1. Juni 2019

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Viertausend Besucher beim Blumenfest in Brenndorf

Viertausend Menschen aus dem Kreis Kronstadt feierten am 12. Mai das Blumenfest in Brenndorf. Bürgermeister Sergiu Arsene hat das Volksfest 2017 als Bekenntnis der Mehrheitsbevölkerung zur siebenbürgisch-sächsischen Kultur ins Leben gerufen. Einer der Mitveranstalter ist das Ortsforum Brenndorf. Der Bericht der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien vom 16. Mai 2019 wird im Folgenden leicht gekürzt wiedergegeben.
In der Schulgasse, vor dem Bürgermeisteramt der Gemeinde Brenndorf (Bod), versammeln sich am Sonntag die Teilnehmer für den Aufmarsch zum Blumenfest. Nach einigen kühlen, verregneten Tagen scheint wieder die Sonne – genau so, wie es sich Bürgermeister Sergiu Arsene gewünscht hat. Kronstadt (Brașov) ist sehr nah gelegen; viele Kronstädter sind nach Brenndorf gefahren, um einige Stunden auf der Festwiese zu verbringen, rumänische, deutsche und sächsische Volkstänze zu verfolgen, vielleicht auch ein Souvenir von den Ständen der Handwerker nach Hause zu nehmen und auch bei einem Bier die Mici-Würstchen oder das gegrillte Fleisch zu genießen. Als Nachspeise sind auch traditionelle sächsische Süßigkeiten angekündigt. Das Ortsforum Brenndorf war beim Blumenfest ...Das Ortsforum Brenndorf war beim Blumenfest vertreten. Im Hintergrund: die Zeidner deutsche Volkstanzgruppe. Fotos: Ralf Sudigian Manfred Copony, Gründer und Vorsitzender des noch jungen deutschen Ortsforums Brenndorf, muss da was richtig stellen. „In Brenndorf haben wir früher eher das Maifest gefeiert, so wie das auch in anderen sächsischen Gemeinden im Burzenland üblich war. Also mit einem Umzug der Blaskapelle durch den ganzen Ort. Jugendliche hatten auch Blumenkränzchen dabei und die Bläser trugen Blumenschmuck an Kopf und Brust.“ Das wäre die Verbindung zur siebenbürgisch-sächsischen Tradition. Es kann der Anlass zu einem Fest sein, das Touristen in die Gemeinde bringt und Brenndorf auch jenseits des Burzenlandes bekannt macht – selbst bei jenen, die den Namen der Ortschaft nur mit einer der ältesten und größten Zuckerfabriken und vielleicht mit den beiden Sendeantennen des nationalen Rundfunks in Verbindung bringen. Der junge, zurzeit parteilose Bürgermeister Sergiu Arsene (38) hatte auf die touristische Komponente eines Volksfestes mit deutschem Klang gesetzt und Manfred Copony aufgefordert, in diesem Sinn mitzumachen. „Blumenfest klingt gut“, sagt Copony „und es kommt auch gut an“. Das Ortsforum, das heute an die zehn Mitglieder zählt, beteiligt sich in sächsischer Volkstracht am Aufmarsch, gefolgt von der von Christine Vlădărean und Mihai Bîrlea geleiteten deutschen Volkstanzgruppe aus Zeiden (Codlea), die anschließend auf der Bühne der Festwiese auftreten wird. Festumzug des Blumenfestes in der Kirchgasse in ...Festumzug des Blumenfestes in der Kirchgasse in Brenndorf. Pünktlich um elf Uhr beginnt der Aufmarsch. An der Spitze steht die rumänische Blaskapelle aus Zeiden. Ihr folgt eine schön geschmückte Pferdekutsche, von der Bürgermeister Arsene und sein Gast, der Kronstädter Bürgermeister George Scripcaru, die am Straßenrand aufgestellten Zuschauer begrüßen. Diese können die bunten, mit Blumenarrangements geschmückten Anhänger und Autos bewundern. Vor allem für Glashäuser und Blumenhandlungen ist es eine sehr willkommene Gelegenheit, sich zu präsentieren und für ihre Produkte zu werben. Erstmals dabei ist der größte Arbeitgeber der Gemeinde, die Zuckerfabrik, mit einem eigenen Blumenwagen, auf dem das Firmenlogo (ein riesiges Würfelzuckerstück mit der Aufschrift BOD) als Blumenschmuck angebracht ist. Bewundert werden aber auch die schönen rumänischen, sächsischen und ungarischen Volkstrachten, denn das Blumenfest hat zwar einen deutschen Namen aber eine multikulturelle Ausrichtung.

Die Festwiese in der Mühlgasse bietet genügend Platz für den Blumenmarkt, für die Stände der Handwerker aus Brenndorf, aus den benachbarten Ortschaften und sogar aus dem Kreis Klausenburg. Auf der Bühne wechseln sich die Tanzgruppen ab, vorgestellt von Claudia Mirițescu, Musiklehrerin am Honterus-Lyzeum, gut bekannt auch als Sängerin, die das gesamte Repertoire von Schlager bis Volksmusik beherrscht. Diesmal verzichtet sie aufs Mikrofon als Vokalsolistin zugunsten ihrer Kollegen Ionuț Langa aus Fogarasch (Făgăraș) und Tudor Furdui Iancu jun., die als Sondergäste im Festivalprogramm angekündigt sind. Die Zuschauer müssen nicht stundenlang vor der Bühne stehen – auf den Strohballen-Reihen lässt es sich gut sitzen.

Das Blumenfest erwies sich für die zahlreichen Besucher als Volksfest. Für manche war es auch der Muttertag, für andere der weniger bekannte rumänische Vatertag, für den Brenndorfer Bürgermeister sogar der Geburtstag. Und dass gerade Wahlkampagne ist, war aus der Ansprache des Kreisratsvorsitzenden Adrian Veștea ebenfalls herauszuhören. Auch wurde auf dem Weg zur Festwiese Wahlwerbung angeboten. Für die Teilnehmer war das eher Nebensache – viele werden von diesem Sonntag wahrscheinlich den Namen Blumenfest in Erinnerung behalten und von Brenndorf als einem Ort weitererzählen, der auch mit Siebenbürger Sachsen in Verbindung gebracht wird.

Ralf Sudrigian

Schlagwörter: Brenndorf, Brauchtum, Volksfest, Forum, Burzenland

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