6. Dezember 2011

Bundesvorsitzender erhält Nationalen Verdienstorden Rumäniens

Der Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und Vorsitzende der weltweiten Förderation der Siebenbürger Sachsen, Dr. Bernd Fabritius, ist mit dem Nationalen Verdienstorden Rumäniens im Rang eines Kommandeurs durch den Staatspräsidenten Rumäniens ausgezeichnet worden für seinen persönlichen Beitrag zur Förderung der kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Rumänien. Die Verleihung fand am 30. November im Bayerischen Landtag im Rahmen eines Festaktes anlässlich des rumänischen Nationalfeiertages (am 1. Dezember) statt. Zu dem Festakt, der unter der Schirmherrschaft der Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, stand, hatte die Generalkonsulin von Rumänien, Brânduşa Predescu, eingeladen.
In seiner Danksagung erklärte Dr. Fabritius: „Ich sehe in dieser Auszeichnung, die ich stellvertretend für alle Verantwortungsträger in unserem Verband annehme, eine Anerkennung der Strategie unseres Verbandes, mit unserem Herkunftsgebiet einen zielorientierten Dialog zur Lösung gemeinsamer Anliegen zu führen und auch eine Brückenfunktion im Sinne eines guten Miteinanders in Europa wahrzunehmen. Ich sehe es gleichzeitig als Aufforderung, diesen Weg beherzt fortzusetzen und Rumänien auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu begleiten. Aufmerksam, konstruktiv, auch kritisch - aber immer im Sinne eines Gemeinsamen.“
Danksagung am Rednerpult im Senatssaal des ...
Danksagung am Rednerpult im Senatssaal des Bayerischen Landtags: Bundesvorsitzender Dr. Bernd Fabritius
Es sei nicht selbstverständlich, dass der Staatspräsident eines ehemaligen Staates des Ostblocks, in dem „nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges durch die Untaten der kommunistischen Diktaturen dort seit Jahrhunderten friedlich und als loyale Bürger dieses Staates lebende Deutsche vertrieben wurden, gerade den Bundesvorsitzenden dieser nun mehrheitlich in Deutschland lebenden Volksgemeinschaft mit dem Nationalen Verdienstorden“ ehre. Der Bundesvorsitzende zitierte in diesem Zusammenhang den Außenminister Dr. Teodor Baconschi, der anlässlich seiner diesjährigen Teilnahme am Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl bedauert hatte, „dass mein Land es nicht geschafft hat, die Möglichkeiten dafür zu schaffen, dass Sie in Ihrer Heimat Rumänien hätten bleiben können. Rumänien vermisst Sie“. Solche Signale, die Rumänien auszeichneten, seien von anderen europäischen Nachbarländern nicht zu vernehmen, merkte Fabritius, auch Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen (BdV), kritisch an.
Ordensverleihung im Bayerischen Landtag, von ...
Ordensverleihung im Bayerischen Landtag, von links: Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Bundesvorsitzender Dr. Bernd Fabritius, Generalkonsulin von Rumänien Brânduşa Predescu.
In einem vor Ort vom Rumänischen Fernsehen TVR 1 geführten Interview sagte der Bundesvorsitzende: „Auch wenn das neue Rumänien als moderner Rechtsstaat europäischer Ausrichtung sich vom Unrecht der kommunistischen Diktatur verabschiedet, dieses als solches anerkannt und damit die Grundlage für eine Anknüpfung an jahrhundertealte Traditionen des guten Miteinanders geschaffen hat, wird unser Verband diesen Weg weiter konstruktiv, aber auch kritisch begleiten und im Sinne eines gegenseitigen und guten Miteinanders an der Beseitigung verbliebener Unrechtsbestände mitwirken.“ Die vom Verband der Siebenbürger Sachsen erfüllte Brückenfunktion sei kein Selbstzweck, sondern grundsätzlich sachthemenorientiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel gratuliert

Zur Ordensverleihung gratulierte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel dem Bundesvorsitzenden persönlich. Auf der Bundesdelegiertentagung der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung der CDU/CSU (OMV) am 1. Dezember in Berlin wertete Merkel diese Auszeichnung als Beleg für die besondere Bedeutung der Brückenfunktion der Vertriebenen- und Aussiedlerverbände. In ihrer Rede würdigte Merkel die vorbildhaften Leistungen der Vertriebenen im Hinblick auf Verständigung in einem geeinten Europa der Nationalstaaten. „Diese Bundesregierung wird auch weiterhin ein starker Partner an der Seite der Heimatvertriebenen bleiben“, bekräftigte die Bundeskanzlerin und unterstrich, dass sie die Initiative eines „Nationalen Gedenktages für die Opfer von Vertreibung“ ausdrücklich unterstütze.

Christian Schoger

Schlagwörter: Bundesvorsitzender, Fabritius, Rumänien, Verband, Vertriebene und Aussiedler

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