Heimattag 2026: SJD begeht ihr 40-jähriges Jubiläum mit vielfältigen Jugend- und Kinderveranstaltungen in Dinkelsbühl
„Generationen verbinden – Perspektiven schaffen“: Unter diesem Motto stand der diesjährige Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl. Das Pfingstwochenende war für uns als Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland (SJD) ein ganz besonderes Highlight, denn gemeinsam mit dem Sozialwerk der Siebenbürger Sachsen e.V. feierten wir unser 40-jähriges Jubiläum. Als Mitausrichter durften wir das Festwochenende aktiv prägen und mit eigenen Programmpunkten gestalten. In diesem Artikel gibt es einen Rückblick zu allen üblichen Programmpunkten der SJD und einen Einblick, wo wir darüber hinaus aktiv waren in diesem Jahr.
Das erste Highlight war die feierliche Eröffnung des Heimattags. Die Eröffnungsrede durfte unsere Bundesjugendleiterin Natalie Bertleff zusammen mit dem Vorsitzenden des Sozialwerks Johann Kremer halten. Durch das Programm führten die beiden jungen Frauen aus der SJD, Hanna Müller und Sophia Seivert.
heimgekommen – abstrakt surreale Kunst von Edwin-Andreas Drotleff
Als klar war, dass die SJD Mitausrichter wird, war genauso klar, dass wir den ehemaligen Bundesjugendleiter Edwin-Andres Drotleff nach einer Ausstellung fragen. Von Instagram wussten wir, dass er tolle Kirchenburgen malt und waren begeistert als er zusagte. Die Ausstellung wurde in einem Gespräch zwischen der Bundesjugendleiterin Natalie und dem Künstler bereits Freitagabend eröffnet. Über die Ausstellung wird gesondert berichtet.
Kirchenburgen – die architektonische Kulturlandschaft Siebenbürgens im Linolschnitt von Marlene Linz
Im Rahmen des Heimattages präsentierte Marlene Linz (Landesjugendreferentin in Hessen) in der St. Paulskirche ihre erste Kunstausstellung „Kirchenburgen – die architektonische Kulturlandschaft Siebenbürgens im Linolschnitt“. Die Eröffnung am Pfingstsamstag leitete die stellvertretende Bundesvorsitzende Ingwelde Juchum mit einer Einführung ein, gefolgt von einer Werkpräsentation der Künstlerin und einem Sektempfang. Mehr über die Entstehungsgeschichte der Ausstellung und den Inhalt erfahrt ihr gesondert in der nächsten Ausgabe. Zusätzlich zu den ausgestellten Linoldrucken entwarf Marlene das diesjährige Abzeichen des Heimattages, das jeder Besucher am Wochenende mit sich trug.
Der Zeltplatz - mit neuem Team
In diesem Jahr standen die Vorzeichen für den Heimattag in Dinkelsbühl und somit auch für den Zeltplatz sehr gut. Das Wetter sollte es mit uns allen endlich wieder gut meinen. So kam es, dass der diesjährige Heimattag mit bestem Sonnenschein eröffnet wurde.
Unsere diesjährigen Zeltplatz-Abbauhelfer. Foto: Tobias Krempels
Wie in jedem Jahr konnte der Zeltplatz am Freitag pünktlich um 12 Uhr seine Pforten für die zuströmenden Besucher öffnen. Im Gegensatz zu den letzten Jahren waren diese jedoch mit Sonnencremes und Brillen anstatt Gummistiefeln und Regenschirmen ausgestattet. Bei durchgehend sommerlichen Temperaturen fanden sich in diesem Jahr über 800 Besucher auf dem Zeltplatz ein. Ohne außergewöhnliche Vorkommnisse konnten alle vergnügt die Stimmung auf dem Zeltplatz genießen und zusammen feiern. Sogar die Nachtruhe ab 1.30 Uhr, die seit letztem Jahr mit Hilfe unseres Sicherheits-Teams unter verstärkter Beobachtung umgesetzt wird, hielt manche nicht in ihrer Kreativität auf. So wurden unter dem Motto „Back to the roots“ kurzerhand Instrumente am Lagerfeuer oder auch in Partyzelten ausgepackt und zusammen musiziert.
