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11. Februar 2021

Verschiedenes

Neue Hilfestellung für Kinder von Russlanddeportierten: Suchanfragen an das Deutsche Rote Kreuz

Durch die Gesetze 130/2020 und 232/2020 hat Rumänien die monatlichen Entschädigungszahlungen auf Nachkommen von Verschleppten und Deportierten ausgeweitet. Witwen/Witwer und Kinder von Russlanddeportierten, Bărăganverschleppten, Menschen mit Zwangswohnsitz u.a. können Anträge an die zuständige Behörde ihres früheren Landkreises (judeţ) in Rumänien stellen (siehe Themenschwerpunkt in der SbZ Online). Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bietet neuerdings anhand eines Formulars Hilfe beim Nachweis der Russlanddeportation an, informiert der Bundesaussiedlerbeauftragte Dr. Bernd Fabritius auf seiner Homepage. Lesen Sie weitere Details zur DRK-Suchanfrage im folgenden Artikel, den Sie einfachhalber auch unter der Internetadresse www.siebenbuerger.de/drk-suchanfrage aufrufen können. mehr...

Kommentare

Artikel wurde 26 mal kommentiert.

  • rosicos

    1rosicos schrieb am 11.02.2021, 10:07 Uhr (um 10:13 Uhr geändert):
    Hallo liebe Leute,
    Es wird von dem DRK empholen auf den Antrag über , Gesucht wird:
    auf der ersten Seite
    "Entschädigung für Russlanddeportation" einzutragen so wird der Antrag scheller bearbeitet.
    MfG
    rosicos
  • Roemi

    2Roemi schrieb am 11.02.2021, 12:03 Uhr:
    Sehr geehrter Vorstand,
    sehr geehrter Herr Fabritius,

    vielen Dank an alle die unseren Landsleuten behilflich sind bei der Beschaffung von Nachweisen betreffend die Deportationszeiten.
    Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass der Suchdienst des DRK mit den russischen Archiven zusammenarbeitet. Die Wahrscheinlichkeit hierüber Nachweise betreffend Russlanddeportationen zu erhalten ist sehr groß.
    Was ist aber mit den vielen Deutschlanddeportierten die sich wesentlich schwerer tun an Nachweise zu gelangen? Wo liegen die Deportationsunterlagen dieser Gruppe von Zwangsarbeitern auf? Wäre es nicht sinnvoll auch diesbezüglich aktiv zu werden?
  • Scheibi

    3Scheibi schrieb am 11.02.2021, 15:59 Uhr (um 16:27 Uhr geändert):
    Roemi, danke für die Aufforderung an den Verband in Bezug auf die Beschaffung, der für den Antrag unverzichtbaren Bescheinigung aus der sowjetischen Besatzungszone in Deutschland, wohin ab 1947 die Krankentransporte aus den russischen Deportationslagern gingen, tätig zu werden.

    In welchen Archiven werden Unterlagen aufbewahrt und wer stellt die notwendigen Bescheinigungen der Ankunft und Ende der Maßnahmen auf diesem Territorium aus?

    Hier kommen viele Betroffene nicht weiter. Eine Anfrage des BdV oder der betroffenen Landsmannschaften, wäre eine große Hilfe im Labyrinth der Antragstellung.

    In tägliche begleitenden Beratungsgespräche von Landsleuten, stoßen wir auf diesen, noch ungeklärten Punkt.

    Ich sehe diesen Einsatz, als eine der letzten Würdigungen, die wir unseren deportierten Müttern, Vätern und Großeltern schuldig sind. Wir schätzen die Vielfalt der Erinnerungskultur.

    Die sehr gelungene, mit viel Herzblut von Dr. Irmgard Seedler und den Verband der Siebenbürger Sachsen zusammengestellte Ausstellung „ „,…scoro damoi!“
    Hoffnung und Verzweiflung, Siebenbürger Sachsen in sowjetischen Arbeitslagern 1945-1949“ und der von ihr gestaltete gleichnamige Katalog zur Ausstellung, ist ein Zeugnis professioneller Aufarbeitung dieser traumatischen Zeitepoche, die es aufzuarbeiten gilt. /siehe SbZonline 10.02.2020/
    Ein großes Dankeschön und Chapeau!!!!

