24. Dezember 2025

Günther Schuster: Chrästdaochsgedonken af Noasaksesch

Günther Schuster wurde 1960 in Mediasch geboren und verließ seine Heimatstadt schon mit 19 Jahren, blieb ihr aber in vielfältiger Hinsicht verbunden. Seit Gründung der Heimatgemeinschaft Mediasch e.V. war er in verschiedenen Funktionen tätig, etwa als Vorsitzender oder als Redakteur des Mediascher Infoblattes (seit 2001) und des Beiblattes Medwescher Tramiter (seit 2005), der einzigen ­periodisch erscheinenden Publikation in siebenbürgisch-sächsischer Mundart, einer wichtigen Plattform zur Mundartpflege.
Wo bäst tea Chrästdaoch bliwwen?
Wo äs deng hellich Fridden?
Huët dich de Zegt verdriwwen?

Deng Kärzen um verliëschen?
Deng Zūwer schär vergiëssen?
Af’t Eangdergōn versiëssen?

Eas Härzen īnsem wärden
mät Beldern dä än Härden
äm Easänn sen um stärwen.

Wo blēwen de Gedonken,
dä säh’n iwwer de Blonken
de Sänn, diën īwich lonken?

Der Zūwer schengt vergongen,
de Lächter eosgegongen;
Gestorwen det Verlongen?

Nea stoh’ mer viur den Kärzen
und sähn zeräck mät Schmärzen?
Nä! Eas kaon em net eosmärzen!

Lot es zesummeräcken,
uch nō der Wohrhīt säcken;
dron bān mer es noa Bräcken!

Dro kaon de Zegt es matzen
uch es um Puckel kratzen:
Mir sen de Keakelfratzen!

Günther Schuster

Dezember 2025

Schlagwörter: Weihnachten, Gedicht, Mundart, Mediasch

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