19. Oktober 2015

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Treffen der Superlative: Hermannstädter in Dinkelsbühl

Durchweg positiv waren – sehr zur Freude der Organisatoren – die Rückmeldungen zum 17. Hermannstädter Treffen, das vom 25.-27. September in Dinkelsbühl unter dem Motto „Spuren suchen – Wege finden“ stattfand. „Das beste Hermannstädter Treffen“, so das Urteil des Ehrenvorsitzenden der Heimatgemeinschaft der Deutschen aus Hermannstadt (HDH), Jürgen Schus-­ ter, und wer ihn kennt, weiß, was das zu bedeuten hat.
Die Mitgliederversammlung fand am Freitagnachmittag statt und begann mit der Begrüßung der Vorsitzenden Dagmar Zink, die betonte, dass es gelte, neue Wege zu beschreiten und sich den Herausforderungen zu stellen, damit die HDH weiter existieren könne. Ein Umdenken sei gefragt und man dürfe nicht starr am Alten festhalten. Rudi Klubitschko, 1. Stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer der HDH, verlas den Rechenschaftsbericht. Im Kernpunkt seiner Rede ging es um Altersstruktur und Anzahl der Mitglieder, vor allem aber um die Werbung neuer Mitglieder und das Medium Internet. Weiter kamen zu Wort: Christa Schenker, 2. Stellvertretende Vorsitzende, Marianne Hügel, Schatzmeisterin der HDH, die einen genauen Zahlenbericht für die Jahre 2013-14 vorlegte, und Dagmar Zink in ihrer Funktion als Redakteurin des „Hermannstädter Heimatboten“. Protokoll führte die Schriftführerin Uta Klein. Nach vier Jahren gab es Neuwahlen, die man wie folgt beschreiben kann: Aus Alt mach Neu, denn der alte ist auch der neue Vorstand. Zusätzlich wurden fünf Ersatzpräsidiumsmitglieder gewählt: Peter Betsy, Hannes Elischer, Gerlinde Schuller, Heinz Acker, Constantin Apolzan. Durch die Wahlen führte souverän Werner Kloos, Stellvertretender Landesvorsitzender der Siebenbürger Sachsen in Bayern.Der alte und neue Vorstand der HDH, von links: ...Der alte und neue Vorstand der HDH, von links: Marianne Hügel, Uta Klein, Christa Schenker, Dorith Wegmann, Dagmar Zink, Hannelore Schneider und Rudi Klubitschko. Foto: Roland Zink Der Festakt des Treffens begann am Samstag um 10.30 Uhr im großen Schrannensaal. Die Organisatoren hatten ein gutes Händchen bewiesen bei der Auswahl der Gäste und des Programms. Welcher Veranstalter wünscht sich nicht folgende Worte zu hören: „Ich hätte noch stundenlang jedem einzelnen Redner zuhören können“. Es sprachen Dagmar Zink, Werner Kloos, Dr. Christoph Hammer, Oberbürgermeister von Dinkelsbühl, und Dorith Wegmann, Vorsitzende des Freundeskreises Landshut/Sibiu/ Hermannstadt. Die einfühlsame und kurzweilige Festrede hielt Prof. Hans Klein, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen aus Hermannstadt, der auf die Aktualität des Mottos verwies. Mit seiner Interpretation der Spurensuche und des Wegefindens zog er die Zuhörer in seinen Bann.

Einführend sang der Fürther Chor unter Leitung von Angelika Melzer. Das künstlerische Rahmenprogramm war von hoher Qualität und ließ keine Wünsche offen. „De Lidertrun“ begeisterte das Publikum mit einer instrumentalen Darbietung und machte Lust auf mehr. Der junge Münchener Pianist Octavian Renea, Filtsch-Preisträger, der vor seinem Auftritt sichtlich bewegt an seinen kürzlich verstorbenen Freund Peter Szaunig erinnerte, erntete lang anhaltenden Applaus nach seinen beiden Soloauftritten. In seiner feinsinnigen Interpretation der Ballade Nr. 1 Op. 23 in G-moll von Chopin ließ er das Thema mit unterschiedlichen emotionalen Inhalten aufleben und wurde mit lang anhaltendem Applaus belohnt. Mark Schuschnig interpre­tierte zwei Szenen aus „Faust“. Das Schlusswort sprach Dagmar Zink, die nochmals das Motto auf­griff und den Wunsch äußerte, dass das Treffen und die Begegnungen mit den Menschen möglichst zahlreiche Spuren hinterlassen mögen.

