14. Juli 2025
Prejbe-Hütte durch Denkmal-Ambulanz in letzter Minute gerettet
Nach Jahrzehnten der Verwahrlosung durch Wind, Wetter und Vandalismus gibt es neue Hoffnung für die historische Prejbe-Hütte in den südlichen Karpaten: Die Organisation „Ambulanța pentru Monumente“ hat mit ersten Sicherungsmaßnahmen begonnen. Im Rahmen eines landesweiten Projekts zur Rettung historischer Berghütten arbeiten derzeit rund 20 Freiwillige – vor allem Architekturstudierende – Seite an Seite mit erfahrenen Handwerkern an der Instandsetzung der stark beschädigten Hütte.

Die freiwillige Aktion brachte nicht nur Material und Arbeitskraft in die Berge, sondern auch neue Energie und Aufmerksamkeit rund um die Hütte. Am Sonntag, dem 29. Juni, versammelten sich rund 80 engagierte Menschen auf dem Gelände – ein starkes Zeichen für das wachsende Interesse an der Wiederbelebung der siebenbürgischen Bergkultur.

Besonders freut sich Friedrich Philippi (82), früherer Geografielehrer des Brukenthal-Gymnasiums, über die gelungene Rettungsaktion. Er hat zahlreiche Skilager auf der Prejbe organisiert und als leidenschaftlicher Naturfreund mehrere Generationen von Schülerinnen und Schülern mit seiner Begeisterung für die Berge inspiriert.
Herr Philippi sorgte für echtes Schatzjäger-Feeling: Mit historischen Dia-Aufnahmen der Hütte aus der Zeit des Schindeldachs öffnete er ein Fenster in die Vergangenheit (seine Skilagerbilder sind auf www.siebenbuerger.de/sws/html/sws/prejba zu finden). Diese Fotodokumente waren eine unschätzbare Hilfe bei der Restaurierung im Sinne des Denkmalschutzes.


Historisches Juwel der Südkarpaten: Die Prejbe-Hütte
Die Prejbe-Hütte (rumänisch „Cabana Prejba“) zählt zu den ältesten Schutzhütten der Region. Errichtet vom Siebenbürgischen Karpatenverein (SKV), entstand sie im Rahmen eines ambitionierten Infrastrukturprojekte zur touristischen Erschließung der Südkarpaten.Bereits zwischen 1893 und 1895 wurde der erste Zugangsweg zur ursprünglichen Hütte in Gipfelnähe des Prejbe (ca. 1.744 m) angelegt – südwestlich von Heltau (Cisnădie) und Talmesch (Tălmaciu). Der Aufstieg erfolgte wahlweise über das Zoodt-Tal (Valea Sadului) oder das Lauterbachtal (Lotrioara). Heute erinnern lediglich Fundamentreste an die erste Hütte an diesem historischen Ort.
Im Jahr 1923 errichtete der SKV in unmittelbarer Nähe eine neue, größere Hütte, die ganzjährig nutzbar war: im Sommer für Wanderer, im Winter für Skifahrer. Bereits ab den 1890er-Jahren förderte der Verein gezielt den Wintersport, und ab 1911/1912 gehörte das Skifahren zur Grundausbildung der Hüttenwarte.

Bis heute ist die Hütte nicht nur ein Erinnerungsort, sondern auch ein Symbol: für den Pioniergeist des SKV, für die lebendige siebenbürgische Bergsteigerkultur und für die tiefe Verbundenheit vieler Generationen mit der wilden Schönheit der Karpaten.
Robert Sonnleitner
Winfried Ziegler

Schlagwörter: SKV, Karpaten, Renovierung, Bergsteigen, Brukenthalschule
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