4. November 2010

9. Jungsachsentag der SJD in Augsburg: Für Nachwuchs sorgen

Der 9. Jungsachsentag der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD) begann mit einer halben Stunde Verspätung. Während fieberhaft an der Dekoration für den am Nachmittag stattfindenden Volkstanzwettbewerb gearbeitet wurde, trafen die Teilnehmer des Jungsachsentages nur tröpfchenweise in der Reischleschen Wirtschaftsschule (RWS) in Augsburg ein. Um 10.00 Uhr eröffnete Bundesjugendleiter Rainer Lehni die Tagung und begrüßte als Ehrengäste den Bundesvorsitzenden des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, Dr. Bernd Fabritius, und die Vorsitzende des Landesverbandes Bayern, Herta Daniel. Ein Team der deutschen Sendung des Rumänischen Fernsehens unter der Leitung von Christel Ungar-Ţopescu war vor Ort, um den alle drei Jahre stattfindenden Jungsachsentag zu filmen.
Dr. Bernd Fabritius betonte in seinem Grußwort, dass er nicht nur als Bundesvorsitzender, sondern auch als Mitglied der SJD anwesend sei, und sprach von der „Zukunft des Verbandes, die hier versammelt ist – wir sind stolz auf euch.“ Er ermunterte die Jugend zur Fortführung ihrer guten Arbeit und hob besonders die erfolgreiche Einnahme von Spenden hervor, die die SJD unter anderem durch ein Benefizkonert gesammelt und an die Stiftung Siebenbürgische Bibliothek gespendet hatte. Manche Kreis- oder Landesgruppe könne sich davon eine Scheibe abschneiden, so Fabritius. Auch die „Landesmutter“ Herta Daniel brachte ihren Stolz über die Jugendarbeit zum Ausdruck. In den letzten Jahren hätten vermehrt junge Leute Verantwortung in den bayerischen Kreisgruppenvorständen übernommen, und die Leistung bei der Steigerung der Mitgliederzahl sei „gewaltig“. Mit einem Augenzwinkern regte sie einen Erfahrungsaustausch mit dem Bundesverband zu diesem Thema an. Bevor Rainer Lehni mit seinem Tätigkeitsbericht begann, übermittelte er Grüße des Ehrenvorsitzenden des Verbandes, Dr. Wolfgang Bonfert, der einer der Mitbegründer der SJD ist und ihre Entwicklung von Anfang an begleitet hat. Link zum VideoVideo: Robert Sonnleitner im Interview mit Elmar Wolff und Rainer Lehni Die SJD organisierte in den vergangenen drei Jahren 41 Veranstaltungen, darunter Sitzungen, Seminare, Freizeiten und Tanzveranstaltungen. Als Höhepunkte bezeichnete Lehni die Volkstanzwettbewerbe, das Benefizkonzert mit „Amazonas Express“ und die Heimattage in Dinkelsbühl, an denen die Jugend als Mitausrichter maßgeblich beteiligt ist. Besondere Erwähnung fand auch das im April 2009 erstmals durchgeführte Föderationsjugendgespräch in Hermannstadt. Eine intensivere Vernetzung der Jugendverbände der weltweiten Föderation der Siebenbürger Sachsen sei trotz dieses guten ersten Ansatzes wünschenswert, ebenso die stärkere Einbindung der Jugendreferenten der Heimatortsgemeinschaften und eine bessere Zusammenarbeit mit der Deutschen Jugend in Europa (DJO).

