29. Juli 2014

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Mit Karl dem Großen nach Nürnberg: Empfang für Andreas Otto Weber

Seit dem 1. Mai 2013 ist Privatdozent Dr. Andreas Otto Weber Direktor des Hauses des Deutschen Ostens (HDO) in München. Am 1. Juli 2014 fand ihm zu Ehren im Haus der Heimat (HdH) Nürnberg ein Empfang statt, den er mit dem Vortrag „Karl der Große und das östliche Europa“ schmückte. Nach dem Studium der Geschichte und Geographie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität (TU) München mit den Schwerpunkten Neuere und Neueste Geschichte, Bayerische Landesgeschichte und Kulturgeographie wechselte Weber im Jahr 2000 an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, wo er sich 2008 in den Fächern Bayerische Landesgeschichte, Mittlere und Neuere Geschichte habilitierte (Thema: Nachbarschafts- und Außenpolitik fränkischer Territorien im 16. Jahrhundert). Er gilt als einer der besten Kenner der Geschichte Frankens im Mittelalter und der Neuzeit.
Wie angekündigt, gab die mit viel Kompetenz und klarer Diktion von Dr. Weber vorgetragene Thematik, angereichert durch klug ausgewählte Abbildungen und besonders repräsentative Karten, ein umfassendes Bild über einen gewichtigen und weniger bekannten Aspekt der Herrschaft des großen Frankenkönigs und Kaisers Karls des Großen, eine der bekanntesten Gestalten der europäischen Geschichte. Er vergrößerte das Frankenreich durch zahlreiche Kriege. Nach den Sachsenkriegen (772-804) wurde der Osten Mitteleuropas mit seinen slawischen und awarischen Herrschaftsgebieten zu einem zentralen Politikfeld des Herrschers. Systeme von Bündnissen und Tributpflicht sollten das Reich im Osten sichern. Mit dem Sieg gegen die Awaren 796 war eine Ausweitung der fränkischen Macht in den Donauraum verbunden, der nun von der karolingischen Kultur erfasst wurde.

Dr. Andreas Otto Weber ...Dr. Andreas Otto WeberDer Referent war von Horst Göbbel, dem Vorsitzenden des HdH, eingeführt worden, der betonte: „Herr Dr. Weber ist auch ein Kulturbrückenbauer, ein herausragender, international renommierter Experte für die Geschichte der Weinkultur und der Weinlandschaften in Europa. Zahlreiche Publikationen und Ausstellungen zur Geschichte des Weinbaus und zur vergleichenden Landesgeschichte Bayerns vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert zeugen von seinen Qualitäten.“ Abschließend sagte Göbbel: „Die Beschäftigung mit der bayerisch-böhmischen Geschichte begann schon während seines Studiums. Den Blick der Gesellschaft auf die viele Jahrhunderte alte Geschichte und Kultur der Deutschen in Ost- und Südosteuropa zu lenken und das Wissen um die Leistungen deutscher Heimatvertriebener und Spätaussiedler in der gesamten Bevölkerung lebendig zu erhalten, hält er für seine vorrangigen Aufgaben. Vieles prädestiniert ihn also als Direktor des HDO!“

Als Dr. Weber das HDO und dessen Aufgaben vorstellte, erlebte man ihn als tatkräftigen Leiter und Visionär dieser Institution. Die Zusammenarbeit mit dem HdH funktioniert konzeptionell und personell sehr gut, wie Doris Hutter, Geschäftsleiterin des Vereins HdH, an einigen Beispielen zeigte. Die vielversprechenden Zukunftsaussichten schufen die richtige Stimmung für den Übergang zum geselligen Teil des Abends.

Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von der Sprachschülerin des HdH, Taisiya Yakovenya, die in Samarkand/Usbekistan geboren wurde und in Taschkent studiert hat. Die Pianistin begann mit J. S. Bach und schlug den Bogen zu P. Tschaikowsky. Der anschließende Imbiss gab beste Gelegenheit zu regem Austausch der zahlreichen Gäste. Viele von ihnen sind ehrenamtlich tätig in Vereinen, die mit dem HDO und dem HdH bestens zusammenarbeiten, den Abend also kulturell-gesellschaftlich sichtlich genossen und als vielseitige Bereicherung erlebten. Horst Göbbel brachte es auf den Punkt: „So wie ursprünglich Karl der Große eine reiche Awarenbeute holte, können wir an diesem Abend eine reiche Erkenntnisbeute mitnehmen!“

Doris Hutter

Schlagwörter: HDO, Haus der Heimat, Nürnberg

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