21. Mai 2013

Breiter Konsens zur Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter in Rumänien

In seiner Festrede beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl hat der rumänische Außenminister Titus Corlăţean dem Verband der Siebenbürger Sachsen für seinen Einsatz für die siebenbürgisch-sächsische Kulturpflege gedankt. Nicht nur die Siebenbürger Sachsen, sondern auch die deutschen Behörden und Rumänien stünden in der Pflicht, dieses Kulturerbe zu erhalten. Rumänien habe ein Anliegen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen umgesetzt und eine Wiedergutmachung für ehemalige Russlanddeportierte beschlossen, sagte der Außenminister. Die Ansprache wurde bei der Festkundgebung am Pfingstsonntag, dem 19. Mai 2013, vor der Schranne gehalten und wird im Folgenden in deutscher Übersetzung wiedergegeben.
Exzellenzen, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde!
Ich fühle mich sehr geehrt, an diesem besonderen Tag, am jährlichen Heimattag der Siebenbürger Sachsen, teilnehmen zu dürfen.

Gleichzeitig möchte ich Ihnen die Grüße und Glückwünsche des rumänischen Ministerpräsidenten Victor Ponta zu Ihrem Heimattag überbringen. Ich werde sehr kurz sein, denn auch in der rumänischen Sprache gibt es ein Pendant zu dem, was der bayerische Ministerpäsident gesagt hat: kurz und bündig zu sein in wichtigen Augenblicken.

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Meine Anwesenheit hier bestätigt das besondere Interesse der rumänischen Regierung an der Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen und unsere Wertschätzung für den Beitrag der Siebenbürger Sachsen zu einem hervorragenden Kulturerbe. Dieses Kulturerbe ist gleichzeitig ein wertvoller Beitrag zu den engen Beziehungen, die zwischen Deutschland und Rumänien bestehen.

Ich beglückwünsche Sie zu dem, was ich heute gesehen habe, zu dem beeindruckenden Trachtenumzug und zur wunderbaren Musik, die ich hier gehört habe und die wir immer wieder in verschiedenen Regionen Siebenbürgens hören. Es freut uns sehr, dass Sie die alten Traditionen, die 850 Jahre lang in Siebenbürgen gepflegt wurden, auch hier am Leben erhalten.

Nicht nur Sie, die siebenbürgisch-sächsische Gemeinschaft, haben eine besondere Verantwortung, diese Traditionen zu pflegen, sondern auch die deutschen Behörden – ich begrüße die diesbezüglichen Worte des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer – und wir in Rumänien.
Der rumänische Außenminister Titus ...
Der rumänische Außenminister Titus Corlăţean (Erster von rechts) während seiner Ansprache in Dinkelsbühl, in der Mitte des Bildes Bundesgeschäftsführer Erhard Graeff und links Vizekonsul Michael Fernbach. Foto: Gunter Roth
Ganz besonders begrüße ich die jungen Leute, die hier anwesend sind, denn es ist eine besondere Aufgabe der jungen Generation, das Kulturerbe am Leben zu erhalten und in die Zukunft zu tragen.

Die Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen stellt in der Tat eine unschätzbare Brücke in den Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern dar.

Ich möchte kurz darauf eingehen, was der Bundesvorsitzende eingangs erwähnt hat. Im Februar dieses Jahres habe ich an einer internationalen Konferenz in München teilgenommen. Der Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen sagte mir damals, dass es ein Anliegen des Verbandes sei, eine Wiedergutmachung für jene Menschen zu erreichen, die nach dem zweiten Weltkrieg aus politischen Gründen leiden mussten. Dieses Problem haben wir in der rumänischen Regierung besprochen und die volle Unterstützung durch den Premierminister erhalten. Wir haben eine juristische Lösung gefunden, aber wichtiger war der politische Wille, diesen seit Jahren bestehenden Wunsch des Verbandes einer Lösung zuzuführen. Ich freue mich, Ihnen mitzuteilen, dass dieser Akt der Wiedergutmachung in einem Gesetzesentwurf umgesetzt wurde, der zuerst von der Regierung beschlossen und dann in das Parlament eingebracht wurde. Letzte Woche wurde das Entschädigungsgesetz im Senat, dem Oberhaus des rumänischen Parlaments, verabschiedet. Ich bin überzeugt, dass die Abgeordnetenkammer, die zweite Kammer des Parlaments, dieses Gesetz in einigen Wochen abschließend verabschieden wird, auch aus einer motralischen Verpflichtung heraus.

Ich schließe mit einigen Anmerkungen zum Verband der Siebenbürger Sachsen und dem Bundesvorsitzenden Bernd Fabritius. Ich danke Ihnen für alles, was Sie zum Erhalt des siebenbürgisch-sächsischen Kulturerbes sowohl in Rumänien als auch in Deutschland tun. Als Minister der rumänischen Regierung erachte ich es als sehr wichtig, dass die Vertreter der Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen auch im Parlament, dem deutschen Bundestag, vertreten sind. Das wäre ein wichtiges Zeichen sowohl für die Siebenbürger Sachsen als auch für Deutschland und Rumänien. Ich betrachte es daher als meine Ehrenpflicht, Herrn Bernd Fabritius viel Erfolg im anstehenden Wahlkampf für den Bundestag zu wünschen.

Ich danke Ihnen allen und wünsche Ihnen viel Erfolg!

Schlagwörter: Heimattag 2013, Rumänien, Entschädigung, Russlanddeportation

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Neueste Kommentare

  • 05.06.2013, 22:38 Uhr von Schreiber: Kann es sein, dass die Zusagen des rumänischen Aussenministers vom Heimattag schon umgesetzt und ... [weiter]
  • 23.05.2013, 20:44 Uhr von lori: Hallo Allerseits, Zitat Corlăţean: Als Minister der rumänischen Regierung erachte ... [weiter]
  • 22.05.2013, 08:39 Uhr von azur: Der Festumzug ist für mich immer wieder eine Augenweide, einfach schön! Danke an alle die dazu ... [weiter]

Artikel wurde 3 mal kommentiert.

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