16. Februar 2014

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HOG-Vorstand strukturiert sich neu

Zu einer erweiterten Vorstandssitzung des Verbandes der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften (HOG) hatte der Vorsitzende Hans Gärtner außer dem geschäftsführenden Vorstand auch die Regionalgruppenleiter und deren Stellvertreter sowie Vertreter verschiedener siebenbürgisch-sächsischen Institutionen eingeladen. Zweck dieser Sitzung, die vom 8. bis 9. Februar im „Salzburger Hof“ in Gingen an der Brenz stattfand, war u. a. die Neudefinierung der Verbandsaufgaben, die Verbesserung der Kooperation mit anderen siebenbürgisch-sächsischen Institutionen sowie die Überprüfung und Anpassung der Organisationsstruktur des Verbandes.
Zunächst wurde über die in den letzten drei Monaten vom neu gewählten Vorstand geleisteten Aktivitäten berichtet, der Haushaltsplan besprochen, das Gerüst der neuen Internetpräsenz vorgestellt und auf notwendig gewordene Satzungsänderungen aufmerksam gemacht, ehe man zu den beiden Hauptthemen überging: die Verbesserung und Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen dem HOG-Verband und der ihm nahestehenden siebenbürgisch-sächsischen Organisationen sowie die Umstrukturierung des HOG-Verbandes.

Der Siebenbürgisch-Sächsische Kulturrat, vertreten durch seinen Vorsitzenden Dr. Konrad Gündisch, ist ein Zusammenschluss überregional tätiger siebenbürgisch-sächsischer Organisationen und Institutionen, der sich für die Erhaltung und Förderung unseres Kulturguts einsetzt und, zunächst 1969 unter dem Namen Siebenbürgisch-Sächsischer Kulturbeirat, gegründet wurde, um gegenüber Förderern von Bund und Ländern für all seine Mitgliedsvereine, zu denen auch der HOG-Verband gehört, mit einer Stimme aufzutreten. Der seit 1982 als Siebenbürgisch-Sächsischer Kulturrat eingetragene Verein führt kulturelle und wissenschaftliche Aufgaben im Sinne des § 96 des BVFG durch und steht den HOGs beratend zur Seite, wenn es darum geht, mit Anliegen bezüglich der Sicherung des Kulturerbes an die Ministerien und andere Einrichtungen heranzutreten. Die einzelnen HOGs sollten ihre Förderanträge nicht ohne vorherige Beratung durch den Kulturrat stellen, weil im Fall einer besseren Absprache dringende Anliegen im Bereich des Kulturerbes und der Kulturarbeit der Siebenbürger Sachsen vorrangig behandelt werden können.

Der Vertreter des Landeskonsistoriums der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, Hauptanwalt Friedrich Gunesch, lobte die sehr gute Kooperation der Heimatkirche mit dem HOG-Verband. Gemeinsam mit diesem soll ein Mustervertrag für Kooperationsvereinbarungen zwischen Kirchengemeinde und HOG bzw. zwischen der EKR und dem HOG-Verband aufgesetzt werden. Auch sollte in Zukunft in jeder Bezirkskirchenversammlung in Hermannstadt einer der Tagungsordnungspunkte die Zusammenarbeit mit den HOGs des entsprechenden Bezirkes sein. Zu diesem Zweck sollten die Regionalgruppenleiter in Zukunft an den Bezirkskirchenversammlungen teilnehmen. Zur besseren Zusammenarbeit mit den Pfarrern regte Hans Gärtner an, den HOG-Vorsitzenden zu empfehlen, auch die Pfarrer aus Siebenbürgen zu ihren Treffen einzuladen. Durch intensiven Austausch ist es einfacher, die Themen und Probleme des anderen zu verstehen. Die Teilnehmer der erweiterten Vorstandssitzung ...Die Teilnehmer der erweiterten Vorstandssitzung des HOG-Verbandes mit „SJD-Burgi“, dem Kuscheltier der SJD Jugendorganisation. Foto: Inge Hermann Über eine gute und hilfreiche Zusammenarbeit mit dem HOG-Verband berichtete auch Alfred Mrass, stellvertretender Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland. Leider sei manchmal ein Konkurrenzdenken zu spüren. Da beide Verbände gleichberechtigte Partner sein wollen, die die Geschicke der Siebenbürger Sachsen bewältigen, müssten kleine Unterschiede in der Auffassung überwunden werden. Ferner betonte Alfred Mrass, dass auch Vereinigungen Mitglied im Verband werden können und dass außer dem HOG-Verband drei einzelne HOGs beigetreten sind, um dadurch die Zusammenarbeit auch auf diesem Wege zu intensivieren. Hans Gärtner erklärte, dass er den Beitritt einzelner HOGs zum Verband nicht unterstützen werde, die gleiche Erklärung habe er schon bei seiner Wahl zum HOG-Verbandsvorsitzenden abgegeben. Er sei für klare Strukturen, Aufgaben und Verantwortungen innerhalb der Verbände. Andererseits seien er und der gesamte HOG-Vorstand der Auffassung, dass jeder Siebenbürger Sachse, der in Deutschland wohnt, Mitglied des Verbandes der Siebenbürger Sachsen sein sollte. Diesbezüglich werde sich der HOG-Verband voll einsetzen.

