28. Mai 2022

Siebenbürgens Kirchenburgenlandschaft: Kulturwerk bei Veranstaltung in Botschaft von Rumänien

Am 17. Mai lud die Botschafterin von Rumänien in der Bundesrepublik Deutschland, Adriana Stănescu, zu einer Veranstaltung mit dem Thema „Zukunftsperspektiven für die Siebenbürgische Kirchenburgenlandschaft“ in die Botschaft Berlin ein. Die Ausrichtung des Abends fand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kirchenburgen statt, das Kulturwerk der ­Siebenbürger Sachsen trat als Co-Förderer auf.
Bei dem Empfang in der Botschaft von Rumänien: ...
Bei dem Empfang in der Botschaft von Rumänien: Philipp Harfmann (Stiftung Kirchenburgen), Dr. Iris Oberth (Kulturwerk), Botschafterin Adriana Stănescu, Landesvorsitzender Bayern Werner Kloos (von links). Foto: privat
Der Einladung waren zahlreiche Gäste aus Deutschland wie auch aus Rumänien gefolgt. Neben einer interessierten Öffentlichkeit waren unter ihnen Abgeordnete des Bundestages, wie der Geschäftsführer der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten, Sven Oole, und Vertreter von Kultureinrichtungen, wie dem Rumänischen Kulturinstitut, mit dessen Leiter Cristian Niculescu. Ebenso waren Vertreter aus Wissenschaft und Forschung zugegen, wie Dr. Ralf Buchholz von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen, und Professor Dr. Dr. h.c. Jürgen van Buer. Auch Nichtregierungsorganisationen wie die „European Heritage Volunteers“ mit ihrem Direktor Bert Ludwig waren Teil des Abends. Seitens der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien war Bischof Reinhart Guib zusammen mit Hauptanwalt Friedrich Gunesch angereist. Der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland war vertreten durch den Bundesvorsitzenden Rainer Lehni, die Vorsitzende des Landesverbands Berlin/Neue Bundesländer, Gizela Wentrup, den Vorsitzenden des Landesverbands Bayern, Werner Kloos, sowie mit zahlreichen Mitgliedern. Seitens des Kulturwerks der Siebenbürger Sachsen war dessen Leiterin Dr. Iris Oberth bei der Veranstaltung. Im Namen der Stiftung Kirchenburgen hieß deren Geschäftsführer Philipp Harfmann die Gäste willkommen.

In ihrer Begrüßung gab Adriana Stănescu ihrer Freude darüber Ausdruck, dass die gemeinsame Veranstaltung von Botschaft und Stiftung nach zweijähriger Pause nun wieder stattfinden kann und dies erneut in einem Kreis solch fachkundiger Referenten sowie zahlreicher, interessierter Gäste und mit virtuoser musikalischer Umrahmung von der Pianistin Daria Tutor sowie dem Cellisten Constantin Borodin.

Als Mitausrichter begrüßte sodann Philipp Harfmann die Anwesenden und dankte Frau Stănescu herzlich dafür, dass die gute Tradition dieses wichtigen Diskussionsforums zum Kulturerbe Kirchenburgen in der Botschaft von Rumänien fortgeführt wird. Im Namen der Stiftung sprach er zudem dem Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen großen Dank aus für die Teilförderung der Veranstaltung sowie auch für die gute Zusammenarbeit bei bereits erfolgreich absolvierten Förderprojekten im vergangenen Jahr. Er sei stolz darauf, dass die Stiftung Kirchenburgen sich quasi Partner der ersten Stunde des Kulturwerks nennen dürfe.

Nachdem die Anwesenden dem 1. Satz von Beethovens Klaviersonate Nr. 26 mit Genuss gelauscht hatten, übernahm der Moderator des Abends, der Journalist Robert Schwartz, das Wort und übergab dieses zunächst an Iris Oberth für ein Grußwort. Die Leiterin des Kulturwerks betonte, welche Freude und vor allem Ehre es für sie persönlich, vor allem jedoch auch als Vertreterin eines noch recht jungen Kulturinstituts es sei, in diesem Rahmen zu sprechen. Ferner dankte sie der Stiftung Kirchenburgen ebenfalls für die stets angenehme und erfolgreiche Kooperation. Dem Kulturwerk sei es ein Privileg und eine wahrhaft bleibende Freude, die Arbeit der Stiftung Kirchenburgen nach den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu fördern.

Das zweite Grußwort sprach Bischof Reinhart Guib. Mit einem einleitenden Wortspiel über die leider nur im ganz wörtlichen Sinne „steinreiche“ Kirche, verlieh er seiner Freude über das bereits Erreichte, jedoch besonders auch seiner Hoffnung Ausdruck, dieser Abend sowie die vielen weiteren Bemühungen zu Erhalt und Rettung der Kirchenburgen mögen gute Früchte tragen.

Auf das „Rondo a capriccio“ von Radu Paladi folgend hielt sodann Dr. Ştefan Bâlici, Architekt und Dozent, ein Impulsreferat zur Situation der Kirchenburgenlandschaft, bei dem er sich abschließend unter anderem für eine Diversifikation der Finanzierungsansätze aussprach.

Nach Schuberts Sonata in A-Moll, wieder mit Daria Tudor am Klavier, begann die Podiumsdiskussion zu den Zukunftsperspektiven für die siebenbürgischen Kirchenburgen. Podiumsgäste waren Prof. Dr. Bernd Fabritius, Ehrenpräsident des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und Präsident des Bundes der Vertriebenen, Ilse Welther, Vorsitzende des Verbandes der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften, sowie Friedrich Gunesch als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kirchenburgen. In dem regen Austausch betonte Bernd Fabritius die Fürsorgeplicht sowohl des rumänischen als auch des deutschen Staates bei dem Erhalt des Kulturerbes Kirchenburgen, während Ilse Welther und Friedrich Gunesch das erfolgreiche Engagement der Heimatortsgemeinschaften und weiterer Initiativen bei der gemeinsamen Anstrengung hervorhoben.

Mit dem von Klavier und Cello wundervoll vorgetragenen Stück „Altes Lied“ von Paul Constantinescu fand das Programm seinen Abschluss. Bei dem anschließenden Empfang hatten die Gäste, bei ausgewählten Köstlichkeiten, noch ausreichend Gelegenheit zu konstruktivem Austausch und persönlichen Gesprächen.

Unser Dank gilt der Botschaft von Rumänien und Ihrer Exzellenz Adriana Stănescu sowie der Stiftung Kirchenburgen für einen überaus gelungenen und anregenden Abend.

Dr. Iris Oberth

Schlagwörter: Kulturwerk, Kirchenburgen, Berlin, Botschafterin, deutsch-rumänische Beziehungen

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