11. Oktober 2011

Deutsch-rumänische Arbeitsgruppe zur Förderung des muttersprachlichen Deutschunterrichts tagt in Hermannstadt

Die deutsch-rumänische Arbeitsgruppe zur Förderung des muttersprachlichen Deutschunterrichts in Rumänien tagte erstmals gemeinsam am 25. September in Hermannstadt unter dem Vorsitz von Staatssekretärin Iulia Adriana Oana Badea vom rumänischen Ministerium für Bildung, Forschung, Jugend und Sport und dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium des Innern und Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Christoph Bergner. Die Arbeitsgruppe, deren Einsetzung anlässlich der 14. Sitzung der Deutsch-Rumänischen Regierungskommission für Angelegenheiten der deutschen Minderheit am 20. September 2010 in Hermannstadt beschlossen worden war, beriet über Maßnahmen, die dazu dienen, das traditionelle deutsche Schulwesen in Rumänien zu erhalten und die spezifische muttersprachliche Bindung der Angehörigen der deutschen Minderheit zu fördern.
Das rumänische Bildungsministerium hat sich ein mehrjähriges Programm zur Konsolidierung der Qualität des deutschsprachigen Unterrichts zum Ziel gesetzt. Wesentliche Punkte des Programms betreffen: die Aus- und die Weiterbildung der deutschsprachigen Lehrkräfte, Partnerschaften und Austauschprogramme der Bildungseinrichtungen beider Länder, die Intensivierung der schulischen Infrastruktur und eine bessere Versorgung mit deutschsprachigen Lehrbüchern. Beide Delegationen erörterten vorstehende Problembereiche und wollen die Diskussion im nächsten Jahr fortsetzen.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Christoph Bergner, erklärte abschließend: „Der besondere Charakter des deutschsprachigen Schulangebotes in Rumänien besteht in seiner jahrhundertealten Tradition, die es als europäisches Kulturerbe zu bewahren gilt. Ich begrüße, dass die rumänische Bildungsgesetzgebung auf Offenheit für alle interessierten Schüler setzt, so dass das deutsche Schulangebot Rumäniens als ‚Schulen in der Sprache der deutschen Minderheit‘ seine Entwicklungschancen für die Zukunft bewahren kann. Zentrale Herausforderung ist die Sicherung des sprachlich wie fachlich qualifizierten Lehrerangebotes. Hier wird es darauf ankommen, alle Potentiale in Rumänien wie in Deutschland zu erschließen und zu entwickeln.“ Diesbezügliche Aktivitäten unterstützt auch der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland (siehe Siebenbürgische Zeitung Online vom 23. September 2011: „Bayerische Lehrkräfte für Schulen in Rumänien“ – Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus). An der Konferenz in Hermannstadt haben von deutscher Seite auch die Beauftragte für Außenwissenschaftspolitik im Auswärtigen Amt, Dr. Anna Prinz, und der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt, Thomas Gerlach, teilgenommen. Das Bundesministerium des Innern, das Institut für Auslandsbeziehungen, das Goethe-Institut, die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen und der Deutsche Akademische Austauschdienst hatten jeweils Vertreter entsandt. Der rumänischen Delegation gehörten neben Mitarbeitern aus dem Bildungsministerium und Mitgliedern des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) Mitglieder aus dem Schulausschuss des DFDR an, aber auch Vertreter/innen aus dem Schul- , Hochschul- und dem Lehrerfortbildungsbereich.

Schlagwörter: Bildung, Rumänien, Deutschland, Politik

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