Die Zahl der Tanzgruppen, deren Vertreter die SJD ist, hat sich seit dem letzten Jungsachsentag bundesweit von 61 auf 75 erhöht. Bemerkens- und lobenswert und ein Mittel gegen die Überalterung der Verbandsmitglieder sei die Gründung zahlreicher Kindergruppen in den vergangenen drei Jahren, so Lehni. Auch die Mitgliederzahl der SJD habe sich erfreulich gesteigert, von 108 Mitgliedern 2004 auf 456 im Jahr 2010, eine Steigerung um über 80 Prozent. „Wir können darauf stolz sein, aber uns nicht darauf ausruhen“, sagte der scheidende Bundesjugendleiter Rainer Lehni und schloss seinen Bericht mit der Bemerkung, dass der Mitgliederwerbung weiterhin „oberste Priorität“ eingeräumt werden muss. „Wir müssen für Nachwuchs sorgen!“
Die neue Bundesjugendleitung mit (1. Reihe, von ...
Die neue Bundesjugendleitung mit (1. Reihe, von links) Herta Daniel, Elmar Wolff, Rainer Lehni und Dr. Bernd Fabritius; 2. Reihe, von links: Ute Bako, Kurt Bening, Stephanie Kepp, Udo Schneider, Marion Wagner-Hermann; 3. Reihe, von links: Mathias Krauss, Irmgard Hell, Christian Guist, Edwin-Andreas Drotleff; 4. Reihe, von links: Mathias Petri, Wolfgang Bretz, Astrid Sutoris, Bettina Brantsch, Christine Göltsch, Anita Mai, Andreas Roth. Es fehlen: Gwendoline Onghert-Renten und Ingrid Hermann. Foto: G. Roth
Der Kassenbericht der Kassenwartin Gwendoline Onghert-Renten wurde für in Ordnung befunden und die Bundesjugendleitung entlastet. Anträge waren nicht zu besprechen und über einige kleine Änderungen in der Jugend- und Geschäftsordnung der SJD wurde ohne lange Diskussionen positiv abgestimmt. Vor der Wahl der neuen Bundesjugendleitung ging dann ein wahrer Ehrungs- und Geschenkeregen in der Aula der RWS nieder. Rainer Lehni, der sich nach 15 Jahren Tätigkeit in der SJD nicht mehr zur Wahl stellte, bedankte sich zunächst bei seinem Stellvertreter Elmar Wolff mit dem Jahrbuch des Hilfskomitees für 2011 und einer siebenbürgischen Mini-Keramikvase – Geschenke, die er im weiteren Verlauf an alle seine Mitstreiter überreichte. Von Herta Daniel wurde Wolff zudem das Silberne Ehrenwappen des Verbandes verliehen. Das Silberne Ehrenwappen wurde ebenfalls an Heike Mai-Lehni verliehen, das ihr von ihrem Mann Rainer in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen für ihre Verdienste in der SJD und in der Landesgruppe NRW überreicht wurde. Geküsst wurde auch, was bei Ehrungen ja eher selten ist und dem ganzen einen gewissen Charme verlieh. Als Draufgabe bekam sie noch eine Dankesurkunde des Verbandes, überreicht vom Bundesvorsitzenden. Rainer Lehni bedankte sich weiterhin bei Christine Göltsch, der von Bernd Fabritius für ihre Arbeit in der SJD und ihre Bemühungen um den Volkstanz das Goldene Ehrenwappen des Verbandes ans Revers geheftet wurde, bei Ingwelde Juchum-Klamer, die von Fabritius eine Ehrenurkunde in Empfang nahm, bei Gwendoline Onghert-Renten, Marion Wagner-Hermann, Renate Zäckel, Thomas Nikolaus, Astrid Sutoris, Mathias Petri, Edwin-Andreas Drotleff, der sich ebenfalls über eine Urkunde aus den Händen des Bundesvorsitzenden freuen durfte, Kurt Bening, Christian Guist, Wolfgang Bretz sowie Gabi Hedwig und Jürgen Binder, die auch beide eine Urkunde von Bernd Fabritius erhielten. Ein weiterer – und letzter – Dank von Rainer Lehni ging an die Landesjugendleiterinnen Ingwelde Juchum-Klamer (Hessen), Bettina Brantsch (Rheinland-Pfalz), Karin Nägler (Baden-Württemberg), Ute Bako (Bayern), Heike Mai-Lehni (Nordrhein-Westfalen) und ihre Stellvertreter. Zu guter Letzt bedankte sich Christine Göltsch im Namen der gesamten Jugend bei den scheidenden Ingwelde Juchum-Klamer, Heike Mai-Lehni und Rainer Lehni mit Trophäen und einer Flasche Hochprozentigem. Der Bundesvorsitzende schloss sich mit einem herzlichen Dankeschön an und beendete mit der geheimnisvollen Bemerkung „Der Rest kommt in zwei Wochen“ den Ehrungs- und Geschenkeregen, der sich ein wenig wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest angefühlt hatte – inklusive Tränen, guten Wünschen und Umarmungen.
Bundesjugendleiter Elmar Wolff (2. von links) und ...
Bundesjugendleiter Elmar Wolff (2. von links) und seine Stellvertreter (von links): Stephanie Kepp, Christine Göltsch, Andreas Roth, Ute Bako. Foto: G. Roth
Eine neue Bundesjugendleitung wurde unter dem Wahlpräsidenten Dr. Bernd Fabritius und dem Wahlpräsidium, bestehend aus Herta Daniel, Ines Wenzel, Harald Krauss und Evelin Teutsch, gewählt. Elmar Wolff wurde mit großer Mehrheit zum neuen Bundesjugendleiter gewählt, seine Stellvertreter sind Christine Göltsch, die auch das DJO-Referat betreut, Ute Bako, Stephanie Kepp, die gleichzeitig zur Kulturreferentin gewählt wurde, und Andreas Roth, der auch für das HOG-Referat zuständig ist. Schriftführerin bleibt Marion Wagner-Hermann, neue Kassenwartin ist Irmgard Hell, ihre Stellvertreterin Gwendoline Onghert-Renten, das Pressereferat übernimmt Ingrid Hermann. Udo Schneider ist für die Mitgliederverwaltung zuständig, Astrid Sutoris betreut das Föderationsreferat, Christian Guist und Kurt Bening das Sportreferat, Mathias Petri das Internetreferat. Neu ist das Kinderreferat, dessen Belangen sich Bettina Brantsch annehmen wird. Zu Beisitzern wurden schließlich Anita Mai, Wolfgang Bretz, Mathias Krauss und Edwin-Andreas Drotleff gewählt.

Der neue Bundesjugendleiter Elmar Wolff bedankte sich bei allen Teilnehmern für das Vertrauen und berief gleich eine erste Sitzung seines Vorstandes zur Terminabsprache ein, die unmittelbar nach der Wahl vor der Aula der RWS abgehalten wurde. Nach gut drei Stunden war der 9. Jungsachsentag Geschichte und die neue Bundesjugendleitung steht nun in der Pflicht, die vielfältige und solide Arbeit ihrer Vorgänger fortzuführen.

Doris Roth

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Schlagwörter: Jungsachsentag, SJD, Wahlen, Augsburg

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