für den 24. Juni zum traditionellen Kronenfest eingeladen. Zahlreiche Besucher und das schöne Wetter bescherten dem Fest auch in diesem Jahr einen großen Erfolg. Es begann mit einem Gottesdienst, gehalten von Pfarrer Georg Felmer und musikalisch begleitet von einem Posaunenchor, bestehend aus Teilnehmern der von von Tobias Krempels geleiteten Kinder- und Jugendtanzgruppe Herzogenaurach.
Wie Pfarrer Georg Felmer betonte, sei diese Andacht ein neuerlicher Beleg, „wie sich in unserer siebenbürgischen Tradition Brauchtum und christlicher Glaube zu einer Einheit verknüpfen und unsere Herkunft in ihrer Ganzheitlichkeit darstellen“.

Siebenbürger, Banater, Schlesier, Franken, darunter viele Kinder und Jugendliche, eröffneten den festlichen Teil mit einem Aufmarsch unter der Krone. Dem Besucher bot sich ein wunderschönes Bild schmucker Trachten. Gerhard Berner, der Vorsitzende der Tanzgruppe Herzogenaurach, begrüßte die Teilnehmer und Ehrengäste auf das Herzlichste. Das Kronenfest, das in Herzogenaurach heuer zum achten Mal gefeiert wurde, stand unter dem gleichen Motto wie der diesjährige Heimattag: „Wir in Europa“.
Kindertanzgruppe Nürnberg beim Aufmarsch unter ...
Kindertanzgruppe Nürnberg beim Aufmarsch unter der Krone in Herzogenaurach. Foto: Uwe Gehlmann
Zu den mitwirkenden Gruppen gehörten: die Kindertanzgruppe der Siebenbürger Sachsen Nürnberg (Leitung: Annette Folkendt), die Banater Kindertrachtengruppe Nürnberg (Leitung: Elke Anselm), die Kindertanzgruppe der Siebenbürgischen Volkstanzgruppe Herzogenaurach (Leitung: Gerhard Berner und Reinhold Burkart), die Jugendgruppe der Siebenbürgischen Volkstanzgruppe Herzogenaurach (Leitung: Hans Schobel und Brigitte Krempels), die Volkstanzgruppe Oberreichenbach (Leitung: Marie Hetzar), die Volkstanzfreunde Frauenaurach (Leitung: Oskar Donhauser), die Tanzgruppe der Siebenbürger Sachsen Nürnberg (Leitung: Johann Schuster und Roswitha Bartel), die Alzener Tanzgruppe (Leitung: Heidi und Martin Mehburger), in schlesischer Tracht aus dem Riesengebirge die Schlesische Spinnstube Herzogenaurach (Leitung: Karl Broda). Musikalisch begleitet wurde das Kronenfest auch in diesem Jahr von der Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg unter der Leitung von Hans Welther und Richard Taub.

Unter den Ehrengästen wurden begrüßt: die Bundestagsabgeordneten Stefan Müller (CSU) und Jörg Rohde (FDP), die CSU-Landtagsabgeordnete Christa Matschl, der Landrat des Kreises Erlangen-Höchstadt, Eberhard Irlinger, die dritte Bürgermeisterin der Stadt Herzogenaurach, Doris Wüstner, die Bürgermeister der benachbarten Gemeinden Weisendorf und Röttenbach, Armin Stürmer und Richard Schleicher, Damen und Herren der Fraktionen im Stadtrat Herzogenaurach, Günther Rath, der Vorsitzende des Heimatvereins Weisendorf, Peter Persin vom Präsidium der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach, Eike Haenel, BdV-Vorsitzender Erlangen, Johann Werner Henning, BdV- und UdV-Vorsitzender Nürnberg, Helmine Buchsbaum, die Vorsitzende des Kreisverbandes Nürnberg der Landsmannschaft der Banater Schwaben und CSU-Stadträtin in Nürnberg, Pfarrer Georg Felmer, seitens der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland die stellvertretende Bundesvorsitzende und Kulturreferentin der Landesgruppe Bayern, Doris Hutter, und die Vorsitzende der Kreisgruppe Nürnberg, Inge Alzner, unter den Pressevertretern Redakteure der Zeitungen Nordbayerische Nachrichten, Fränkischer Tag und Blauer Kurier.

