13. September 2016

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Aus Liebe und Freundschaft auch nach Drabenderhöhe

„Musik ist die älteste und schönste Sprache der Welt.“ Worte von Andreas Bechstein, die treffender nicht sein könnten. Das zeigte sich bei der Transylvania Hofbräu Band und Transylvania Dance Group aus Kanada, die vom 31. Juli bis zum 2. August Drabenderhöhe besuchten. Unter dem Motto: „Aus Liebe – Aus Freundschaft“ präsentierte die Kulturgruppe aus Kitchener im übervollen Gemeindehaus ein Programm, mit dem sie auf ihrer Tournee die Herzen vieler Menschen gewonnen hat.
„Wir haben es genossen. Es war toll“, meinte Enni Janesch, Vorsitzende der Kreisgruppe Drabenderhöhe, nach dem knapp zweistündigen Pro­gramm. Sie lobte die „gute Musik“ und „fröhlichen und flotten Tänze“. Es sei für alle Sinne und das Herz was dabei gewesen. Mit dem „Siebenbürger Marsch“ von Walter Scholtes eröffnete die Musikkapelle die Darbietungen. Gleich danach marschierte in siebenbürgischen Trachten die Tanzgruppe in den Saal, angeführt von Miss Transylvania 2016, Mikaila Emrich. Es folgten Ländler, Volkstänze und ein Potpourri alter deutsche Lieder und Schlager. Dirigentin Andrea Emrich und Ehemann Dave nahmen das Mikrofon in die Hand, sangen voller Hingabe das Lied „Böhmische Liebe“ (Mathias Rauch) und gaben sich zur Freude des Publikums zum guten Schluss noch einen dicken Kuss.



„Rote Rosen, rote Lippen“ ließen Lisa Fritsch und Dave Spaetzel erklingen. Chor und Tanzgruppe sangen unter anderem „Schwer mit den Schätzen“, „Drei weiße Birken“, „Hohe Tannen“ und „Liebe kleine Schwarzwald Marie“. Die über­wiegend älteren Besucher stimmten in die Lieder mit ein. Als Band und Chor der Tanzgruppe dann noch „Wahre Freundschaft“ und „Siebenbürgen, süße Heimat“ anstimmten, waren einige Mädchen und Jungen so gerührt, dass ihnen Tränen über die Wangen liefen. Spontan liefen Männer und Frauen aus dem Publikum zu den Jugendlichen aus Kanada und umarmten sie. Nach dem Konzert im evangelischen Gemeindehaus: ...Nach dem Konzert im evangelischen Gemeindehaus: Hofbräu-Band und Dance Group mit ­Rainer Lehni (Landesvorsitzender NRW), dem kanadischen Vorsitzenden John Werner, der Drabenderhöher Kreisvorsitzenden Enni Janesch (von rechts) und Ehemann Harry Janesch, Ehrenvorsitzender NRW (1. von links). Foto: Heike Mai-Lehni Enni Janesch hatte in ihrer Begrüßung große Freude darüber ausgedrückt, dass so viele Menschen gekommen waren, um nach 2002, 2012 und 2016 die Gäste aus Übersee zu hören und zu sehen: „Es spricht für Drabenderhöhe, dass es euer Wunsch war, wieder hierher zu kommen.“ Janesch erzählte von dem schönen und großen Fest, das im Juni anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Siebenbürger-Sachsen-Siedlung gefeiert wurde, und meinte: „Wir waren ein bisschen müde, aber wir sind wieder munter geworden.“ Ein besonderer Gruß ging an die Dirigentin Andrea Emrich, die mit Ehemann Dave, ihren beiden Söhnen und zwei Nichten das Ensemble verstärkte.



Mit John Werner, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Kanada, verbinden Enni und Harry Janesch eine Freundschaft, die 1971 beim ersten internationalen siebenbürgischen Jugendlager in Siegen begann. Auch die Flötistin Rosemarie Rawling, deren Eltern 1948 nach Kanada ausgewandert waren, erzählte, dass sie 1971 mit dabei war.

Grüße von Seiten des Bundes- und Landesvorstandes überbrachte Rainer Lehni. Er drückte Wertschätzung für die Arbeit der Landsleute in Kanada aus und meinte, dass es nicht immer leicht sei, fern der Heimat die siebenbürgisch-sächsische Kultur zu erhalten. „Euch ist das hervorragend gelungen.“ Der 1951 gegründete Tran- ­sylvania Club in Kitchener sei mit seinen rund 400 Mitgliedern der größte und aktivste Club Kanadas, so John Werner. Die Mitglieder der Musikkapelle und Tanzgruppe seien Idealisten, die Zeit und Geld opfern, um siebenbürgische Kultur zu erhalten. Ziel dabei sei, die Jugend zusam­men zu bringen, damit sie sich kennenlernen und Ideen austauschen könne. Das Programm, das auch in Salzburg, Vöcklabruck, Wels, Nürnberg und Heilbronn gezeigt wurde, sei „nicht die große künstlerische Spitzenleistung, sondern ein Bekenntnis zu unserer Kultur“, meinte John Wer­ner. Kurzauftritte gab es noch in Dinkelsbühl, Gundelsheim und im Altenheim Drabenderhöhe.



Montags begleitete Enni Janesch die Gäste zu einer kleinen Rundfahrt durch die Siedlung und in die Heimatstube. Uta Beckesch hatte eigens für die Besucher das Siebenbürgisch-Deutsche Heimatwerk geöffnet. Sie freute sich darüber, dass viele junge Leute Interesse an Trachten und Zubehör zeigten.

Abends trafen sich Gäste und Gastgeber im Park Nösnerland. Bei guten Gesprächen wurde gegrillt, die Straßenmusikanten spielten zur Unterhaltung und es wurde gemein­sam gesungen. Es dauerte nicht lange, da gesellten sich Mitglieder des Drabenderhöher Blasorchesters sowie Musiker aus Kitchener dazu. Wie hieß es eingangs? „Musik ist die älteste und schönste Sprache der Welt.“ Dienstags ging es per Bus zum Frankfurter Flughafen und zurück nach Kitchener.

Ursula Schenker


Bildergalerie auf Siebenbuerger.de:

Kanadische Kulturgruppen in Drabenderhöhe (SOXEN-Fotograf)

Schlagwörter: Kulturaustausch, Föderation, Drabenderhöhe, Kanada

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