12. Februar 2011

Heltauer Bürgermeister in den neuen Bundesländern unterwegs

In den neuen Bundesländern war der Heltauer Bürgermeister Johann Krech (DFDR) am 8. und 9. Februar unterwegs. Zunächst besuchte er die Stadt Pößneck in Thüringen, die ihm durch die gemeinsame Städtepartnerschaft mit dem französischen Château-Thierry ein Begriff ist, dann die Stadt Wernigerode in Sachsen-Anhalt, mit der Heltau seit 2002 verbunden ist.
Pflegte Krech in Wernigerode im Gespräch mit Sozialdezernent Andreas Heinrich (Bündnis 90/Die Grünen) und Stadtratspräsident Uwe-Friedrich Albrecht (CDU) die eigene Städtepartnerschaft, versuchte er in Pößneck, eine neue zu stiften: Michael Modde (Freie Wähler), dem Bürgermeister der ehemaligen thüringischen Landesgartenschaustadt, stellte er Sorin Ionel Ghiţă (PNL), den Bürgermeister des südrumänischen Drăgăneşti-Olt, vor.

Krech und Ghiţă haben sich bei der Arbeit im rumänischen Städtebund kennen und schätzen gelernt, berichtete der Siebenbürger Sachse. Weil Drăgăneşti-Olt gern eine deutsche Partnerstadt hätte, empfahl Krech Pößneck. „Das ehrt uns“, sagte Modde während des ersten Kontakts mit Ghiţă und überraschte seine Gäste mit dem Hinweis, dass seine Großmutter eine Zipserin aus dem Norden Siebenbürgens war, die es am Ende des 2. Weltkrieges ins Erzgebirge verschlagen hatte.
Bürgermeister Michael Modde (Pößneck) erläutert ...
Bürgermeister Michael Modde (Pößneck) erläutert seinen Kollegen Johann Krech (Heltau) und Sorin Ionel Ghita (Draganesti-Olt), von links, eine Malerei der zeitgenössischen rumänischen Künstlerin Cristina Popovici-Tinc (Klausenburg), die der Stadt Pößneck vor einigen Jahren von einer Galerie geschenkt wurde und seither im Bürgermeister-Zimmer hängt. Foto: Marius Koity
Drăgăneşti-Olt und Pößneck haben mit jeweils etwa 13 000 fast die gleiche Einwohnerzahl und teilen die allgemeinen Probleme kleiner Städte des ehemaligen Ostblocks: Zusammenbruch der Industrie, Arbeitslosigkeit, Abwanderung. Ghiţă hätte allerdings gern nur jene Sorgen, die Modde heute hat. Er sei dabei, mit EU-Programmen die Infrastruktur in seiner Stadt zu verbessern, sagte der südrumänische Bürgermeister. Und er hofft auf deutsche Investoren, vor allem in Bereich Weinbau. Der Riesling aus Drăgăneşti-Olt sei beispielsweise besser als andere rumänische Weine in deutschen Supermarktregalen, hier aber leider unbekannt. Die Pößnecker Gegend war allerdings zuletzt im Mittelalter ein Weinbaugebiet. So will Modde in erster Linie prüfen, inwieweit Pößnecker Einrichtungen an einem weiteren Anliegen von Ghiţă, nämlich dem Austausch in den Bereichen Bildung und Kultur mit Drăgăneşti-Olt, interessiert seien. Pößnecker Gymnasiasten waren vor elf Jahren im Rahmen eines französisch-deutsch-rumänischen Projektes immerhin in Heltau und dortige Jugendliche hielten sich dann vor neun Jahren zum Gegenbesuch in Thüringen auf.

Die Heltauer Städtepartnerschaft mit Wernigerode scheint im kulturellen und sozialen Bereich gut zu gedeihen. „Es läuft einiges auf Bürger-Ebene“, berichtete der Wernigeröder Pressesprecher Andreas Meling. Bei einer Weihnachtshilfsaktion zu Gunsten von Siebenbürgen haben Einwohner und Vereine der Stadt im Harz 2010 rund 2 000 Päckchen geschnürt. Für 2011 haben sich die beiden Städte vorgenommen, bestehende Kontakte zwischen Schülern des Gustav-Gündisch-Lyzeums Heltau und des Stadtfeld-Gymnasiums Wernigerode mit einem EU-Projekt zu vertiefen.

Krech war auch mit dem Ziel nach Wernigerode gekommen, von der Stadt zu lernen, wie die lokale Presse berichtete. So interessierte er sich gemeinsam mit Ghiţă für die deutschen Stadtwerke- und Zweckverband-Modelle, was auch mit einem Besuch in einem Blockheizkraftwerk des örtlichen Versorgers verbunden war. Im Rathaus der 35 000-Einwohner-Stadt wurden Krech und Ghiţă eingeladen, sich ins Wernigeröder Gästebuch einzutragen. Unter den Gastgebern der beiden rumänischen Bürgermeister war auch Michael Ermrich (CDU), Landrat des Harzkreises.

Seit 2006 gibt es in Wernigerode einen Heltauer Platz – es ist ein zentraler bzw. einer der größeren Plätze in der sachsen-anhaltinischen Stadt. Diese hatte sich 2002 zur Partnerschaft mit Heltau entschieden, um die Integration der Bürger der osteuropäischen Stadt in die europäische Staatengemeinschaft zu fördern, wie es seinerzeit in offiziellen Verlautbarungen hieß.

Marius Koity

Schlagwörter: Städtepartnerschaft, Heltau, Politik

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