25. Dezember 2016

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Quem pastores laudavere am ersten Weihnachtstag in Alzen

Am 1. Weihnachtstag in der Früh um 6.00 Uhr fand in Alzen nach althergebrachtem Brauch die Christmette mit Quempassingen statt. Die ganze Gemeinde versammelte sich bei Kerzenlicht in der Kirche. Zum Quempassingen gehört der Lichtert.
Der Lichtert ist ein Leuchtergerüst, umwunden mit vier bzw. fünf Reifen mit Wintergrün und Binsenmark. Auf die geschmückten Reifen wurden jeweils vier Kerzen und vier Büschel aus Binsenmark befestigt. Die Büschel waren ca. 10 cm hoch und mit rotem und blauem Glanzpapier umwickelt. An der Lichterspitze wurde die Krone angebracht. Diese bestand aus zwei Fähnchen, ebenfalls aus rotem und blauem Glanzpapier, mit den Anfangsbuchstaben des jeweiligen Lichterthalters und dem Kalenderjahr. Natus-Lichtert: Lichterthalter Franz Schuster und ...Natus-Lichtert: Lichterthalter Franz Schuster und Andreas Schuster 1977 mit Sängergruppe. Foto: Willi Mehburger Lichterthalter waren die vier ältesten Jungen aus der Reihe der Konfirmanden, die sich die Sängergruppe aus der Reihe der restlichen Buben (Klasse 5-8) auswählten. Die Aufgabe der Gruppe war, Binsengras vom Hattert zu holen, die Fähnchen und Binsenmarkbüschel zu fertigen sowie das Quempaslied zu üben. Dies geschah in Absprache mit dem Lichterthalter jeweils in den frühen Abendstunden der Adventszeit. Das Umwinden der Reifen mit Wintergrün und Binsenmark wurde oftmals von der Oma übernommen. Diese gemeinschaftlichen und regelmäßigen Treffen bereiteten immer viel Freude. Die Vorbereitungen zum Quempassingen waren für die Buben ein großes, langersehntes und sehr wichtiges Ereignis in der Adventszeit. Absit-Lichtert: Lichterthalter Hans Tekeser und ...Absit-Lichtert: Lichterthalter Hans Tekeser und Andreas Schuster 1978. Foto: Willi Dengel In der Christmette hatte jeder Lichtert seinen vorgegebenen Platz. Der erste Lichtert (Quempas) hatte seinen Platz vor dem Altar, der zweite (Quibus) und der dritte (Absit) jeweils links und rechts unterhalb der Emporen. Der vierte Lichtert (Natus) stand hinten auf der letzten Bank unter der Orgel. Jede Sängergruppe der vier Lichtert sang im zeilenweisen Wechsel das Quempaslied in Latein und Hochdeutsch. Nach jeder Strophe des Quempasliedes sang die Gemeinde, begleitet von der Orgel, je eine Strophe des Weihnachtsliedes „Süßer die Glocken“. Wenn das Quempaslied bei Kerzenschein im Wechselgesang mit der Gemeinde gesungen wurde, entstand eine einzigartige weihnachtliche Atmosphäre, die jedem in Erinnerung geblieben ist, der das Glück hatte, bei diesem Weihnachtsbrauch dabei zu sein.

Renate Schneider

Schlagwörter: Weihnachten, Lichtert, Alzen

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