    Das Entschädigungsgesetz 130/2020 für Kinder von Deportationsopfern, gibt uns die Möglichkeit uns damit zu beschäftigen.

    Herr Hälf!




  • Roemi

    4Roemi schrieb am 11.02.2021, 23:26 Uhr:
    Noch eine Bemerkung an die Redaktion:

    Die Tatsache, dass sie in ihren Artikeln immer nur von: "Russlanddeportierten" und Baraganverschleppten" sprechen, das tut weh.

    Wo bleiben die vielen Tausende unserer Landsleute, die ab 1946 weiter Richtung West-Europa: nach Österreich, Deutschland etc. zur Zwangsarbeit verschleppt wurden? Schuld an deren Schicksal waren nicht ausschließlich die Sowjets, sondern vorwiegend die Regierung um Dr. Petru Groza und Ana Pauker.
    Die entlassenen Kranken und Schwachen die für die Schwerstarbeit in Russland nicht mehr geeignet waren, wurden in Viehwagons Richtung Heimat geschickt. Da die damalige rumänische Regierung sie nicht aufnehmen wollte, wurden sie Richtung Westen gebracht wo weitere Jahre der Zwangsarbeit (früher als "Sklaverei" bezeichnet) auf sie warteten.

    Kann man "Russlanddeportierte" als Oberbegriff hierfür benutzen? Ich denke nicht.

    Weder das Gesetz 118/1990, noch die nachfolgenden Überarbeitungen beziehen sich ausschließlich auf die beiden von ihnen benannten Gruppen von Deportierten.
  • Rainer Lehni

    5Rainer Lehni schrieb am 12.02.2021, 11:22 Uhr:
    Beitrag um 13:16 Uhr von Moderation geändert.
    Bis 1947 wurden die entlassenen deutschsprachigen Zwangsarbeiter (egal woher sie kamen) von der Sowjetunion nach Frankfurt/Oder gebracht. Dort wurden sie freigelassen, und sind dann in der Regel auf eigene Kappe nach Siebenbürgen zurück, oder auch weiter in den Westen, einige sind auch in der SBZ verblieben. Für die Entschädigung aus Rumänien ist der Zeitpunkt der Rückkehr nach Rumänien maßgeblich. Es muss dann der Zeitpunkt der Rückkehr nachgewiesen werden.

    Von einer Deutschlanddeportation zu sprechen ist somit falsch, da es diese nicht gab. Was nicht heißt, dass es nicht vereinzelte Personen gegeben haben kann, die festgehalten wurden.

    Personen, die in Deutschland verblieben, sollten am besten über den DRK-Suchdienst eine Anfrage stellen.

    Ob die in Frankfurt/Oder Entlassenen registriert wurden oder nicht, ist derzeit nicht bekannt. Die dortigen Unterlagen sind Gegenstand eines aktuelles Forschungsprojektes. Es kann aber niemand sagen, was in diesen Unterlagen drin steht und wann das Projekt abgeschlossen sein wird.
  • Melzer, Dietmar

    6Melzer, Dietmar schrieb am 12.02.2021, 14:31 Uhr:
    Lieber Rainer,
    meine Großeltern(väterlichseits) sind auch bis nach Frankfurt/Oder gekommen und dann so wie Du sagst auf eigene Kappe nach Siebenbürgen mit dem zug zurück nach Siebenbürgen zurück. Meine Oma hat es mir selber erzählt, als sie noch lebte. Sie ist leider an meinem Geburtstag im Alter von 90 Jahren gestorben.
  • Roemi