Nach dem Festakt gab es vor der Schranne die traditionellen „Mici“ von der Metzgerei Moser aus Nürnberg. Baumstriezel und andere siebenbürgische Spezialitäten gab es im neuen Café von Johanna Schneider.

Im Gemeindehaus St. Paul teilten sich der Maler Gert Messmann mit seinen großflächigen Bildern und der Augsburger Fotograf Otto Schemel mit wunderbaren Hermannstadt-Fotografien den Raum. Im Kunstgewölbe begeisterte die Malerin Marietta Lutsch mit ihren Bildern, die von Venedig und Hermannstadt, von Verlust, Schmerz und Lebensfreude erzählten. Einen ganz anderen Blick auf die Welt eröffneten die Kleinplastiken von Marianne Ganea. Dass die Welt nicht nur aus Siebenbürgen besteht, bewiesen die wunderbaren Aufnahmen von Fernreisen von Karin Scheiner. Ursula Hergesell, die bei jedem Hermannstädter Treffen mit Keramikexponaten dabei war, hatte großen Erfolg mit ihren Produkten. Als Aussteller waren im Kunstgewölbe dabei: Erni Seidner, der seine Bücher und Ansichtskarten anbot, sowie Jürgen Schulz, der sich auf Textilveredelung spezialisiert hat.

Der Samstagnachmittag war zwei Vorträgen vorbehalten: Manfred Huber hielt vor einer interessierten Zuhörerschaft einen Bildvortrag über „Die Hohenzollern in Rumänien: Ihre Geschichte (1866 bis heute) und ihre ,Geschichten‘“, gefolgt von dem mit Spannung erwarteten Vortrag „Rumäniens neuer Präsident Klaus Johannis – Pläne, Probleme, Perspektiven“ von Dr. Anneli Ute Gabanyi. Mit regem Interesse folgten die Zuhörer den Ausführungen der bekannten Politologin.

Dann hieß es in den großen Saal des Kunstgewölbes eilen, um einen Platz beim Konzert der „Lidertrun“ zu ergattern. Musik und Show, Heiteres und Besinnliches, Sächsisches, Deutsches, Rumänisches und Ungarisches entführten die Zuhörer in ein Siebenbürgen, wie es es seit eh und je gab. Wäre es nach dem Willen des Publikums gegangen, sie hätten noch weiter gespielt. Doch in der Heilig-Geist-Kirche warteten schon Ilse Maria Reich (Orgel) und Christoph Reich (Bariton). Nach der Hektik des Tages führte der Weg der Zuhörer nach innen, getragen im Wechsel von Orgelspiel und Gesang durch Kompositionen von Nicolaus Bruhns, Händel, Bach, Mendelssohn, Cesár Franck und Peter Cornelius. Als Draufgabe gab es das sächsische Volkslied „Det Motterherz“.

Um 20.00 Uhr ging die große Party in der Schranne los. Die Veranstalter wurden für ihre Mühe und ihr Konzept belohnt. Die schwungvolle Musik der Band „Magnesia“ ließ den bis auf den letzten Platz belegten Saal rocken. Manch einer musste enttäuscht wieder gehen, der Saal war zu klein. Es ist uns gelungen, Alt und Jung durch das verbindende Element Hermannstadt zusammenzubringen. Die Spurensuche führte zum Erschließen neuer Wege.

Am Abschlusstag des Treffens fand ein vom Hermannstädter Stadtpfarrer Kilian Dörr zelebrierter und von Ilse Maria Reich und Christoph Reich einfühlsam begleiteter Gottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche statt. Wir danken allen, die dabei waren und zum guten Gelingen des 17. Hermannstädter Treffens beigetragen haben. 2017 wollen wir uns hoffentlich gesund und frohen Herzens wieder treffen.

Dagmar Zink

Schlagwörter: Hermannstadt, Treffen, Wahlen, Dinkelsbühl

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