12. November 2001

Presseseminar für HOG-Publikationen

"Wir haben viele Anregungen bekommen", war die allgemeine Meinung der Teilnehmer an der ersten Arbeitstagung für Herausgeber und Redakteure von siebenbürgischen HOG-Publikationen, die vom 26. bis 28. Oktober 2001 im Gasthof "Neuhaus" bei Crailsheim stattfand. Man trennte sich mit dem Wunsch, regelmäßig an solchen Treffen teilnehmen und weiterhin Erfahrungen austauschen zu können.
An der Tagung, die von der Regionalgruppe Burzenland der siebenbürgisch-sächsischen Heimatortsgemeinschaften in Zusammenarbeit mit dem HOG-Dachverband und der Siebenbürgischen Zeitung organisiert wurde, waren 14 Heimatblätter - Publikationen von Heimatortsgemeinschaften bzw. Nachbarschaften - durch ihre Herausgeber oder/und Mitarbeiter vertreten, einige davon Anfänger, die zum ersten Mal eine Zeitung machen, andere mit langjähriger Erfahrung. Sie alle fanden den einführenden Vortrag von Siegbert Bruss, Redakteur der Siebenbürgischen Zeitung, über "Grundlagen der Journalistik - Meldung und Bericht" äußerst lehrreich. Vor allem, weil es nicht bei der Theorie blieb. Jeder erhielt die Aufgabe, aufgrund vorgegebener Informationen eine Nachricht von acht bis zehn Zeilen zu schreiben, die am nächsten Tag analysiert wurde: Ist die Nachricht richtig aufgebaut? Steht das Wichtige am Anfang und in der richtigen Reihenfolge? Zweck des Vortrags und der praktischen Übung war laut Siegbert Bruss „die Verbesserung der Qualität unserer Heimatblätter“. Zum Nachlesen und „Studieren“ erhielt jeder Teilnehmer die von Hannes Schuster erstellte Arbeitsmappe „Handreichungen für ehrenamtliche Pressereferenten“.
Zum Thema „Wie gestalte ich das Heimatblatt?“ referierte Karl-Heinz Brenndörfer, Vorsitzender der Heimatgemeinschaft Heldsdorf und Organisator der Veranstaltung. Der Referent sieht im Heimatblatt „das sichtbare Band, das die Mitglieder einer HOG untereinander verbindet. Gerade aus der Notwendigkeit miteinander zu kommunizieren, sind diese Heimatblätter überhaupt entstanden.“ Es seien meistens Rundschreiben gewesen, die in der Regel „ein Idealist“ an seine Landsleute schickte, die sich aber in der Zwischenzeit zu richtigen kleinen Zeitungen entwickelt haben.
In Siebenbürgen gab es rund 241 Ortschaften mit deutscher Bevölkerung. 226 sind zurzeit in Deutschland in irgendeiner Form organisiert, aber nur knapp 50 geben regelmäßig ein Heimatblatt heraus. Die Heimatblätter unterscheiden sich voneinander nach Format, Umfang, Inhalt, Drucktechnik. Alle haben aber das gleiche Ziel: den Zusammenhalt der Landsleute zu pflegen, sie zu informieren – über Neues aus der alten Heimat, vor allem aber über Neues in der Heimatortsgemeinschaft: Familiennachrichten, Berichte über Klassentreffen, Nachbarschaftstreffen, Feste, gemeinsame Reisen usw. Brenndörfer gab wichtige Tipps, wie Informationen gesammelt werden, wie man an verschiedene Quellen herankommt, zählte Themen von allgemeinem Interesse auf und schilderte die Entstehung seines Heimatblattes vom Zusammentragen des Materials und der Bearbeitung der Manuskripte, über das Spiegeln der Seiten bis hin zum Druck und Versand.
Auf die beiden Vorträge folgten lebhafte Diskussionen, wobei einige Teilnehmer noch mehr Ratschläge hören wollten und andere darauf brannten, eigene Erfahrungen mitzuteilen. Von den Vorträgen und den Diskussionen der anderen „Hobby-Journalisten“ profitierten wohl am meisten Hans Martini und Frank Schartner, die gemeinsam mit anderen HOG-Verantwortlichen zu Weihnachten die erste Nummer des Großauer Blattes erstellen wollen.
Am Samstagabend wurden noch zwei Kurzbeiträge geboten: Michael Brenndörfer (HOG Kronstadt-Bartholomä) referierte über die „Aktuelle Lage in der rumänischen Landwirtschaft“ und Karl-Heinz Brenndörfer (HG Heldsdorf) über „Die Partisanen“, den bewaffneten antikommunistischen Widerstand in Rumänien 1948–1956, ergänzt mit einem Dokumentarfilm des rumänischen Fernsehens. Beide Referate, die auf einer gründliche Recherche fußen, regten zu Fragen und interessanten Diskussionen an.
Am Abschlusstag ergab die Auswertung der Tagung, dass sich die Teilnehmer weitere Zusammenkünfte wünschen. Karl-Heinz Brenndörfer erklärte sich bereit, in zwei oder drei Jahren die zweite Arbeitstagung zu organisieren. Johann Imrich (Deutschkreuzer Heimatbote), Stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Siebenbürgisch-sächsischen Heimatortsgemeinschaften e. V., der am ersten Tag die Grüße des Vorstands des HOG-Dachverbands überbracht und einen kleinen Zuschuss desselben an alle Teilnehmer in Aussicht gestellt hatte, lobte die Tagung „als Modell dafür, wie die HOGs zusammenarbeiten können“. Bei der Tagung waren folgende Publikationen vertreten: Bartholomäer Mitteilungsblatt, Briefe aus Brenndorf, Deutschkreuzer Heimatblatt, Deutschweißkircher Bote, Großauer Blatt, Wir Heldsdörfer, Leschkircher Heimatglocke, Mediascher Zeitung, Schäßburger Nachrichten, Schirkanyer Heimatblatt, Schönauer Mitteilungsblatt, Tartlauer Wort, Weidenbächer Heimatblatt, 5. Zuckmantler Nachbarschaft.

Horst Breihofer


(gedruckte Ausgabe: Siebenbürgische Zeitung, Folge 18 vom 15. November 2001, Seite 9)

Schlagwörter: Pressereferenten, HOG-Verband, Burzenland

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