Schlagwort: Buchbesprechung

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8. Oktober 2026

Kulturspiegel

„Beziehungsweise(n). Erweiterungen“: Johann Lippets jüngstes Buch wird Literaturgeschichte schreiben

Johann Lippet ist der Dichter und Chronist des Banats. Seit bald sechs Jahrzehnten ist er seinem Thema, dem Banater Herkunftsmeridian, treu geblieben – und er übt ebenso beständig eine kohärente Formsprache aus: einen chronikalisch-nüchternen, oft nominal verknappten Stil, der auf psychologisierende Ausdeutung verzichtet, sich im Vollzug des Schreibens selbst korrigiert und das Wesentliche durch Lakonie und Sachlichkeit sichtbar macht. Sein jüngstes Buch ist nun sein Vermächtnis: Am 5. Oktober ist Johann Lippet in Heidelberg im Alter von 75 Jahren seinem Krebsleiden erlegen. mehr...

15. Juli 2026

Kulturspiegel

Literarische Spaziergänge durch das Oldenburger Land

Als Projekt des Oldenburger Literaturhauses und dessen Leiterin Monika Eden ist 2015 der „Literarische Landgang“ entstanden: Ausgewählte Autorinnen und Autoren erkunden im ersten Schritt das Oldenburger Land, verfassen einen Reisetext und stellen diesen im zweiten Schritt auf einer Lesereise an den besuchten Orten vor – ein Schreib- und Reisestipendium der besonderen Art, das in bisher zwei Büchern seinen Niederschlag gefunden hat. Der erste Band „Fünf Landgänge“ erschien 2021 im Göttinger Wallstein Verlag mit Beiträgen von Matthias Politycki, Marion Poschmann, Michael Kumpfmüller, Mirko Bonné und Judith Hermann; seit diesem Jahr liegt Band II vor, für den die Stipendiaten Jan Brandt, Iris Wolff, David Wagner, Judith Kuckart und Deniz Utlu Texte beigesteuert haben. mehr...

1. Dezember 2025

Kulturspiegel

Ein Standardwerk zur siebenbürgischen Reformationsgeschichte

Sammelband „Initia Reformationis Transsilvaniae. Vielfalt, Aufbrüche, Rezeptionsräume in der Frühen Neuzeit“, herausgegeben von Ulrich A. Wien mehr...

30. November 2025

Kulturspiegel

Statt einer Rezension zu Joachim Wittstocks „Bogengang. Gedichte und lyrische Prosa“

Das vor Kurzem erschienene Buch „Bogengang. Gedichte und lyrische Prosa“ von Joachim Wittstock lässt sich auf einen ersten Blick in die Kategorie etwas befremdlicher Bücher einordnen, was im Grunde nicht ungewöhnlich ist, wenn von Wittstocks Œuvre die Rede ist. Erinnern wir uns doch an „Forstbetrieb Feltrinelli“ (2018) und „Briefe in die Runde“ (2021), beides Beiwerke eines großen Erzählers, der auch mal lyrisch Angehauchtes aufgreift und sich dazu aufrafft, Persönliches zusammenzufassen und der ­Öffentlichkeit poetisch verpackt vorzulegen. mehr...

21. Oktober 2025

Kulturspiegel

Ins Füllhorn gestoßen: Eginald Schlattners Roman „Die dritte Nacht“

Eginald Schlattner hat einen schmalen Roman geschrieben. Wollte man das auf Altersweisheit zurückführen, täte man ihm Unrecht. Denn zum einen hat der Romancier zwar spät debütiert, dafür mit einer Wucht, dass er den Gedanken an sein Lebensalter stets in den Hintergrund zu drängen vermochte. Zum anderen hat er immer schon auf einen Erfahrungsschatz zurückgreifen können, der in einer nahezu paradigmatisch siebenbürgischen Kindheit und Jugend sowie in einer so frühen wie schmerzlichen Auseinandersetzung mit dem rumänischen Stalinismus und Sozialismus begründet liegt. Dass spezielles Wissen und umfassende Bildung sich zur Weisheit geläutert hätten, das hat er nicht zugelassen, erzählt hat er von alledem mit einer Verve, die auch heute nicht nachlässt. mehr...