    7Roemi schrieb am 12.02.2021, 17:13 Uhr:
    Sehr geehrter Herr Lehni,

    ich denke, Sie als Bundesvorsitzender unseres Verbandes, müssten sich genauer informieren bevor Sie einen "Kommentar" von sich geben der zum größten Teil nicht stimmt.
    Man sieht, dass das Thema der Deportationen für Sie weniger relevant ist, bzw., dass Sie wenig oder gar nicht davon betroffen sind, ansonst hätten Sie sich ausführlicher damit beschfäftigt und wären somit besser informiert.
    Hier ein Link zur Hilfestellung und Aufklärung: https://www.banater-schwaben.org/nachrichten/dokumentation/dokumentation-detail/1232-der-weite-weg-nach-hause/. Wenn Ihnen der Artikel nicht ausreicht können Sie ein bisschen im Internet googlen um an weitere Informationen zu gelangen.
    Wenn Sie sich ausführlich über diesen Teil der Geschichte unseres Volkes erkundigt haben, können wir nochmals darüber diskutieren.

    Mit freundlichen Grüßen
    Roemi
  • Roemi

    8Roemi schrieb am 12.02.2021, 18:32 Uhr (um 18:35 Uhr geändert):
    Mein Vater, einer von vielen direkt Betroffenen, hat uns Kindern, oft von den Zeiten der Deportation erzählt, Zeiten die sein ganzes Leben und auch das unserer Familie für immer geprägt haben.

    Ich möchte hier kurz das Schicksal meines Vaters nach der Entlassung aus dem sowjetischen Arbeitslager wiedergeben:
    Anfang 1947 wurde meinem Vater von einem russischen Aufseher verkündet: „Iwan du darfst bald nach Hause“. Die Freude über diese Nachricht war groß, dafür aber umso größer die Enttäuschung, die folgte.
    Der Zug, mit dem die Heimreise erfolgen sollte, hielt fast 2 Wochen an der Grenze zu Rumänien. Die Einreise wurde von den rumänischen Behörden (damaligen Regierung) nicht genehmigt, der Transport fuhr dann in Richtung Deutschland, in die Sowjetische Besatzungszone.

    Im Lager Polte Nord in Frankfurt/Oder angekommen, mussten erstmal alle für 2 Wochen in Quarantäne, bevor sie weiter delegiert wurden.
    Mein Vater kam erst in ein Lager nach Magdeburg und von hier aus in die Obhut eines Bauern, auf dessen Gut er bis zur Heimreise unentgeltlich Frondienst leisten musste.

    Im Frühjahr 1949, nach einem Aufruf im Radio, konnten viele Betroffene über Berlin, einen Antrag auf Rückführung bei der „Comisia de Repatriere“ stellen. Die Heimreise meines Vaters erfolgte im August 1949.

    Diese 2 Jahre und 4 Monate in der Sowjetischen Besatzungszone kann man selbstverständlich Herr Lehni als Deportation bezeichnen. Die meisten unsere Landsleute waren keine „freien“ Menschen. Sie wurden auf Schritt und Tritt beaufsichtigt, mussten sich regelmäßig bei der örtlichen Polizei melden und die „Aufseher“ mussten in regelmäßigen Abständen Berichte erstatten.

    Mein Vater ist in dieser Hinsicht sicher kein Einzelfall gewesen, schlimmer war es für die, die in den Uranminen oder der Industrie arbeiten mussten.

    Ich möchte auch nicht abstreiten, dass es einigen Wenigen gelungen ist (und das sicher nicht ohne Gefahren), nach Westdeutschland zu gelangen, um dann die Heimreise frühzeitig anzutreten.

    Es wäre wünschenswert, dass auch noch andere Landsleute ihre Erfahrungen zu diesem Thema schildern würden.
  • Roemi

