29. April 2026
Siebenbürgische Geschichte auf Englisch
Im vergangenen Jahr ist ein Buch über die Geschichte der Siebenbürger Sachsen in englischer Sprache erschienen. Karl Gagesch, der in Niagara Falls in Kanada lebt, hat darin nicht nur die lange Historie der Sachsen im Karpatenbogen behandelt, sondern auch Erzählungen seiner Familie verarbeitet, die einen besonderen Zugang zum Thema eröffnen. Stephen Schuller, ein Landsmann aus Kanada, hat das Buch gelesen und ist voll des Lobes.

Wie Herr Gagesch bin auch ich Sohn und Nachfahre der Siebenbürger Sachsen, der „Siebenbürgen Sachsen“, von denen sein Buch handelt. (Der deutsche Name „Siebenbürgen“ bedeutet „Sieben Burgen“ und bezieht sich auf die sieben großen deutschen Städte, in denen Wehrburgen errichtet wurden, um das Land vor fremden Eindringlingen zu schützen – eine Aufgabe, zu der sie oft herangezogen wurden.) In seinem Buch bietet Herr Gagesch nicht nur einen umfassenden Überblick über die Geschichte des Landes, das im 12. und 13. Jahrhundert – und auch in den folgenden Jahrhunderten – auf Einladung der ungarischen Könige von Deutschen besiedelt wurde. Er füllt diesen Überblick zudem mit sorgfältig recherchierten Details, die die Geschichte faszinierend, fesselnd und oft sehr traurig machen. Sein Schreibstil ist so packend, dass ich das Buch an vielen Stellen kaum aus der Hand legen konnte.
Amerikaner lernen die Geschichte Siebenbürgens nicht in der Schule und wissen daher meist nicht, dass die Menschen dort eine demokratische lokale Selbstverwaltung hatten, die derjenigen der amerikanischen Kolonien um Jahrhunderte vorausging, ein öffentliches Schulsystem, das als Vorbild für unseres hätte dienen können, und eine Bevölkerung, die im Grunde einfach in Ruhe gelassen werden wollte, um zu gedeihen – die aber jederzeit bereit war, sich selbst und ihr Land zu verteidigen, wenn es nötig war. Tatsächlich waren die kleinen Städte und Dörfer meist um ihre eigenen „Burgen“ herum organisiert: Kirchen, die von Wehrmauern umgeben waren und in mittelalterlichen Zeiten als Zufluchtsort und Verteidigungsanlage gegen marodierende fremde Truppen dienten.
Der erste Teil von Herrn Gageschs hervorragendem Buch schildert die Geschichte Siebenbürgens von den frühesten Zeiten bis zu den Schrecken der kommunistischen Ära in den Nachkriegsjahren. Es ist keine trockene Geschichtsdarstellung, sondern eine der interessantesten, bewegendsten und lebendigsten Erzählungen, die ich je gelesen habe. Der zweite Teil des Buches ergänzt dies auf brillante Weise, indem er die Geschichte durch die Darstellung seiner eigenen Vorfahren und des kleinen Ortes, in dem sie lebten, zum Leben erweckt. Dadurch erhält der Leser einen persönlichen Einblick in das Alltagsleben der Siebenbürger Sachsen – wer sie waren, wie sie waren und wie sie lebten, welchen Herausforderungen sie sich stellen mussten und wie sie diese über die Jahrhunderte hinweg überstanden und überwunden haben.
Ich habe dieses Buch auf meinem Kindle gelesen, aber ich habe mir zusätzlich eine gebundene Ausgabe bei Amazon für meine persönliche Bibliothek gekauft – so gut hat es mir gefallen! Ich empfehle dieses Buch (mit großer Begeisterung!) jedem, der sich für ein weitgehend unbekanntes Land interessiert, das von Menschen besiedelt wurde, die – ähnlich wie die amerikanischen Kolonisten, aber Hunderte von Jahren früher – ein neues Leben beginnen und gedeihen wollten, aber immer wieder gezwungen waren, ihr Land gegen fremde Mächte zu verteidigen, die sie ausbeuten und ihnen das Erarbeitete nehmen wollten.
Stephen Schuller
Mehr über den Autor und sein Buch: www.karlgagesch.comSchlagwörter: Siebenbürgen, Geschichte, Kanada
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