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21. Juni 2012

Rumänien und Siebenbürgen

Premier Ponta unter Plagiatsverdacht

Bukarest – Der rumänische Premierminister Victor Ponta widerspricht dem Vorwurf, Teile seiner Doktorarbeit ohne korrekte Quellenangaben abgeschrieben zu haben. Der 39-jährige Jurist sieht sich als Opfer einer politischen Kampagne, hinter der angeblich Staatspräsident Traian Băsescu stecke. Der Präsident des rumänischen Rats zur Anerkennung von Universitätsdiplomen (CNATDCU), Marius Andruh, erklärte, für den Plagiatsvorwurf gebe es „überwältigende Indizien“. mehr...

Kommentare

Artikel wurde 15 mal kommentiert.

  • Kate 2004

    1Kate 2004 schrieb am 21.06.2012, 16:12 Uhr:
    Es währe gut das der Herr Premier Ponta zurücktrit,und sein Amt einem unbescholtenem Bürger freigibt.
  • Schreiber

    2Schreiber schrieb am 21.06.2012, 22:18 Uhr:
    es scheint inzwischen leider zu einem der wirkungsvollsten Instrument zur Ausschaltung politischer Gegner zu werden, denen wir uns gerne schnell durch Entrüstungsbekundungen als "Unbescholtene" anschließen.

    "Guttenbergen" steht längst nicht mehr für Passagen-Kopieren in Doktorarbeiten und "Wulffen" nicht mehr für Bagatellbestechungen bei politischen Entscheidern sondern für Hinterherschnüffeln in Vitae und Biographien abzusägender Gegner mit jedem sich bietenden Mittel.

    Es geht nicht mehr um aktuelle Leistungen in der Öffentlichkeit stehender Personen sondern um gezielte Absägung dieser durch das Instrumentalisieren vom Potential zur Vorverurteilung unserer "Gutmenschen"-Gesellschaft.

    Ponta selbst oder seine bisherige Arbeit kenne ich zu wenig, um sie zu beurteilen. Wieso sollte ich mich dazu auch erdreisten.

    Aber derartige Aktionen sowie die Gutmenschen, die sie durch Mitspielen bei der Vorverurteilung erst möglich machen, sind mir zuwider.

    Zivilisierte Gesellschaften kennen die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteiles. Heute reicht es, einen Verdacht gezielt und zum richtigen Zeitpunkt unter die Menschen zu bringen, und schon verlangen wir von dem "Bescholtenen" am besten gleich zu gehen. Ob der Verdacht sich dann bestätigt ist völlig nebensächlich... Auch das Verfahren gegen Wulff wurde eingestellt - Hauptsache er war zurückgetreten.

    Also: Ponta, sei anständig und tritt ab, bevor wir wissen, was wirklich war!

    Grüße
  • getkiss

    3 • getkiss schrieb am 22.06.2012, 04:31 Uhr (um 04:33 Uhr geändert):
    "Zivilisierte Gesellschaften kennen die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteiles."(2)

    Herr Schreiber, ich stimme Ihnen voll zu.
    Nur: Eine wissenschaftlich hoch angesehene Zeitschrift wie Nature, läßt sich nicht so einfach einspannen.

    Herr Ponta meinte, es reicht, Texte in die eigene Arbeit seitenweise einzufügen, ohne ein minimales Zeichen dafür: "Hallo, dieser Text ist nicht von mir, sondern das Resultat der Arbeit von XY".

    Also, vielleicht lesen Sie mal ein paar wiss. Arbeiten, dann wird´s klar, wie man zitiert. Mit Anführungszeichen, wie aus von Ihrem zitierten Text Oben und mindestens die Nr. der Bibliografie vom Ende der Arbeit, wie hier unten angeführt:

    (2)Schreiber: Kommentar zu "Premier Ponta...." in ....

    Dann weiss jeder Leser: Aha, dass war der Text von getkiss, das in " " aber von Schreiber oder XY.
    So viel zu "Gutmenschen".

    Und wie sehr Herr PM Ponta den Wert "seiner" Arbet kennt, beweist seine geäußerte Meinung, dann kann man ihm ja den lästigen Titel "Dr." ja nehmen, er hat ja nichts davon....