    9Roemi schrieb am 12.02.2021, 19:01 Uhr:
    Herr Lehni,

    ich denke auch nicht, dass die Neuankömmlinge direkt aus dem Polte Nord-Lager aus Frankfurt/Oder entlassen wurden. Das Ergebnis des Forschungsprojektes, von dem Sie sprechen, würde mich auch interessieren, vielleicht können Sie es ja - wenn es soweit ist - in der Zeitung veröffentlichen.
    Zum Thema Antrag stellen beim Suchdienst des DRK:
    - den hatte mein Vater noch zu Lebzeiten gestellt (im Jahr 2014). Das Ergebnis der Suche: es wurde nur die russische Akte ausfindig gemacht, diese endet mit der Übergabe in Frankfurt/Oder, ab hier waren die Russen nicht mehr für diese Personen zuständig.
    Erstaunlich, dass der Suchdienst des DRK nur mit den russischen Archiven zusammenarbeitet und nicht auf die Idee kommt landesintern aktiv zu werden. Noch eine Bemerkung hierzu: das DRK hat in allen Lagern in Deutschland, während und nach dem Krieg, eine wichtige Rolle gespielt was die medizinische Versorgung der Zwangsarbeiter anbelangte. Die haben sicher auch Karteien von allen registrierten Personen gehabt – wo sind diese? ……lauter Fragen und keiner kennt die Antworten hierzu.
  • Scheibi

    10Scheibi schrieb am 12.02.2021, 20:01 Uhr:
    Aufarbeitung tiefgreifender historischer Fakten, bedürfen Empathie mit den Betroffenen und im Falle unserer Kommentare bzw. Diskussionsthemen multiples Wissen über die Vielfalt dieses kollektiven Traumas. Ist nicht immer einfach.

    Dietmar Melzer berichtet, dass seine Großeltern auf „eigene Kappe“ aus Frankfurt/ Oder mit dem Zug nach Siebenbürgen zurück kamen. Registrieren wir. Schön, dass die Oma das erzählt hat. Diese Meldung bringt die konkret um Bescheinigungen Fragenden nicht weiter, wohlwissend auf welches Eis ich mich durch meinen Beitrag bei Herr Melzer begebe. Ich halte es aus.

    Was ich schwer aushalte, ist die unbefriedigende Antwort unseres Bundesvorsitzenden.

    Der gut dokumentierte Katalog zur Ausstellung von Dr.Irmgard Sedler „…scoro damoi!“ Hoffnung und Verzweiflung Siebenbürger Sachsen in sowjetischen Arbeitslagern 1945-1949, in Zusammenarbeit mit dem Verband der Siebenbürger Sachsen, die Beiträge können Wissenslücken bezüglich des Themas ......Entlassung von Deportierten schon ab 1946- 1948 in die SBZ schließen. / z.B. siehe Seite 280-282 hier findet Jedermann/Frau Hinweis zur Sachlage.

    Roemi, danke für den Hinweis zu den Artikeln in der Banater Post. Sie vervollständigen das Bild der schwierigen Heimreise und deren Hintergründe.

    Forschungsprojekte gut und schön... erst 2021, traurig aber anscheinend wahr!?
    Wenn dem so ist, dann brauchen die Kinder der Betroffenen einen langen Atem.
    Gut Ding will Weile haben.
    In diesem Sinne, die Hoffnung stirbt zuletzt.

    In den Kommentaren zu dem Artikel geht es um konkrete Anfragen, die hauptsächlich die Generation der zahlenden Mitglieder betreffen.
  • Roemi

    11Roemi schrieb am 13.02.2021, 09:45 Uhr (um 10:10 Uhr geändert):
    Ich möchte hier nochmals zusammenfassen:

    Da die Kranken, Invaliden und Schwachen für die Sowjets eine Last darstellten, wurden die ersten Deportierten bereits 1945 entlassen, in den nachfolgenden Jahren kamen immer mehr dazu. Wenige von diesen Heimkehrern durften zurück nach Rumänien.

    Für die rumänische Nachkriegsregierung war der Befehl Stalins, betreffend Zusendung von Arbeitskräften für Reparationszwecke, ein willkommenes Fressen: die beabsichtigte „Zwangssäuberung“ konnte in die Wege geleitet werden. Aus diesem Grunde weigerte sich die Regierung um Gheorghe Gheorghiu-Dej, Ana Pauker etc. Jahre lang, die entlassenen Deportierten wieder aufzunehmen.

    Die Russen wollten unsere von Leid und Krankheit gezeichneten Mütter und Väter nicht mehr haben, die Rumänen noch weniger und für die anderen angrenzenden Länder waren sie auch nur eine Last. Wohin damit? Die einzige Lösung war: in die Sowjetische Besatzungszone.