25. März 2025

Kulturspiegel

Frauen, Männer und alles dazwischen

Kurz vor Jahresende 2024 ist im Schiller Verlag ein Band mit Erzählungen von Karin Gündisch erschienen. Die gebürtige Heltauerin, die mit ihren Kinder- und Jugendbüchern („Geschichten über Astrid“, „Das Paradies liegt in Amerika“, „Im Land der Schokolade und Bananen“ u.a.) in Siebenbürgen, Deutschland und durch Übersetzungen auch international bekannt und vielfach ausgezeichnet worden ist, hat mit „Die Tür zum Paradies“ nach langer Zeit wieder ein Buch für erwachsene Leser vorgelegt. Als beherrschendes Thema kristallisiert sich das Machtgefälle zwischen Männern und Frauen heraus, wie es jedem und vor allem jeder tagtäglich begegnen kann. mehr...

30. November 2024

Kulturspiegel

Aussöhnung mit der Vergangenheit: Christine Birós Lebenserinnerungen

Der Prolog verheißt nichts Gutes, denn „das Kind war untröstlich“, obwohl die Mutter „nach einer Ewigkeit“ – nach langem Weinen, Rufen und Wehklagen – von nebenan, wo die Chorprobe „mit der Mutter als Chorleiterin“ abgehalten wird, auftaucht und „das erschöpfte Bündel“ auf den Arm nimmt. Aber die „gefährlichen Tiere und Monster“, die „Schatten und riesigen Ungeheuer“ lassen sich nicht so leicht vertreiben. Der Einstieg in Christine Birós Lebenserinnerungen „Die Rache des Karpfens. Eine Kindheit in Siebenbürgen“ mutet trostlos an. Wie soll ein Kind, dessen Mutter da ist und doch abwesend, das Urvertrauen entwickeln, geborgen zu sein, geliebt zu werden und in diesem Bewusstsein zu einem Menschen mit gefestigter Persönlichkeit heranwachsen? mehr...

29. November 2024

Kulturspiegel

Die letzte Pfütze Pflaumenschnaps/Zweiter Siebenbürgen-Krimi von Lioba Werrelmann

Paul Schwartzmüller ermittelt wieder! Ein halbes Jahr nach seinen abenteuerlichen Erlebnissen rund um einen Mord auf der Törzburg ist der Kölner Journalist zurück in seinem siebenbürgischen Heimatort und wird erneut in einen Kriminalfall verwickelt. Klirrende Kälte, meterhoher Schnee und gleich mehrere Tote erschweren das Wiedersehen mit Maia, das Paul so herbeigesehnt und sich ganz anders vorgestellt hatte … mehr...

30. Oktober 2024

Kulturspiegel

„Die Lerche hängt an den Wolkenbändern“: Gedanken zum Gedichtband von Volker Bergel

Im schmalen Buch, das ich in den Händen halte, gibt es so viele ausdrucksstarke, bewegende, greifbare Sprachbilder, dass sie sich fast aus dem Papier lösen und davonfliegen. Der Zugang zum Wort ist unverstellt, der Rhythmus klar, die Sprache atmet Freiheit: „Manchmal fallen Blumen/ von den Bäumen/ und manchmal fallen Sterne/ vom Dach/ und manchmal fallen/ leuchtende Augen/ vom Himmel/ Ich weiß nicht/ was ich mit den Blumen/ den Sternen den Augen/ beginnen soll/ die alle darauf warten/ dass ich mit ihnen/ einen Reigen tanze“ (S. 16). mehr...

29. Oktober 2024

Kulturspiegel

Ein Mühlbacher auf den Goldfeldern der weiten Welt: Gustav Adolf Schoppelts Reisebeschreibungen 1895-1902

Leben ist ohne Mobilität nicht möglich. Und zum Menschsein gehört das Reisen – beinahe genauso unabdingbar wie Atmen und Nahrungsaufnahme. Der landläufige Ausdruck für jene Bewegungen größerer und kleinerer Gruppen von Menschen, durch die sich unsere Spezies auf den heimischen Planten breit gemacht hat, ist zwar Wanderung, dennoch handelte es sich letztendlich um Reisen, allerdings mit unbekanntem Ziel. Der innere Antrieb zum Reisen wird damals wie heute Neugier gewesen sein, wenn man den Sinn dieses Wortes weit genug fasst. Mit dem Reisen verbunden waren seit jeher Reisebeschreibungen, denn wer sich nicht auf die Reise machen konnte, der befriedigte seinen Wissensdurst mit dem Studium von Reiseliteratur. mehr...

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