7. Dezember 2011

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Ehrenamtliche Leistungsträgerinnen unseres Verbandes bei SPD-Empfang ausgezeichnet

Die BayernSPD-Landtagsfraktion veranstaltete am 22. November im Bayerischen Landtag einen Empfang für Heimatvertriebene, Flüchtlinge und Aussiedler. Zweck dieser Veranstaltung, die unter dem Motto „Wir wollen Brücke sein“ stand, war es, auf die in Bayern erbrachten Leistungen der Heimatvertriebenen und (Spät)Aussiedler aufmerksam zu machen. So wurden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich in herausragender Weise für die Bewahrung des Kulturerbes von Vertriebenen und Aussiedlern und für die Verständigung mit unseren europäischen Nachbarn eingesetzt haben. Im Zeichen des 20ll begangenen 100. Internationale Frauentages wurden insbesondere ehrenamtlich tätige Frauen geehrt. Aus den Reihen der Siebenbürger Sachsen waren es mehreren Generationen angehörende Leistungsträgerinnen unseres Verbandes: Maria Schenker (Augsburg), Heidemarie Weber (München), Christa Wandschneider (München), Gerlinde Theil (Geretsried) und Ute Bako (Augsburg).
An dem musikalisch umrahmten Empfang nahmen seitens der BayernSPD zahlreiche politische Mandatsträger teil, allen voran Franz Maget, Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Markus Rinderspacher, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, und Christa Naaß, Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für Fragen der Aussiedler und Heimatvertriebenen. Der Fraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher sprach ein Grußwort. Als Ehrengast war der gebürtige Schlesier Dieter Hildebrandt, Träger des Wilhelm-Hoegner-Preises und Ehrenpreisträger der Landeshauptstadt München, geladen. In einem Gespräch, das Franz Maget mit dem Kabarettisten führte, erzählte Hildebrandt aus seiner Heimat und von seiner Verbundenheit mit den Aussiedlern und Vertriebenen. Im Rahmen der Ehrungen stellte Maget auch die fünf auszuzeichnenden Siebenbürger Sächsinnen einzeln vor und würdigte ihre ehrenamtlichen Leistungen. Ehrung beim Empfang der BayernSPD ...Ehrung beim Empfang der BayernSPD-Landtagsfraktion im Bayerischen Landtag, von links: Heidemarie Weber, Franz Maget, MdL, Gerlinde Theil, Maria Schenker, Christa Wandschneider, Christa Naaß, MdL, Ute Bako, Fraktionsvorsitzender Markus Rinderspacher. Bildquelle: BayernSPD-Landtagsfraktion Maria Schenker, seit 1996 Kulturreferentin der Kreisgruppe Augsburg und seit elf Jahren auch Kulturreferentin der HOG Großau, initiierte 1998 die Beteiligung von Großauer Trachtenträgern am Trachtenaufzug beim Heimattag in Dinkelsbühl. Sie leitet seit 1989 die derzeit aus 36 Mitgliedern im Alter von 13 bis 68 Jahren bestehende Theatergruppe Augsburg mit dem Ziel, unser siebenbürgisch-sächsisches Brauchtum, die Tracht, den siebenbürgisch-sächsischen Dialekt und unsere Lieder zu pflegen. Durch zahlreiche Auftritte dieser Theatergruppe im In- und Ausland hat sie dazu beigetragen, dass das Leben in einem siebenbürgisch-sächsischen Dorf, das es in dieser Form heute nicht mehr gibt, nicht in Vergessenheit gerät. Als profunde Kennerin unserer siebenbürgisch-sächsischen Traditionen achtet sie stets auf die Authentizität der Trachten und gibt damit ihr Wissen um unser Brauchtum an die nachfolgenden Generationen weiter. Sie ist eine ausgewiesene Trachten-Expertin und ist eine Bereicherung für den sogenannten Bockelkurs des Landesverbandes Bayern, der ins Leben gerufen wurde, damit die Kunst des Bockelns der Nachwelt auf Video erhalten bleibt. Ihre kreisgruppenübergreifende Hilfsbereitschaft kam kürzlich darin zum Ausdruck, dass sie eine neu gegründete Jugendtheatergruppe der Kreisgruppe Fürstenfeldbruck leitete und dafür weite Anfahrten in Kauf nahm.

