8. September 2010

Proteste gegen Frankreichs Roma-Ausweisungen

Bukarest/Paris – Rund 130 Roma aus Rumänien und Bulgarien wurden am 20. August aus Frankreich ausgewiesen. Inzwischen protestieren nicht nur Roma-Organisationen. Auch die Europäische Union hat sich eingeschaltet. Paris begründete die Abschiebung mit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung.
Rumäniens Innenminister Vasile Blaga hielt der Nachrichtenagentur APA zufolge dagegen, dass keinem der im August abgeschobenen Roma eine Straftat zur Last gelegt worden sei. 2009 waren nach Angaben des französischen Einwanderungsministeriums rund 10 000 rumänische und bulgarische Roma „freiwillig“ in ihre Ursprungsländer zurückgekehrt.

In über 130 Städten Frankreichs protestierten am 4. September zigtausende Franzosen gegen die Abschiebung. Nach Angaben des französischen Innenministeriums waren es 77 000 Demonstranten, während die Organisatoren von über 100 000 Teilnehmern sprachen. An der Protestkundgebung in Paris nahmen Politiker der linken Opposition und Gewerkschaftsvertreter teil.

In Bukarest demonstrierten am 6. September hundert Angehörige der Roma-Minderheit vor dem Sitz der französischen Botschaft gegen die von Paris organisierten „freiwilligen Rückkehr-Aktionen“. Die zweistündige Protestaktion wurde vom Bürgerverband der rumänischen Roma organisiert, der auch zum Boykott französischer Waren aufrief. EU-Kommissare sollen demnächst darüber entscheiden, ob die Roma freiwillig in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind oder nicht. Auch Italien steht in der Kritik. Die Regierung von Ministerpräsident Berlusconi hat verfügt, dass nur diejenigen Roma in Italien bleiben dürfen, die nachweisen können, dass sie über zehn Jahre im Land leben.

RS

Schlagwörter: Politik, EU, Roma

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