21. März 2007

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Hagen Jobi: "Ich möchte gestalten"

Seit dem 26. September 2004 hat der Oberbergische Kreis einen Landrat mit siebenbürgisch-sächsischen Wurzeln. Hagen Jobi, der heute 60 Jahre alt wird, wurde zwar nicht in Siebenbürgen geboren, sondern in Berkau, Sachsen Anhalt. Seine Eltern Julius und Gertrud Jobi stammen aber aus Schäßburg und aus Meschen.
Schon als Kind mussten er und seine drei Geschwister erfahren, wie schwierig es für die Eltern war, sich im Nachkriegsdeutschland eine agesicherte Existenz aufzubauen. So zog die Familie nach Hannover, von dort nach Frankfurt, wo Hagen die Volksschule und die Handelsschule besuchte, die er mit der Mittleren Reife abschloss. Geprägt von siebenbürgischer Tradition in seinem Elternhaus, suchte er in Frankfurt Kontakt zu siebenbürgischen Jugendlichen aus der dortigen Volkstanzgruppe. Hier schloss er Freundschaften, die bis heute anhalten. Noch in Frankfurt erlernte Hagen den Beruf des Groß- und Außenhandelskaufmanns und bekam anschließend eine Stelle in einem Verkaufsbüro der Bayer AG in der Mainmetropole. Nach seinem Wehrdienst kam er in das Stammwerk der Bayer AG nach Leverkusen. Hier lernte er die aus Trier stammende Anna-Maria-Clara geb. Rommerskirchen kennen, die er 1963 heiratete. Anne, wie sie von allen genannt wird, unterstützte ihn schon immer im Beruf, im Amt und auch in seinen vielfältigen Verpflichtungen tatkräftig.

Landrat des Oberbergischen Landkreises ist ein Siebenbürger Sachse: der 60-jährige Hagen Jobi.
Landrat des Oberbergischen Landkreises ist ein Siebenbürger Sachse: der 60-jährige Hagen Jobi.
Von 1970 bis 1973 absolvierte der junge Mann ein Studium an der Fachhochschule Köln, das er mit dem Betriebswirt (grad) – heute Diplomkaufmann – abschloss. Wieder arbeitete er nachher als kaufmännischer Angestellter bei der Bayer AG in Leverkusen, bis er sich 1979 selbstständig machte und die „Finanzplus“ (Unterneh- mens- und Finanzberatung, Vermögensverwaltung und Versicherungsvermittlung) in Drabenderhöhe gründete.

Die junge Familie erwarb 1974 in Drabenderhöhe ein Haus, nicht in der Siebenbürger-Sachsen-Siedlung, sondern im Altdorf am Rande der Siedlung, wo sie zur Nachbarschaft Unterwald gehörte, die die anliegenden Nachbarinnen und Nachbarn außerhalb der Siedlung mitbetreut. Im Oberbergischen wurden die Kinder Markus, Birgit und Heiko geboren.

In Drabenderhöhe, einer der drei großen Ortschaften der Stadt Wiehl, begann Jobis politische Karriere. Nach dem plötzlichen Tod des siebenbürgischen Stadtratsmitgliedes Eduard Dürr, dessen persönlicher Vertreter er war, kam er 1982 für die CDU in den Wiehler Stadtrat. Schon zwei Jahre später folgte er Robert Gassner als Mitglied in den Kreistag des Oberbergischen Kreises nach. 1989 übernahm er das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters in Wiehl, um 1999 stellvertretender Landrat des Oberbergischen Kreises zu werden. Am 2. Juni erfolgte der Einzug als Landtagsabgeordneter in den Landtag von Nordrhein-Westfalen. Doch ihn reizte die Arbeit auf kommunaler Ebene. In einem Interview mit einer regional ansässigen Zeitung hatte Jobi gesagt: „Ich möchte gestalten. Schon als Landtagsabgeordneter ist mein Hauptaufgabenfeld die Kommunalpolitik und die Verbindung und Abhängigkeit von Landes- und Kommunalpolitik gewesen.“ Bei der Kommunalwahl 2004 wurde der CDU-Kandidat mit 52,6 Prozent der Stimmen zum Landrat des Oberbergischen Kreises gewählt, „dem schönsten Kreis von ganz NRW“, wie der Landrat bei fast allen Ansprachen nicht müde wird zu betonen. Das Amt mit all seiner Verantwortung und den vielen Terminen nimmt ihn sehr in Anspruch. Nun hat er weniger Zeit für die Siebenbürger Sachsen, aber ihre Probleme beschäftigen ihn nach wie vor, und man kann sich auch manch guten Rat von ihm holen.

25 Jahre lang war Jobi stellvertretender Vorsitzender in der Kreisgruppe Drabenderhöhe, in einer Zeit des Aufbaus und der Integration von zuziehenden Landsleuten. Hier hat er sich Verdienste erworben. Er verstand es immer, auf Menschen zuzugehen und schnelle, sachorientierte Lösungen zu finden. Dafür wurde er an seinem 50. Geburtstag mit dem Goldenen Ehrenwappen der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen ausgezeichnet.

Am 21. März 2007 wird der Jubilar seinen 60. Geburtstag mit einem offiziellen Empfang im Hermann-Oberth- Kulturhaus in Drabenderhöhe feiern. 270 geladene Gäste werden erwartet, darunter der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Michael Breuer, der Regierungspräsident von Köln, Hans-Peter-Lindlar, Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Landräte und Regierende Oberbürgermeister aus dem Regierungsbezirk Köln, Bürgermeister, Vertreter aus Wirtschaft und Handel, Vertreter der siebenbürgischen Landsmannschaft mit dem Bundesvorsitzenden Volker Dürr an der Spitze, eine große Familie und viele Freunde. Am Nachmittag werden der Honterus-Chor und die siebenbürgische Blaskapelle ein Geburtstagsständchen bringen.

Lieber Hagen Jobi, herzlichen Glückwunsch zu Deinem 60. Geburtstag von allen Nachbarinnen und Nachbarn aus Drabenderhöhe und allen Siebenbürger Sachsen, die Dich kennen. Wir wünschen Dir Gesundheit, Zufriedenheit im Kreise der Deinen und Gottes Segen für Dein verantwortungsvolles Amt.

Enni Janesch

Schlagwörter: Drabenderhöhe, Nordrhein-Westfalen, Persönlichkeiten

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