Heidemarie Weber hat als stellvertretende Kreisvorsitzende (1995-2006) und ab 2006 bis 2011 als Vorsitzende der Kreisgruppe München, der zweitgrößten Kreisgruppe unseres Verbandes, viel für den Erhalt unseres Brauchtums getan. Die Auftritte der Kultur- und Jugendgruppen belegen dies beispielhaft. Heidemarie Weber organisierte auch historische und kunsthistorische Führungen, Reisen, zahlreiche Informationsveranstaltungen zu siebenbürgisch-sächsischen Themen, wie zum Beispiel Vortragsreihen, Literaturabende oder Veranstaltungen wie „Jugend trifft Klassik“. Dem Landesvorstand Bayern hat sie zwischen 1996 und 2008 zeitweise als Beisitzerin, kommissarische Protokollführerin und Rechnungsprüferin angehört. Sie engagiert sich nach wie vor auch im sozialen Bereich und ist seit 2006 stellvertretende Vorsitzende des Sozialwerks der Siebenbürger Sachsen, das gemeinnützigen und mildtätigen Zwecken dient und die sozialen und kulturellen Belange sowie die Lebensbedingungen der Siebenbürger Sachsen in aller Welt fördert.

Christa Wandschneider, seit zwölf Jahren als Frauenreferentin des Landesverbandes Bayern tätig, ist seit dem Verbandstag 2011 auch Bundesfrauenreferentin. Sie organisiert Tagungen der Frauenreferenten zu verschiedenen Themen unsere Traditionen betreffend, wie z. B. Trachten. Sie vermittelt bei diesen Tagungen oft auch einiges aus der Geschichte des Veranstaltungsortes und erweitert dadurch die Kenntnisse über die neue Heimat der Siebenbürger Sachsen. Als HOG-Referentin des Landesverbandes Bayern wirkt sie als Bindeglied zwischen dem Landesverband und den in Bayern ansässigen siebenbürgisch-sächsischen HOGs. Bei dieser Aufgabe bringt sie wertvolle Erfahrungen aus ihrer 13-jährigen Tätigkeit als Vorsitzende der HOG Großpold ein. Auch der soziale Bereich kommt bei Christa Wandschneider nicht zu kurz: Sie ist seit 2006 Schriftführerin des Sozialwerks der Siebenbürger Sachsen.

Das ehrenamtliche Wirken von Gerlinde Theil begann in den 90er Jahren in Augsburg zunächst als Mitglied und später zusammen mit Helmut Schwarz als Leiterin der Tanzgruppe und in der Bundesjugendleitung im Kulturreferat. Von 2004 bis 2008 war sie stellvertretende Vorsitzende und seit 2008 Vorsitzende der sehr aktiven Kreisgruppe Bad Tölz – Wolfratshausen, die elf Kultur- und Sportgruppen aufzuweisen hat, und leitete hier auch die Schülertanzgruppe in Geretsried. Sie organisiert seit mehreren Jahren die Teilnahme vieler Kinder und Jugendlicher auch aus anderen Kreisgruppen an der jährlich in einem anderen Ort Europas stattfindenden Trachten-Europeade und ermöglicht unseren jungen Landsleuten auf diese Art, das Brauchtum auch anderer Völker in Europa kennen zu lernen. Sie trägt dadurch zu einer grenzüberschreitenden besseren Verständigung der Nationen Europas bei.

Ute Bako, geb. Schuller, war seit 1999 in der SJD Bayern (SJD: Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland) aktiv. Ab 1999 zunächst als Beisitzerin, später von 2002 bis 2008 als stellvertretende Jugendleiterin und von 2008 bis 2011 als Landesjugendleiterin des Landesverbandes Bayern. Sie setzte sich immer für die Festigung und Erweiterung der Jugendarbeit der Siebenbürger Sachsen in Bayern ein. In ihrer drei-jährigen Amtszeit als Landesjugendleiterin erfuhr die SJD Bayern eine 150-prozentige Steigerung der Finanzsituation. Die Anzahl der Mitglieder verdreifachte sich! Seit 2011 ist sie Kulturreferentin der SJD Bayern und seit 2010 Stellvertretende Bundesjugendleiterin der SJD. Sie bringt sich auch beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl ab 2000 als Hauptverantwortliche für den Zeltplatz ein. Seit vielen Jahren ist sie als Mitglied der Theater- und Tanzgruppe in Augsburg auch auf Kreisgruppenebene aktiv: als Schriftführerin (2000-2008), stellvertretende Kreisgruppenvorsitzende (seit 2008) und von 2002 bis 2010 Leiterin der Jugendtanzgruppe Augsburg.

Der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland gratuliert den Geehrten und freut sich über die Anerkennung, die diese ehrenamtlich tätigen Frauen auch außerhalb unserer Gemeinschaft erfahren! Wir danken der SPD-Fraktion des Bayerischen Landtags, insbesondere ihrer vertriebenenpolitischen Sprecherin Christa Naaß, die diese Veranstaltung organisiert hat.

Landesvorsitzende Herta Daniel

Schlagwörter: Bayern, Ehrungen, Ehrenamt, Landtag

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