    Die beiden Auffanglager in Frankfurt/Oder waren das Tor zur Freiheit für die vielen deutschen Heimkehrer (Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter etc.) für unser Volk waren sie mehr oder weniger das Tor zurück ins Leben. Sie wurden aufgepäppelt, aber frei waren sie trotzdem nicht.
    Für die SMAD und die SED war zu jenem Zeitpunkt jede Arbeitskraft willkommen. Die marode Wirtschaft und die Landwirtschaft mussten wieder funktionieren, dafür waren die: „Vertriebenen“, „Zivilinternierte“, „Ostarbeiter“, „deutsche Umsiedler“ (der Begriff „Zwangsarbeiter“ wurde aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr verwendet) etc., sehr gut geeignet. Es gab genug Essen, die Krankenversorgung war gewährleistet und die Arbeitsbedingungen waren „menschlicher“, aber es war und bleibt „Zwangsarbeit“. (Eine Bemerkung nebenbei: Zwangsarbeit gab es auch noch zu Zeiten der DDR.)

    Erst nachdem der Druck von Außen und von Innen auf Rumänien, betreffend die Entlassung und Rückführung der Deportierten, immer größer wurde, musste die Regierung umdenken und entsprechend handeln. Die Heimkehr unserer Landsleute war nicht das Ende der Odyssee, ich zitiere aus dem Artikel "Der weite Weg nach Hause" von der Landsmanschaft der Banater Schwaben: „Die Deportierten haben fünf Jahre unter schwierigsten Bedingungen Zwangsarbeit geleistet, nur weil sie Deutsche waren. Für die Männer der Jahrgänge 1926, 1927 und 1928 waren damit Fron und Elend noch nicht vorbei. Sie wurden in der Folge zu rumänischen Arbeitsdiensteinheiten eingezogen und mussten in Kohlengruben, Asbestminen und auf Baustellen nochmals drei Jahre Zwangsarbeit leisten. Einen Teil der Russlandverschleppten traf auch noch das Los der Bărăgan-Verschleppung 1951 bis 1956. Ohne geringste eigene Schuld mussten viele unserer Landsleute elf Jahre ihres jungen Lebens in Unfreiheit verbringen.“

    Auch das war noch nicht das Ende der „Säuberungsmaßnahme“ – später wurden wir wie Vieh an Deutschland verkauft.


  • Wiesnkäfer

    12Wiesnkäfer schrieb am 13.02.2021, 13:44 Uhr:
    Die Schilderung aus den Kommentaren sind sehr berührend und ergreifend. Als Nicht-Betroffene kann ich das natürlich nicht in dem Ausmaß nachempfinden wie die Nachkommen von Deportierten. Ich kann nur hoffen dass die Nachkommen entsprechend entschädigt werden.
  • Roemi

    13Roemi schrieb am 13.02.2021, 17:38 Uhr (um 17:45 Uhr geändert):
    Hallo Wiesnkäfer,
    es geht nicht nur um Entschädigung und auch nicht um die Höhe von derselben. Das Leid das unserem Volk über Generationen hinweg zugefügt wurde kann man mit Geld allein nicht wieder ungeschehen machen, da müsste wesentlich mehr passieren.
    Wie wäre es z.B. mit Offenlegung der Karten von allen Beteiligten?
  • Melzer, Dietmar

    14Melzer, Dietmar schrieb am 14.02.2021, 14:02 Uhr:
    Hallo Roemi,
    man kann nur von Glück sprechen, dass überhaupt über dieses Thema der Rußlanddeportation gesprochen und aufgegriffen wird. Es ist aber leider etwas verspätet, denn die meisten Zeitzeugen sind schon lange verstorben. Auch beim Thema Flucht und Vertreibung ist es genauso....
    Man kann leider nur Gedenken, Mahnen, Denkmale errichten bzw. pflegen, in Büchern, Schulbüchern dieses Thema erwähnen und schreiben, damit sowas nie, nie wieder passiert, egal welches und was für ein Volk es ist. Krieg, Flucht, Vertreibung, Deportation sind Themen, die traurigen Charakter haben und man kann nur um Vergeltung bitten, aber gut machen kann man es nie....es ist sowas wie, Heimweh....
  • Helmine1951