    Genau. Jetzt aber hat er den Salat. Dass der ganze Zirkus jetzt auftaucht, als Teil einer "feindlichen Kampagne", ändert nichts an der Tatsache.
  • Bäffelkeah

    4 • Bäffelkeah schrieb am 26.06.2012, 11:05 Uhr:
    Die Unschuldsvermutung hat selbstverstädlich zu gelten. Das Ziehen angemessener Konsequenzen ist erst nach der erwiesenen Unschuld bzw. Schuld notwendig. Dessen ungeachtet sollten sich die Vertreter der politischen Klasse ganz unabhängig von erbrachten Leistungen und erworbenen Meriten unbedingt an den allgemeingültigen ethischen und moralischen Normen und Werten orientieren. Ihre Vorbildfunktion und Glaubwürdigkeit blieben sonst auf der Strecke.
  • cäsar

    5 • cäsar schrieb am 26.06.2012, 12:00 Uhr:
    ACHTUNG, ACHTUNG, wir sind in Rumänien, dort gelten nunmal andere Massstäbe, obwohl viele das nicht wahrhaben wollen. Ich zweifele daran, dass Rumänien ein zivilisierter Staat ist, das ist aber auch Ansichtssache.
    Getkiss, Sie berufen sich auf ein berühmtes Magazin. Das ist nicht der Weisheit letzter pardon erster Schluss. Dort gibt es mittlerweile auch schlaue "softisten" die Arbeiten Publikationen in Nullkommanichts vergleichen.
    Hier lieber Bäffelkeah ist nicht die Unschuldsvermutung sondern der Massstab, die Einschätzung der Uni ausschlaggebend, verglichen mit zu Guttenberg, Chatzimakakis oder Koch- Mehrin, ist die Aberkennung des DR. zwingend notwendig! Ob der Rücktritt in Rum. in solchen Fällen üblich ist,ist eine andere Frage. Der Palukes scheint doch noch einige Blasen zu kriegen(s. Nastase, der ins Gefängnis muss) Vielleicht, vielleicht... besinnen sich unsere Stiefbrüder.

    ave
  • getkiss

    6 • getkiss schrieb am 17.07.2012, 18:06 Uhr (um 18:19 Uhr geändert):
    Nahezu 14000 Personen, unter ihnen viele Mitglieder der rumänischen Akademie der Wissenschaften, verlangen in einer Online-Petition die Demission von MP Ponta. Auf der Seite gibt es tausende Kommentare dazu:

    http://www.petitieonline.com/demisia_premierului_victor_ponta_cerut_de_mediul_academic

    Die Nachricht wurde auch auf "Ziare.com" kommentiert:

    http://www.ziare.com/victor-ponta/plagiat/academicieni-in-razboi-cu-ponta-plagiatul-este-evident-sa-si-dea-demisia-1179264
  • getkiss

    7 • getkiss schrieb am 20.07.2012, 14:09 Uhr:
    Heute hat die Ethik-Komission der Universität Bukarest das Resultat der Untersuchung von der Doktorarbeit von V. Ponta veröffentlicht und eune Pressekonferenz gehalten, in der die plagiierten Texte mit den Originalen konkret dargestellt wurden.
    Fazit: Es gibt massive plagiierte Textpassagen, die Universität wird dem Unterrichtsministerium die Annulierung des Doktortitels vorschlagen.

    Kommentar vom Ponta:
    "Atentie! Este singura data cand nu am fost chemat, iar aceasta comisie nu a functionat pana acum niciodata. Este o comisie ad-hoc facuta special pentru mine", a spus premierul Victor Ponta."

