25. Juli 2017

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Ein Mediascher als Blues Brother

Die Coburger Sommeroperette präsentiert vom 9. bis zum 20. August in der Waldbühne Heldritt das Comedy-Musical „Blues Brothers in Prison“, in dem eine der beiden Hauptrollen mit Karsten Kenzel, einem vielversprechenden Multitalent, besetzt ist.
In Mediasch geboren und in München aufgewachsen, zog es Karsten Kenzel schon früh zur Musik und auf die Bühne. So war es nur konsequent, dass er ein Studium an der Bayerischen Theaterakademie August Everding am Prinzregententheater München absolvierte. Dort hat er einen Abschluss als „Diplom Musical Darsteller“ erworben, doch wer seine Laufbahn verfolgt, die bereits mit zahlreichen Auftritten während des Studiums begann, stellt schnell fest, dass er sich nicht auf das Genre beschränkt, das in seinem Abschlusszeugnis steht.

Auch wenn Musik und Tanz ihm viel bedeuten und hier sicher auch seine besondere Begabung liegt, so hat er ebenso oft auch Theaterrollen angenommen und brilliant gespielt. Zählte er 2010 beim „Woodstock Open Air“ in Gera noch zu den „neuen Gesichtern“, so wurde die „Harry Belafonte Story“ ab 2012 zu einem Publikumsmagneten. Kenzel tritt hier zusammen mit seinem Freund und großen Vorbild Ron Williams auf, den er im vergangenen Jahr auch für die Produktion von „Blues Brothers in Prison“ gewinnen konnte. In der spritzigen Komödie, die im vergangenen Jahr bei den Alzenauer Burgfestspielen Premiere hatte, spinnt der Autor Thomas Elben die Geschichte der beiden Bluesbrüder Jake und Elwood weiter. Er ersinnt eine Geschichte, bei der es um die Rettung eines Waisenhauses geht, das von der Schließung bedroht ist. Bei der Geldbeschaffung werden die beiden Ganoven geschnappt und landen im Gefängnis, wo es dann richtig rundgeht. Mit spritziger Musik und flotter Choreographie mischen die beiden Ganoven Jake (Thomas Gerber) und Elwood (Karsten Kenzel) das Jailhouse auf und bringen den Gefängnisdirektor (Ron Williams) zum (musikalischen und tänzerischen) Überschäumen.

Karsten Kenzel ...Karsten KenzelDie Alzenauer, bei denen Karsten Kenzel nun bereits zum dritten Mal in Folge gastiert, erlebten ihn auch in Theaterproduktionen für Kinder und Erwachsene. In „Der Fall Alzenau oder Blut am Mühlrad“, eine auf den Spielort, die mittelalterliche Burg in der Stadtmitte zugeschnittene Krimi-Komödie, spielt Kenzel einen umtriebigen Pfarrer und kann dabei sein vielseitiges Talent in einem anderen Genre als dem Musical unter Beweis stellen. Ein Kinderstück rundete das Programm ab.

Die Liste der Produktionen, an denen Kenzel in den vergangenen acht Jahren mitgewirkt hat, ist lang und umfasst zahlreiche Genres der Kleinkunst. Bescheiden, aber selbstbewusst stellt er im Gespräch selber die Frage, ob man davon leben kann, und antwortet selbst: Ja, man kann, wie man sieht. Es ist kein sesshaftes Leben, es ist ein Leben auf Reisen, doch ein Leben voller Überraschungen und Abwechslungen, voller Begegnungen mit Menschen. Wer Musik und Tanz so sehr liebt wie Karsten Kenzel, der nimmt eben dieses „Nomadenleben“ in Kauf, um sich seinen Traum zu verwirklichen. Er habe in der Regel Engagements für ein Jahr im Voraus, was in der Branche durchaus nicht üblich ist. Wer ihn auf der Bühne erlebt hat, weiß, warum das so ist

Lassen Sie sich also überraschen von Karsten Kenzel und von „Blues Brothers in Prison“ in Coburg, oder, wenn Sie weiter nördlich wohnen, ab dem 11. November 2017 in Magdeburg. Dort tritt Karsten Kenzel bis zum Frühjahr 2018 in dem Musical von Alan Menken „Der kleine Horrorladen“, einer Parodie auf die Horrorfilme der 1960er Jahre auf. Das Stück, das nach seiner Uraufführung 1982 schnell zu einem der erfolgreichsten Off-Broadway-Musicals überhaupt geworden ist, verspricht neben guter Musik schrägen Spaß und damit beste Unterhaltung.

Hansotto Drotloff

Schlagwörter: Kultur, Theater, Musical, Schauspieler, Mediasch

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