18. November 2016

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Siebenbürger Sachse spielt in deutscher Futsal-Nationalmannschaft

Für die 2015 neu gegründete deutsche Futsal-Nationalmannschaft waren die ersten zwei offiziellen Länderspiele in Hamburg ein voller Erfolg. Der Siebenbürger Sachse Daniel Fredel wurde für die beiden Spiele nominiert, kam im zweiten Spiel zum Einsatz und krönte seine Leistung mit einem Tor. Futsal ist die vom Weltfußballverband FIFA anerkannte Variante des Hallenfußballs. Der Name leitet sich vom portugiesischen Ausdruck futebol de salão und dem spanischen fútbol sala (Hallenfußball) ab.
Daniel Fredel, 26 Jahre alt, ist in Böblingen geboren und beide Eltern stammen aus Siebenbürgen. Die Mutter, Katharina Fredel, geb. Herberth, stammt aus Radeln und der Vater, Helmut Fredel, aus Trappold. Daniel spielte in seiner Jugendzeit beim Fußballverein SV Böblingen. Wegen seines Studiums (Sportmanagement) zog er nach Köln, wo er dem Futsal-Team Panthers Köln beitrat, das derzeit in der höchsten deutschen Liga spielt. Nach einem erfolgreichen Lehrgang in Georgien wurde Daniel Fredel vom Bundestrainer Paul Schomann in den Kader der deutschen Futsal-Nationalmannschaft berufen.

Am 30. Oktober traf die Futsal DFB Auswahl auf die erfahrene Mannschaft aus England. Perfekter hätte es für Daniel nicht laufen können. In der ausverkauften Hamburger Inselpark-Halle waren auch Daniels Eltern, Bruder und Freundin mit dabei, um ihn kräftig zu unterstützen. Nach einer starken Leistung gewann das deutsche Team das Spiel mit 5:3. Daniel musste auf seinen ersten Einsatz aber noch warten. Daniel Fredel mit der Nr. 5 jubelt über sein ...Daniel Fredel mit der Nr. 5 jubelt über sein erstes Tor für die deutsche Futsal-Nationalmannschaft. Foto: privat Am 1. November, im zweiten Spiel gegen die Engländer, hatte Daniel seinen ersten Einsatz. Die Engländer waren gewarnt und gingen in der zweiten Minute in Führung. Doch der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Nach nur vier Minuten Spielzeit erzielte Daniel Fredel sein erstes Tor zum 1:1. In einem spannenden Spiel lag Deutschland bis zur letzten Minute mit 3:2 in Führung. 16 Sekunden vor Schluss trafen die Engländer dann doch noch zum 3:3 Ausgleich. Mit der Leistung des DFB Teams kann man zufrieden sein, die Qualifikation für die erste Europameisterschaft 2018 in Slowenien kann beginnen. Trotz der vielen Termine mit der DFB-Auswahl, Pressegesprächen und seines Studiums hat Daniel Fredel sich Zeit genommen, die Fragen von Agathe Krafft und Michael Albert, Vorstand der HOG Trappold, zu beantworten.


Lieber Daniel, wir gratulieren dir recht herzlich zu deiner Nominierung ins Nationalteam und zu deinem ersten Tor. Wie kam es dazu, wie wurde der Bundestrainer auf dich aufmerksam?
Vielen Dank. Ich spiele jetzt seit drei Jahren Futsal im Verein und dadurch auch bei Landesauswahlturnieren. Dort wird vermehrt gesichtet und die in Frage kommenden Spieler werden eingeladen. Durch mehrere Lehrgänge wurde der Kader von insgesamt 50 eingeladenen Spielern auf 16 reduziert, die am Länderspiel teilnehmen durften.


Einlaufen im Deutschland-Trikot, Nationalhymne! An was hast du da gedacht?
Ich war einfach nur stolz, und es war eine Riesenehre für mich. Als Kind habe ich immer davon geträumt, mal in der Nationalmannschaft Fußball zu spielen, und dass es jetzt klappt im Futsal ist einfach schön.


Wie hast du dich gefühlt, als du dein erstes Tor erzieltest – vor den Augen deiner Eltern?
Das kann ich gar nicht beschreiben. Ich wusste ja, wo meine Eltern und auch meine Freundin sitzen und habe kurz meine Faust in ihre Richtung gestreckt. Danach habe ich mich nur gefreut.


Hat sich in deinem Leben nach diesen Länderspielen etwas verändert?
Während des Länderspielwochenendes war es schon aufregend: viele Fans, Autogramme schreiben, Bilder machen und Interviews geben. Aber jetzt, ein paar Wochen später, ist wieder der Alltag eingekehrt und alles ist ganz normal.


Wie geht es jetzt weiter, wann sind die nächsten Spiele?
Aktuell haben wir noch jedes Wochenende ein Ligaspiel. Ende Dezember folgt nochmal ein Lehrgang mit der Nationalmannschaft und Anfang Januar findet das Landesauswahlturnier statt. Danach bekommen wir Bescheid, wer Ende Januar für die EM-Qualifikation nach Lettland eingeladen wird. Dort spielen wir gegen Estland, Armenien und den Gastgeber. Nur der Erstplatzierte kommt in die nächste Runde, die im April 2017 in Rumänien stattfinden wird.


Bist du dann auch dabei?
Das kann ich jetzt noch nicht sagen, aber ich denke, ich habe gute Chancen und hoffe es natürlich auch.


Was verbindet dich mit Siebenbürgen?
Siebenbürgen ist die Heimat meiner Eltern und so auch ein Stück Heimat für mich. Als Kind war ich einige Male dort im Urlaub bei meinem Onkel und habe mit meinem Bruder und den rumänischen Kindern auf den Straßen im Staub Fußball gespielt.


Du und dein Bruder Christian seid Mitgründer der Hobbymannschaft „Trappolder United“, die am siebenbürgischen Fußballturnier in Dinkelsbühl teilnimmt. Bist du zu Pfingsten 2017 wieder in Dinkelsbühl?
Durch den Futsal habe ich sehr wenig Zeit am Wochenende, aber ich werde versuchen, es 2017 auch wieder zu schaffen.


Lieber Daniel, wir wünschen dir noch viele Einsätze in der Nationalmannschaft und eine erfolgreiche Qualifikation für die EM 2018!

Schlagwörter: Futsal, Fußball, Sport

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