    Gestern hat die Nationale Ethik-Kommission entschieden, das nach den Regeln aus 2003 die Arbeit kein plagiat wäre. Dies auf Grund der Analyse einer Kommission, die speziell dafür gegründet wurde:
    "Cercetarea, asa cum rezulta din referatele comisiilor de sustinere, prezinta elemente de noutate si cuprinde analize pertinente. Bibliografia utilizata de autor este mentionata la sfarsitul lucrarii", se arata in raportul intocmit de trei experti in stiinte juridice, desemnati special pentru acest caz."

    http://www.ziare.com/victor-ponta/plagiat/ponta-despre-verdictul-de-plagiat-decizia-e-politica-comisia-e-formata-ad-hoc-pentru-mine-1179790

    Wie man sieht möglicherweise ist beides wahr: Es wurden speziell für diesen Fall Analyse-Kommissionen gebildet..... jede für einen bestimmten Zweck: Verschleierung kontra Nennung des wahren Sachverhalts.

    Ich kann nur sagen: Herr Ponta, es ist Zeit. Gehen Sie nachhause, die Universität gibt Ihnen die Möglichkeit die Arbeit nachzuarbeiten.
    Oder geben Sie den Doktortitel zurück, "er bringt nichts", hatten Sie doch gesagt.
    Schon vergessen? Neuronen blockiert?



  • Johann

    8Johann schrieb am 20.07.2012, 23:19 Uhr:
    @ getkiss
    Herr Ponta hat sich bei mir gemeldet und bittet mich Dir mitzuteilen, dass er bald nach Hause geht.
    Schöne Grüße von uns beiden ;)
  • getkiss

    9 • getkiss schrieb am 21.07.2012, 06:26 Uhr:
    Lachende Grüße zurück...
  • Bäffelkeah

    10 • Bäffelkeah schrieb am 21.07.2012, 06:31 Uhr (um 06:33 Uhr geändert):
    Zeit Online, 20.7.2012
    "Uni bestätigt Plagiatsvorwürfe gegen Regierungschef Ponta - Die Universität bezeichnet Pontas Dissertation als "massives Plagiat". Ein Drittel der Arbeit sei kopiert. Der Premier weist die Vorwürfe als politisch motiviert zurück."
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-07/rumaenien-ponta-plagiatsvorwurf-universitaet

    Ponta behauptet, "dass er seine Doktorarbeit nach den vor neun Jahren gültigen Regeln verfasst habe. Es sei damals etwa nicht notwendig gewesen, Zitate mit Anführungszeichen kenntlich zu machen, solange die genutzten Arbeiten im Literaturverzeichnis genannt worden seien."
    Die Ethikkommission der Universität von Bukarest widerspricht Pontas Sichtweise: "Die Regeln für wissenschaftliche Arbeiten seien schon seit 'mehr als 200 Jahren' dieselben, sagte der Professor Marian Popescu, der die Kommission leitet. Wer Textpassagen aus fremden Arbeiten übernehme, müsse die Zitate 'mit Anführungszeichen und Fußnoten' kenntlich machen."

    Es ist schon ein starkes Stück und wirkt dummdreist, wenn ein "promovierter" Jurist eine derart haarsträubend falsche Auffassung von wissenschaftlicher Arbeitsweise - man darf zu seinen Gunsten annehmen wider besseres Wissen - vertritt. Bei derartigen Ausbildungsdefiziten ist allerdings der Erwerb des Doktortitels und dann noch das "summa cum laude" ein krasser Irrtum. Doktorvater Nastase!


  • seberg

    11seberg schrieb am 21.07.2012, 08:08 Uhr (um 08:36 Uhr geändert):
    "starkes Stück...dummdreist...haarsträubend" - o.k., Ponta könnte wirklich noch einiges an Anstand und Ehre von unserem CSU-Ex-Minister-v.u.z.Guttenberg lernen...der hat auf seinen Dr.-Titel großzügig verzichtet, als es gar nicht mehr anderes ging, und gilt heute juristisch und unter Parteifreunden als unschuldig, weil ihm seine massive jahrelange Plagiererei wegen Arbeitsüberforderung und Sorge um seine Familie sogar selbst gar nicht aufgefallen sei...so macht man das, Herr Ponta! Unzurechnungs- fähigkeit steht übrigens auch einer späteren Rückkehr in die politische Verantwortung auf Regierungsebene nicht unbedingt im Weg ;-)))
  • Kritikaster2012

    12Kritikaster2012 schrieb am 21.07.2012, 08:35 Uhr (um 08:45 Uhr geändert):
    Meist sind solche Lotzelach politisch motivierte Angriffe. Früher war es am liebsten das Präferenzverhalten betreffend die Körperöffnung die der Angegriffene bei der copula carnalis präferierte die zum Ziel der diffamierenden Attacke gemacht worden ist. Na ja, das zieht heutzutage nur mehr sehr bedingt da dieses Spiel mittlerweile anders gespielt wird um die Leute auseinanderzudividieren. Jetzt geht es halt an eine dieser Eitelkeiten und so an einen Apell an Neidkopmplexe.