Von Seiten des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR), der politischen Vertretung der Deutschen in Rumänien, war der Vorsitzende des Siebenbürgenforums Martin Bottesch anwesend. Er unterstrich die gute Zusammenarbeit mit dem HOG-Verband auf vielen Ebenen und wies darauf hin, wie wichtig es sei, sich jetzt schon Gedanken über die Zukunft unseres sächsischen Kulturerbes zu machen Da die rumänische Bevölkerung dieses Erbe irgendwann mal übernehmen und weiterpflegen wird, muss ein Weg gefunden werden, diese hierfür zu sensibilisieren. Dabei sollten die HOGs ihre Nähe zu den Heimatgemeinden nutzen und sich um eine stärkere Verbindung zur orthodoxen Bevölkerung und zu den Bürgermeisterämtern bemühen. Das Forum, das den guten Ruf der Siebenbürger Sachsen hat, könnte ihnen dabei behilflich sein.

Die Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland (SJD), vertreten durch die Stellvertretende Bundesjugendleiterin Ingrid Hermann und durch die HOG-Referentin Bettina Mai, ist bestrebt, das kulturelle Erbe der Siebenbürger Sachsen und die siebenbürgische Gemeinschaft lebendig zu erhalten. Um die SJD zu stärken und dadurch die Pflege und Förderung der sächsischen Gemeinschaft und ihrer Werte auch für die Zukunft zu sichern, sollten die HOGs ihre jungen Mitglieder über die Existenz und die Ziele dieser Organisation informieren. SJD-Mitglieder sind gerne bereit, HOG-Treffen zu besuchen, sich vor Ort mit den Kindern und Jugendlichen zu treffen, um sich und ihren Verein vorzustellen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Des Weiteren sollten auch über die Heimatblätter Informationen verbreitet sowie Treffen der HOG-Jugendreferenten mit dem Vorstand der SJD organisiert werden, um weitere Wege der Kooperation zu finden. Eine in Rumänien stattfindende Zusammenkunft von Vertretern der SJD mit dortigen Jugendorganisationen würde die Zusammenarbeit auch auf dieser Ebene intensivieren.

Von der engen Verbindung des Hilfskomitees der Siebenbürger Sachsen und evangelischen Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD e.V. zum HOG-Verband berichtete Pfarrer Hans Schneider. Die Pfarrgemeinschaft vermittelt Pfarrer, die bei HOG-Treffen Gottesdienste halten. Hans Schneider wünscht sich, dass die gute Zusammenarbeit mit den HOGs, dem HOG-Verband und mit den Siebenbürgern auch weiterhin bestehen bleibt und dass die christlichen Werte und die Tradition auch in Zukunft an alle Siebenbürger vermittelt werden.

Das zweite große Thema dieser Sitzung war die Umstrukturierung des HOG-Verbandes, d. h. Vorschläge zur Aufteilung der Regionalgruppen, Festlegung von Referaten, Satzungsänderungen usw. zu besprechen, um all diese Dinge in einer späteren außerordentlichen Mitgliederversammlung zu beschließen. Hans Gärtner erläuterte einleitend, dass der HOG-Verband durch neue Aufgaben mehr Präsenz als bisher zeigen müsse. Die Regionalgruppen müssten aktiver werden, konkrete Aufgaben übernehmen. So sollten sie den Kontakt zu ihren Kirchenbezirken und zu den Zentrumsforen pflegen und intensivieren und die Informationen an die HOGs weitergeben. Eine zweite wichtige Aufgabe der Regionalgruppen soll ab 2016/2017 die Mitausrichtung des Heimattages in Dinkelsbühl sein.

Die gegenwärtige Aufteilung der Regionalgruppen wurde 1980 vorgenommen, nach damals festgelegten Kriterien. Die neue Gruppenstrukturierung soll an die jetzigen fünf Kirchenbezirke angepasst und in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Herbst beschlossen werden. Die Regionalgruppen würden dann von neun auf sieben Gruppen reduziert werden, Nordsiebenbürgen und Burzenland sollen weiterhin selbstständig bleiben. Dr. Hans Franchy schlug vor, den erweiterten Vorstand des HOG-Verbandes durch den Hauptanwalt der Landeskirche, den Vorsitzenden des Siebenbürgenforums und durch den Vorsitzenden des Hilfskomitees aufzustocken. Diesem Vorschlag wurde einstimmig zugestimmt. Er soll in der nächsten Mitgliederversammlung umgesetzt werden.

Im Anschluss wurden folgende Referate neu festgelegt und zum Teil besetzt: Recht (Dr. Heinz Götsch), Internet (Gertraut Gärtner), Presse (wird noch besetzt), Audio/Video (Günter Czernetzky), Genealogie (Jutta Tontsch), Jugend (Bettina Mai), Kultur (wird noch besetzt).

Jutta Tontsch


Schlagwörter: HOG, Verband, Vorstand, Sitzung

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