    15Helmine1951 schrieb am 15.02.2021, 15:16 Uhr:
    Sehr geehrter Vorstand,

    ich habe über den Suchdienst des DRK den Nachweis über die Deportationszeit aus Russland für meine Mutter bekommen. Sie kam krankheitsbedingt 1946 in die russische Besatzungszone wo sie bis 1949/1950 blieb.Über diese Zeit hat mir der Suchdienst vom DRK keinen Nachweis geschickt, mit der Begründung, es liegen keine Unterlagen vor. Nun meine Frage: An welche Behörde soll man sich wenden, um für die Zeit aus der russischen Besatzungszone Nachweise zu erhalten. Es wäre sehr hilfreich, wenn der Vorstand bzw. Herr Dr.Fabritius auch darüber Auskunft erteilen würden.
  • Rainer Lehni

    16Rainer Lehni schrieb am 17.02.2021, 08:08 Uhr:
    Beitrag um 08:11 Uhr von Moderation geändert.
    Liebe Helmine1951,
    diese Frage kann man nicht so einfach beantworten, weil hier weitere Angaben fehlen.
    Wenn Ihre Mutter 1949/1950 nach Rumänien zurückgekehrt sein sollte, zählt als Ende der Deportationszeit der Tag der Rückkehr nach Rumänien. Der muss nachgewiesen werden.
  • Doris Hutter

    17Doris Hutter schrieb am 17.02.2021, 23:19 Uhr (um 23:19 Uhr geändert):
    Zur Frage von Helmine1951, an welche Behörde man sich wenden kann:

    Es war keine zentrale Aktion irgend einer deutschen Stelle, dem Verband ist nicht bekannt, dass diesbezüglich ein Vergleich geregelt wurde.

    Für „Verschleppung“ in Deutschland kann es jedenfalls nach Dekret 118 keine Entschädigung geben.
    Der Verband empfiehlt daher: Die Leute müssen den Zeitpunkt der Ankunft in Rumänien belegen, darauf kommt es an.
  • Scheibi

    18Scheibi schrieb am 18.02.2021, 11:52 Uhr:
    Die Antworten der Vertreter des Verbandes der Siebenbürger Sachsen e. V. in Deutschland, bezüglich der sich wiederholenden Fragen zur Hilfestellung sind oberflächlich, unzureichend, nicht fundiert und nicht zielführend.
    Diese Haltung den Betroffenen und deren Anliegen gegenüber, spricht eine Sprache für sich.
    Lieber Handeln statt verbaler Akrobatik.
    Mitgliederwerbung oder Erhalt steht auf einem anderen Papier.
  • Roemi

    19Roemi schrieb am 18.02.2021, 13:50 Uhr (um 13:54 Uhr geändert):
    Liebe Frau Hutter,

    für "Verschleppung" nach Deutschland kann es selbstverständlich Entschädigunszahlung nach Dekret 118/1990 geben.
    Sie haben richtig erkannt, dass man hierfür Nachweise betreffend dem Zeitpunkt der Heimkehr benötigt. Um dieses Thema geht es auch die ganze Zeit in diesem Chat.
    An Stelle von Halbwissen und Verwirrung zu verbreiten wäre es sinnvoller zu Handeln.

    Vielen Dank.
  • Melzer, Dietmar

    20Melzer, Dietmar schrieb am 18.02.2021, 19:01 Uhr:
    Krieg, Flucht, Vetreibung, Verschleppung, Deportation sind unterschiedliche Themen mit traurigem Charakter, die sehr oft
    von den Politikern in einen Topf zusammen gelegt werden, aber
    es ist schön, dass über Deportation, endlich wenigstens darüber
    gesprochen wird.
  • Rainer Lehni

