28. Mai 2017

Besondere Lebensleistung in Augsburg: Wilhelm E. Roth feierte seinen 80. Geburtstag

Wilhelm E. Roth wurde am 28. Mai 1937 in Kronstadt geboren und feiert nach einer besonderen Lebensleistung in Augsburg seinen 80. Geburtstag. Der „Willi Roth“ hat in seinem bewegten Leben und seinem Wirken nicht nur in Augsburg das Gemeinschaftsleben der Siebenbürger Sachsen mitgestaltet. Roths Elan, Schaffensfreude und -kraft sowie Ideenvielfalt, wenn es um die Traditions- und Brauchtumspflege der Siebenbürger Sachsen mit all ihren Facetten geht, ist beachtlich und bewundernswert.
Der unermüdlich rührige Willi war der Gemeinschaft der Siebenbürger schon in jungen Jahren zugetan. In Kronstadt und im Burzenland begegnete man ihm mit Kamera und Tonbandgerät, um alles festzuhalten, was auf Kulturpflege der Siebenbürger Sachsen schließen ließ. Sein Wirken und Schaffen galt damals schon der Weitergabe an die nächste Generation. Das Interesse, die Geschichte der Siebenbürger Sachsen in Bild und Wort zu dokumentieren und der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, prägte sein Lebenswerk. Er wagte sich schon in den frühen 90er Jahren daran, seine gesammelten Zeitdokumente, u.a. 30 Diaton-Montagen, mit modernster Technik zu bearbeiten und diese und andere Informationen über seine Homepage www.wilhelm-roth.de zugänglich zu machen.
Wilhelm Roth mit seiner Gattin Marianne, die am ...
Wilhelm Roth mit seiner Gattin Marianne, die am 2. April dieses Jahres ebenfalls 80 wurde. Im Hintergrund die vom ihm erstellte Replik der Bronzerelieftafel des Honterusdenkmals in Kronstadt.
In der Kreisgruppe Augsburg wirkte er seit 1983, als er mit seiner Familie aus Kronstadt dort heimisch wurde, von 1990 bis 2007 als Kulturreferent. Für seine Verdienste wurde er 1996 mit dem Silbernen und 2005 mit dem Goldenen Ehrenwappen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen geehrt. In diese Zeit fällt seine akribische Wiedererstellung der geraubten Bronzerelieftafel des Honterus-Denkmals vor der Schwarzen Kirche in Kronstadt, ursprünglich erstellt vom Berliner Bildhauer Harro Magnussen im Jahre 1898.

Mundartdichtertreffen, bundesweite Ausstellungen zu verschiedenen Themen und die 1990 am Bukowina-Institut Augsburg gegründete Vortragsreihe „Die Deutschen im Osten“, später im Rahmen der Kreisgruppe unter dem Titel „Verständnis füreinander“, wurden bis 2007 von ihm geleitet. Im März 2011 folgte im Rahmen der Sitzung des Gesamtvorstandes des Landesverbandes Bayern in München die Verleihung des siebenbürgisch-sächsischen Verdienstabzeichens „Pro Meritis“.

Nach dem Wirken in der Kreisgruppe ist von „zur Ruhe setzen“ keine Spur. Seit 2004 organisieren Marianne und Willi Roth im Gemeindehaus der St.-Andreas-Kirchengemeinde nach dem traditionellen Muttertagsgottesdienst der Kreisgruppe eine volkstümlich siebenbürgische Ausstellung. Von 2009 bis 2011 erschienen im Selbstverlag Sammelbände mit Erlebnissen von Siebenbürger Sachsen, die ebenfalls dem Zweck dienen, Vergangenes festzuhalten und es an die nachkommenden Generationen weiterzugeben. Diese Sammlungen werden von ihm als „Oral History“ bezeichnet.

Wilhelm Roth machte durch vielseitige Initiativen auf die Kultur und Tradition der Siebenbürger Sachsen aufmerksam. Zum Erreichen des begnadeten Alters des Jubilars bleibt „Danke“ zu sagen für seine persönlich gestaltete Kulturgutpflege sowie Gesundheit und Gottes Segen zu wünschen.

Hannelore Scheiber

Schlagwörter: Augsburg, Roth, Jubliar, Ausstellung

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