1. Oktober 2021

Einladung zum Seminar „Rumänienbilder – Deutschlandbilder“ vom 24. bis 29. Oktober in Bad Kissingen

Zum Seminar „Rumänienbilder – Deutschlandbilder“ lädt die Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“ in Zusammenarbeit mit dem Rumänischen Kulturinstitut Berlin für den 24. bis 29. Oktober 2021 ein.
Der Heiligenhof in Bad Kissingen ...
Der Heiligenhof in Bad Kissingen
Die Imagologie ist die Wissenschaft, die sich mit der Erforschung von Vorstellungen und Bildern beschäftigt. Auch die Soziologie widmet sich der Erforschung von Stereotypen. Das geplante Seminar ist nicht ganz so wissenschaftlich ausgelegt, sondern versucht, vereinfachend und anschaulich die unsere Zeitgenossen prägende Rumänien- und Deutschlandbilder zu ergründen und zu reflektieren. Als Zielgruppe sind insbesondere Personen anvisiert, die mit beiden Ländern verbunden sind. Das Rumänienbild ist – wie viele Stereotype – durch eigene Erfahrungen als (ehemaliger) Bewohner, als Geschäftsreisender oder als Tourist geprägt, ansonsten durch Informationen, die wir über Medien (Zeitungen, Fernsehen; Filme, Bücher) erhalten haben. Aufgrund sehr geringer und meist negativer Berichterstattung über das Ceauşescu-Regime bis zum Fall des Kommunismus und den langanhaltenden Transformationsprozess nach der Wende ist Rumänien immer noch vielfach unbekannt und gilt als eines der ärmsten und politisch nicht gefestigten Länder der EU. Daneben gibt es aber auch Naturschönheiten, pulsierende Städte, malerische Dörfer, gastfreundliche Menschen, ein Land mit bemerkenswerter wirtschaftlicher Entwicklung. Verbindend zwischen Deutschland und Rumänien sind auch die deutschen Siedlergruppen in Siebenbürgen, dem Banat, Sathmar und Altrumänien sowie bis 1940 auch in der Bukowina, Bessarabien und der Dobrudscha.

Deutschland, die deutsche Kultur und Geschichte, ist den Rumänen vielfach besser vertraut als umgekehrt und sie haben häufig ein positives Deutschlandbild, welches von guten Industrieprodukten, stabilen politischen Verhältnissen, wirtschaftlichem Wohlstand, kultureller Vielfalt und guter sozialer Absicherung sowie sportlichen Erfolgen geprägt ist. In Deutschland leben derzeit bis zu einer Million Menschen mit Wurzeln in Rumänien: deutsche Aussiedler, Spätaussiedler und rumänische Arbeitsmigranten. Welche Bilder, Ereignisse, Kenntnisse etc. prägen unser Wissen über Rumänien bzw. Deutschland? Sind diese Kenntnisse fundiert und halten sie Überprüfungen statt? Können bzw. haben sie sich gewandelt? Wodurch? Dies sind Fragen, denen wir in der Veranstaltung auf vielerlei Wege nachgehen wollen.

Als Referenten haben ihre Teilnahme zugesagt: Claudiu Florian, der aus seinen Kindheitserinnerungen „Zweieinhalb Störche“ in einer sächsisch-rumänischen Familie liest; Hon. Prof. Dr. Konrad Gündisch: „Die deutsche Ostsiedlung – ein Überblick“; Dr. Markus Bauer: „Der rumänische Blick auf Deutschland“; Prof. Dr. Reinhard Fößmeier: „Historische Demographieforschung am Beispiel siebenbürgisch-sächsischer und landlerischer Ortschaften“; Dr. Sara Konnerth: „Isolation und Selbstisolation bei den Siebenbürger Sachsen und Landlern“; Prof. Dr. Christian Maner: „Das Ende der Geschichte der Deutschen Rumäniens?“; Prof. Dr. Csaba Földes: „Stellenwert und Bedeutung der deutschen Sprache in Ostmitteleuropa“; Benjamin Józsa: „Die Deutschen in Rumänien nach 1989“; Prof. Dr. Wilfried Heller: „Rumänienbilder 1970-1990“; Ioana Pavel: „Deutsch-rumänische Geistesbeziehungen von Nietzsche bis Cioran“. Außerdem zeigt der frühere ARD-Korrespondent für Südosteuropa Peter Miroschnikoff seine Dokumentarfilme: „Ich erschoss die Ceauşescus“ und „Die Leute von Michelsberg“. Es sind auch ein Thermenbesuch, eine Führung durch die Weltkulturerbestadt Bad Kissingen sowie eine Tagesexkursion mit Besuch von Kirchenburgen und Natur in der Rhön vorgesehen.

Die Tagung beginnt am Sonntagabend um 18.00 Uhr mit dem gemeinsamen Abendessen und ist am folgenden Freitag nach dem Frühstück zu Ende. Die Teilnahme kostet für Teilnehmer aus Deutschland 150 Euro, zuzüglich Kurtaxe (9 Euro) und gegebenenfalls Einzelzimmer-Zuschlag (50 Euro für den gesamten Zeitraum) und beinhaltet Unterkunft und Verpflegung. Bitte melden Sie sich umgehend, spätestens bis zum 10. Oktober, an: „Der Heiligenhof“, Alte Euerdorfer Straße 1, 97688 Bad Kissingen, Fax: (0971) 714747, E-Mail: hoertler [ät] heiligenhof.de.

Schlagwörter: Rumänien, Seminar, Heiligenhof, Bad Kissingen

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