Es folgten Grußworte einiger Ehrengäste. Stefan Müller betonte, dass Europa nicht zusammenwachse, wenn nur Regierungen miteinander kooperierten. Die Völker selbst müssten sich vereinen. Die Tanzgruppe Herzogenaurach leiste zu dieser Völkerverständigung einen wesentlichen Beitrag. Das Kronenfest sei eine Bereicherung des fränkischen Brauchtums. Müller zeigte sich von dem zahlreichen Nachwuchs beeindruckt und lobte die tolle Arbeit der Gruppe. Für Jörg Rohde, war es der erste Besuch des Kronenfestes. Er lobte die gute Integrationsarbeit der Tanzgruppe für ein gemeinsames Europa und stellte besonders das Wir-Gefühl in den Vordergrund.

Christa Matschl freute sich besonders, dass auch fränkische Gruppen am Kronenfest teilnahmen. Dies fördere die Suche nach gemeinsamen Wurzeln und das Zusammenwachsen Europas. Eberhard Irlinger, der seit Anbeginn des Kronenfestes in Herzogenaurach immer wieder gerne der Einladung der Tanzgruppe folgt, stellte bewundernd fest, dass die Siebenbürger es schaffen, ihre Existenz zu finden, indem sie aus der Gemeinschaft Kraft schöpften und sich in der neuen Heimat integrierten. Das Kronenfest sei ein unverzichtbarer Beitrag zum lokalen kulturellen Leben. Mit Europa kämen die Siebenbürger Sachsen der alten Heimat wieder ein Stück näher. Doris Wüstner sprach im Namen aller Herzogenauracher ihre große Anerkennung für dieses schöne Fest aus. Es sei eine Bereicherung des sommerlichen Kulturlebens in Herzogenaurach.

In Vertretung des Landesvorsitzenden Dr. Bernd Fabritius ging Doris Hutter auf das Motto „Wir in Europa“ näher ein. Dabei legte sie die Betonung auf das „Wir“, denn in Europa seien die Siebenbürger immer schon gewesen. Hutter unterstrich, dass Mitbürger, die Stadtverwaltung und Politiker das Kronenfest bereitwillig unterstützten und es wie die teilnehmenden Landsleute von nah und fern bereicherten. Sie dankte den vielen fleißigen Helfern, engagierten Brauchtumspflegern, Organisatoren, und lobte besonders die tatkräftige Jugend unter der Leitung von Hans Schobel.

Inge Alzner bedankte sich bei allen Gästen für die Teilnahme am Kronenfest. Sie unterstützten damit die siebenbürgische Kultur und zeigten sich verbunden mit der siebenbürgisch-sächsischen Sache. Alzner zeigte sich beeindruckt von der Vielzahl der Vertreter des öffentlichen Lebens und den Herzogenaurachern, die gerne an diesem Fest teilnehmen. Durch ihre Arbeit leisteten die Siebenbürger Sachsen, die sich sowohl zur deutschen Kultur als auch zu ihrer Rolle als Brückenbauer zwischen Ost und West bekennen, einen wichtigen Beitrag zur europäischen Völkerverständigung.

Der Höhepunkt des Kronenfestes ist das Erklimmen des Kronenbaumes durch den Altknecht. Diese Ehre hatte der 15-jährige Martin Klein von der Jugendtanzgruppe Herzogenaurach. In seiner Ansprache dankte er den Bauern, dass sie die Felder so tüchtig bestellt haben, und bat um gutes Wetter und eine reiche Ernte. Die Krone steht als Sinnbild der Sonne zugleich für das Wachsen und Reifen. Aus der Krone warf er den Kindern reichlich Süßigkeiten zu. Nach dem Abstieg eröffnete er mit der diesjährigen „Altmagd“ Silvia Bunea, 14 Jahre jung und auch Mitglied der Jugendtanzgruppe Herzogenaurach, offiziell den Tanz mit einem Ehrenwalzer. Der erste Teil des kulturellen Programms endete mit der „Kreuzpolka“, getanzt von allen Trachtenträgern. Der zweite Teil umfasste die Tanzvorführungen der teilnehmenden Gruppen. Durch das Programm führte die Jugendtanzgruppe Herzogenaurach. Im Anschluss tanzten die Gäste zu den Klängen der Blaskapelle bis in die späten Abendstunden. Für das leibliche Wohl gab es siebenbürgische Spezialitäten und kühles Bier vom Fass. Die Tanzgruppe bedankt sich auf diesem Wege bei allen Helfern, die zum Gelingen des Kronenfestes beigetragen haben, bei allen Trachtenträgern, die uns mit ihren prächtigen Trachten erfreuten, und auch bei allen Gästen, die mit uns dieses Fest gefeiert haben.

Brigitte Berner

Schlagwörter: Kronenfest, Nürnberg, Brauchtum

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