15. November 2014

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Fördermittel für deutschsprachiges Schulwesen in Rumänien

Berlin – Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 13. November die Förderung des deutschsprachigen Schulwesens in Rumänien durch gezielte Unterstützung der Lehrenden beschlossen. Im Haushaltstitel werden dazu für das Jahr 2015 insgesamt 750 000 Euro bereitgestellt. Wird der Haushalt für 2015 in der vom Haushaltsausschuss vorgelegten Fassung vom Deutschen Bundestag am 28. November beschlossen, fördert Deutschland direkt die Lehrerinnen und Lehrer an deutschen Schulen in Rumänien.
Prof. Dr. Paul-Jürgen Porr, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, freut sich über die sich hieraus ergebenden neuen Möglichkeiten für die deutsche Minderheit in Rumänien: „Die Ausbildung von Lehrern für muttersprachlichen Unterricht in deutscher Sprache in Rumänien ist für uns Deutsche in Rumänien vital. Wenn der akute Lehrermangel nicht behoben wird, wird es in wenigen Jahren kaum noch deutsche Muttersprachler in Rumänien geben. Unsere Existenz hier wäre gefährdet und es würde letztlich auch ein bedeutender Standortvorteil für deutsche Investitionen untergehen. Wir sind daher allen Abgeordneten des Deutschen Bundestages, insbesondere dem zuständigen Berichterstatter für den Einzelplan 05 (Auswärtiges Amt) im Haushaltsausschuss, Herrn Alois Karl, sowie dem Vorsitzenden des Deutsch-Rumänischen Forums, Dr. Christoph Bergner, und nicht zuletzt unserem Landsmann Dr. Bernd Fabritius sehr dankbar und gratulieren letzterem auch zu seiner Wahl zum Präsidenten des Bundes der Vertriebenen und Aussiedler.“

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Alois Karl, der sich Anfang September gemeinsam mit Dr. Bergner, MdB, ein Bild von der Situation in den deutschsprachigen Schulen vor Ort gemacht hatte, erklärte: „Ich bin sehr froh, dass es erstmalig gelungen ist, diesen Haushaltstitel im Haushalt des Deutschen Bundestages zu verankern und damit in besonderer Weise die Kultur der Deutschen in Rumänien und den muttersprachlichen Unterricht in deutscher Sprache zu sichern.“

Auch bei Dr. Christoph Bergner ist die Freude groß: „Ich bin zuversichtlich, dass es mit den bereitgestellten Mitteln möglich wird, den Status deutschsprachiger Lehrer zu verbessern und damit zum Erhalt dieser Bildungseinrichtungen beizutragen.“, so Christoph Bergner, der sich schon viele Jahre für den Erhalt des deutschsprachigen Schulwesens in Rumänien einsetzt und kürzlich auch eine Veranstaltung in der rumänischen Botschaft dazu organisiert hatte, bei der auch der rumänische Bildungsminister Remus Pricopie anwesend war. Freuen sich vor dem Sitzungssaal des ...Freuen sich vor dem Sitzungssaal des Haushaltsauschusses über die beschlossene Förderung des deutschsprachigen Schulwesens in Rumänien, von links: Dr. Bernd Fabritius, Alois Karl und Dr. Christoph Bergner. Foto: Anne Kupke Dr. Bernd Fabritius, Präsident des Bundes der Vertriebenen (BdV) und Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, sieht durch diesen Beschluss des Haushaltsausschusses vor allem positive Effekte für die kulturelle Identität der Deutschen in Rumänien: „Die Sicherung des muttersprachlichen Unterrichtes der ethnischen Minderheiten, ganz besonders der Deutschen in Rumänien, ist mir ein besonderes Anliegen. Davon hängt die Festigung der kulturellen Identität unserer Landsleute, insbesondere im Kreise der jungen Generation ab. Ich danke daher meinen Kollegen im Deutschen Bundestag, mit denen dieses wichtige Ansinnen gemeinsam durchgesetzt werden konnte, ganz herzlich.“

Ergänzend zur Verankerung der Mittel für die Förderung des deutschsprachigen Schulwesens in Rumänien wurde auch der Titel „Allgemeine Hilfen“ für die Unterstützung der deutschen Minderheiten in Ostmittel-, Ost-, und Südosteuropa durch den Haushaltsauschuss insgesamt um eine Million Euro angehoben. Zudem werden 75 000 Euro bereitgestellt für die Ausgestaltung des Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung, der von der Bundesregierung in diesem Jahr eingeführt wurde und im nächsten Jahr am 20. Juni zum ersten Mal bundesweit begangen wird. „Damit erkennt der Deutsche Bundestag die Bedeutung des Gedenktags an und stellt Bundesmittel für das Gedenken bereit. Das ist ein schönes Signal an alle Opfer von Flucht und Vertreibung in Deutschland. Meinem Kollegen in der CSU-Landesgruppe Dr. Reinhard Brandl, der diesen Bereich als Berichterstatter im Haushaltsausschuss betreut, möchte ich ganz herzlich danken. Mit diesen Positionen ist die Fortsetzung der guten Arbeit für Vertriebene und Aussiedler gesichert.“, bekräftigte Fabritius.

Schlagwörter: deutsche Minderheit, Schule, Bundestag, Fabritius, Porr, Forum

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