    Und: Was ist denn schon eine "wissenschaftliche" Arbeit? Ein ganef schreibt aus den bichele von 20 anderen ganef ein Einundzwanzigstes. Schreibt er da brav alle Lobhudeleien über die Zwanzig hinein dann ist er aus dem Schneider, wenn nicht dann ein fieser Plagiateur. Früher, so bis in die 30er Jahre, fügte man bei solchen Zitaten gerne noch die Herkunft der "Wissenschafter" mit ein. Wird heute nur noch in Zirkeln wie hier gemacht anscheinend. Was früher bei den "aufrechten und echten Deutschen" der Jud war scheint hier bei den "anständigen Siebenbürgern" der Werbes zu sein. Selber haben die allermeisten Kommentatoren wohl nie einen Hochschulabschluss erreicht. Ist weder ein Mangel noch gar ein Problem. Nur das so Herumschreiben wirkt eben ...
  • Kritikaster2012

    13Kritikaster2012 schrieb am 21.07.2012, 09:24 Uhr (um 09:26 Uhr geändert):
    Wie ich gerade bei sorgfältigerem Lesen bemerkt habe hat Schreiber dazu einen ausgezeichneten Kommentar geliefert dem im Grunde nicht besonders viel noch hinzugefügt werden kann ...

    Die Rücktrittheinis deklarieren sich halt leider leider als ausgezeichnete "Opfer" von Manipulation ...

    Außerdem: Wer hier verfügt schon über ausreichende und vor allem aktualisiert spezialisierte (modernes Juristenrumänisch!) Sprachkenntnisse und auch ausreichende Fachkenntnisse um so eine Arbeit eigenständig zu beurteilen? Ich kann es nicht ...


    Wenn es hoch herkommt, werden das hier 2 bis maximal 5 Leute so halbwegs können und die haben sich bislang nicht geäußert!

    Die anderen Leute sollten halt besser Schreibers Ansicht und "Rat" folgen ...
  • azur

    14azur schrieb am 21.07.2012, 09:46 Uhr (um 09:47 Uhr geändert):
    „Was ist denn schon eine "wissenschaftliche" Arbeit? Ein ganef schreibt aus den bichele von 20 anderen ganef ein Einundzwanzigstes. „

    Der ist gut, Kritikaster2012 bringt´s auf den Punkt.

    Ich bin dafür, dass in diesem Zusammenhang, jede Doktorarbeit geprüft wird. Gleiches Recht für alle. Wäre interessant zu schauen, wie viele „saubere“ Dr. Titel noch übrig bleiben.

    @Seberg; v.u.z. Guttenberg hatte anfangs das Plagiat auch geleugnet. Erst auf massiven Druck der Medien, musste er den Titel abgeben.
  • kranich

    15kranich schrieb am 21.07.2012, 09:59 Uhr (um 10:01 Uhr geändert):
    Was @ Schreiber behauptet, hat irgendwie Hand und Fuß. Sicher ist es nicht Aufgabe von Außenstehenden sich zur Doktorarbeit von Ponta zu äußern, ohne sie genauer zu kennen. Dass sich dahinter andere Interessen verbergen, ist doch so klar, wie das Amen in der Kirche, aber was interessiert dies schließlich uns? Wenn man ihn aus dem Amt jagen möchte, so sollte man ihm andere Mängel ankreiden, letztlich haben doch nicht immer Doktoren Länder regiert.

    Dass das Suchen nach Plagiaten eine Zeit lang in Deutschland in war, lässt sich nicht bestreiten. Auffällig war allerdings, dass es sich jedoch immer nur um Politiker von CDU/CSU und FDP handelte. Ein Schelm, wer da ...

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