27. August 2026
Ein Beitrag zur Pflege und Erhaltung des Schäßburger Bergfriedhofs
Vielen Schäßburgern ist der gelungene Einsatz des Bauordens zu Instandhaltungsarbeiten auf dem denkmalgeschützten Bergfriedhof vor nunmehr vierzehn Jahren in guter Erinnerung geblieben. Der Wunsch, ein solches Vorhaben neu aufleben zu lassen, bestand schon lange und ist jetzt durch den seit März 2025 amtierenden Vorstand der HOG Schäßburg umgesetzt worden.

Pünktlich vor Beginn der Arbeiten am 3. August bezog ein internationales Team von 13 Ehrenamtlichen aus zwölf Ländern in Schäßburg Quartier. Vertreten waren u. a. die Länder USA, Brasilien, Kanada, Albanien, Italien, Polen, Jordanien. Dem Team gehörten mehrheitlich Studentinnen der Archäologie und Architektur an, die auf Erfahrungen von anderen Projekten zur Rettung bedrohter Kulturdenkmäler zurückgreifen können. Zur Begleitung der auszuführenden Maßnahmen waren Dr. Bert Ludwig und Alfred Theil angereist. Nachdem Dr. Ludwig vorzeitig abreisen musste, ging die Leitung der Arbeitsgruppe an den Italiener Lorenzo Bianco und die Palästinenserin Ruba Al-Khrishni über. Sie waren es auch, die am Nachmittag des 11. August zu einer Präsentation über das Thema „Historische Friedhöfe, kollektives Gedächtnis und der Erhalt des verschwindenden Kulturerbes“ in das Deutsch-Rumänische Kulturzentrum im Haus mit dem Hirschgeweih einluden. Vor zahlreichen Besuchern berichteten sie von ihrer Arbeit an aufgelassenen und verwahrlosten Friedhöfen. Vorgestellt wurden Dokumentationen über drei Friedhöfe, die von den European Heritage Volunteers in mehrjährigen Einsätzen vor dem Verfall gerettet wurden: ein Beduinenfriedhof in Jordanien, ein Kosakenfriedhof in Russland sowie ein Sudetendeutscher Friedhof in Tschechien.
Bei den Instandsetzungsarbeiten auf dem Bergfriedhof vom 3. bis 15. August sind die Gräber entlang des Hauptweges sowie die Gräber des Soldatenfriedhofs der im Ersten Weltkrieg Gefallenen von Unkraut, Moos, Efeu und Abfall befreit und gereinigt worden. Der Zaun wurde gestrichen und baufällige Treppen wurden repariert. Ein großer Teil der Arbeit blieb der Dokumentation von wertvollen Gräber sowie der Grabsteine des 1923 in einen Park umgewandelten alten Friedhofs, die zur seitlichen Einsäumung von Wegen und Treppen oder als Stützwände auf dem Bergfriedhof verwendet wurden, vorbehalten. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass die Schäßburger Altstadt auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO steht und der Bergfriedhof Teil der Denkmalschutzzone ist. Mit seinen Grabanlagen erinnert er an herausragende Persönlichkeiten, die die Kultur- und Geistesgeschichte der Stadt geprägt haben. Die Friedhofsverwaltung der Kirchengemeinde führt eine Liste, auf der 50 historische und Ehrengräber verzeichnet sind.
Stadtpfarrer Dr. Fröhlich ließ es sich nicht nehmen, den jungen Freiwilligen außerhalb des Programms bei einer ganztägigen Fahrt nach Arkeden, Dunesdorf und Malmkrog einen kleinen Eindruck vom schönen Land, den Leuten und der Kultur zu vermitteln. Zum Abschluss lud er zu einem Konzert in die Klosterkirche ein und überreichte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Zertifikate über die von ihnen erbrachten Leistungen.
Das gut organisierte Projekt wurde erfolgreich umgesetzt und hat einen wertvollen Beitrag für einen guten Zweck geleistet. Es hat unter der Bevölkerung Schäßburgs Aufsehen erregt und viele positive Reaktionen ausgelöst. Vor allem aber hat das Projekt eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in der Gemeinschaft der Schäßburger über alle Grenzen hinweg steckt. Mögen diesem Beispiel bald weitere folgen.
Dr. Lars Fabritius
Schlagwörter: Bergfriedhof, Schäßburg
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