    21Rainer Lehni schrieb am 19.02.2021, 09:51 Uhr:
    Beitrag um 09:54 Uhr von Moderation geändert.
    Ich wiederhole gerne nochmals: Für diejenigen die aus Deutschland (egal ob Ost oder West) nach Rumänien zurückgekehrt sind, ist der Tag der Rückkehr für das Ende der Deportation essentiell. Der muss nachgewiesen werden z.b. durch einen Eintrag bei der Gemeinde (solche Fälle sind bekannt). Und es gibt nach unserem Wissenstand derzeit keine Behörde in Deutschland die ensprechende Angaben machen kann, wer wann wo wie lange sich zwischen Entlassung aus der Deportation und der Rückkehr nach Rumänien befunden hat und irgendwelche Listen hat. Die Mehrheit der nach Deutschland Entlassenen war auf sich selbst gestellt und konnte wie weiter oben schon mehrfach geschrieben, meistens auf eigene Kappe weiterziehen. Was nicht heißt, dass es Einzelfälle gegeben haben kann, die festgehalten wurden, Ausnahmen bestätigen immer die Regel. Nach Angaben mehrerer Historiker sind diese Tatsachen richtig.
    Ich weiß, diese Antwort wird nicht jedem der hier Kommentierenden gefallen, es macht aber auch keinen Sinn falsche Hoffnungen zu wecken. Und nochmals: Die Zeit der Rückkehr ist nachzuweisen, dass kann keine deutsche Behörde, dieser muss aus Rumänien kommen. Der beste Nachweis ist immer noch das Arbeitsbuch.
  • Melzer, Dietmar

    22Melzer, Dietmar schrieb am 19.02.2021, 10:16 Uhr:
    Film, der im rumänischen Fernsehen ausgestrahlt wurde,
    kann man unter diesem LINK anschauen.....
    Die Deportierten - DEPORTATII-Un tren în necunoscut (@TVR3)
    LINK: https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=A6TdF_vcLe8&feature=youtu.be
  • Roemi

    23Roemi schrieb am 19.02.2021, 11:35 Uhr:
    Lieber Herr Lehni,
    haben sie sich bei den deutschen Behörden zu diesem Thema erkundigt, oder kennen sie Personen die das gemacht haben um solche Behauptungen in die Welt zu setzen? Wenn ja, würde uns gerne interessieren was diesbezüglich unternommen wurde.


  • Peter Otto Wolff

    24Peter Otto Wolff schrieb am 20.02.2021, 11:49 Uhr (um 11:51 Uhr geändert):
    Und es gibt sie doch, die Archive der deutschen Sowjet-Zone, der ehemaligen DDR, entgegen anderen Behauptungen von offizieller Seite! Es ist allerdings Eines, wenn der Einzelne um Auskunft bettelt, oder eine anerkannte Organisation, z. B. unser Verband, um institutionelle Hilfe bittet! Hier z.B. ein Link, auf eine Anfrage einer Forumteilnehmerin, wobei ich eher eine Bringschuld deutscher Behörden sehe bevor ich mich, als deutscher Bürger, an den guten Willen anderer Staaten (Ukraine, UDSSR) appelliere!


    https://archiv.sachsen.de/archiv/bestand.jsp?oid=03.04&bestandid=30408&syg_id=4097)
  • lakrima

    25lakrima schrieb am 23.02.2021, 11:51 Uhr:
    wäre der Hinweis SMAD-Befehl.... von Nutzen für die Herrschaften?

    08.20.11 Erfassung ausländischer Arbeiter in Betrieben der Industrie und Landwirtschaft (gemäß SMAD-Befehl Nr. 163/1946)

    https://archiv.sachsen.de/archiv/bestand.jsp?oid=03.04&bestandid=30408&syg_id=4109#
  • lakrima

    26lakrima schrieb am 23.02.2021, 11:59 Uhr:
    Ich möchte nur mal ganz vorsichtig alle darauf hinweisen - vlt. auch solche, die mit den inländischen Ausgaben nicht immer einverstanden sind.... : die Entschädigungen zahlt weder die Regierung, noch der Staat... es sind die Steuerzahler, Leute wie du und ich... (ok die Mittel können via EU auch von uns kommen....). Nachdenk!

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