Wieder einmal müssen wir als Zeltplatz-Team ein ganz großes Dankeschön an die 118 Zeltplatzhelfer und an die davon nur mehr gebliebenen 20 Abbauhelfer aussprechen! Ohne Eure Mithilfe in diesem Jahr wäre die Organisation und der Ablauf nicht so reibungslos verlaufen.
Mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge verabschiedet sich das bestehende Orga-Team des Zeltplatzes. Ein sehr großer Dank geht dabei an Bernd Breit, der als Hauptverantwortlicher im Namen des Verbandes den Zeltplatz 15 Jahre lang geleitet hat. Frederike Stamm im Amt der Zeltplatzreferentin der SJD und Tobias Krempels als weitere Mitverantwortliche scheiden nach sieben Jahren im Orga-Team ebenfalls aus. Vielen Dank für Euren Einsatz!
Das neue Orga-Team steht bereits in den Startlöchern und freut sich schon auf alle Besucher im nächsten Jahr. Hoffentlich wieder so zahlreich und unter frühsommerlichen Vorzeichen.
Beim diesjährigen Heimattag feierte die SJD-Musikgruppe offbeat das 40-jährige Jubiläum der SJD mit einem intensiven Konzertmarathon über das gesamte Pfingstwochenende. Die Musikerinnen und Musiker gestalteten die offizielle Eröffnungsveranstaltung sowie die Kundgebung feierlich mit und begeisterten das Publikum bei zwei gut besuchten Platzkonzerten vor der Schranne und im Spitalhof mit einem vielseitigen Mix aus traditioneller Blasmusik, Schlagern und modernen Hits. Auch beim großen Tanzgruppenaufmarsch sorgte die Gruppe in voller Tracht und trotz sommerlicher Temperaturen für die passende Musik.
offbeat mit Verstärkung kurz vor dem Tanzgruppenaufmarsch. Foto: Volker Plattner
Ein herzlicher Dank gilt dem großartigen Publikum für die Unterstützung, den fleißigen Helfern hinter den Kulissen für den Instrumententransport sowie der Stadt Dinkelsbühl für die unkomplizierte Beherbergung.
Wer Lust hat, die Gruppe im Gesang oder an einem Instrument zu verstärken, kann sich jederzeit per E-Mail an musik[ät]sjd-siebenbuerger.de wenden. Die nächsten Gelegenheiten, offbeat live zu erleben, bieten sich am 20. Juni beim Specktakel in Schwäbisch Gmünd sowie am 26. September beim Jubiläum der Jugendtanzgruppe in Ingolstadt. Weitere Informationen und Rückblicke finden Sie auf der Website unter sjd-siebenbuerger.de/offbeat.
Hinweis: Einen ausführlichen Bericht mit allen Details und tieferen Einblicken in das ereignisreiche Wochenende für offbeat findet ihr in der nächsten Ausgabe unserer Zeitung! Die Gruppe wird durch das Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen e. V. gefördert. Dieses wird ausschließlich durch den Freistaat Bayern aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales im Rahmen einer institutionellen Förderung finanziert.
Siebenbürgische Fußballmeisterschaft
Auch in diesem Jahr war das Fußballturnier am Heimattag in Dinkelsbühl wieder ein voller Erfolg und sorgte für zahlreiche spannende Begegnungen sowie großartige Stimmung auf und neben dem Platz. Zahlreiche Mannschaften kämpften mit viel Einsatz und Teamgeist um den begehrten Wanderpokal.
In einem packenden Finale konnten sich schließlich die Augsburger Soxenkicker im Elfmeterschießen gegen die Pali Boys durchsetzen und sich damit den verdienten Turniersieg sichern. Den dritten Platz belegte Viktoria Braungebrannte Haut, die sich im Spiel gegen die Frankenkicker Nürnberg behaupten konnten.
Volleyballturnier
Auch das Volleyballturnier bot wieder viele spannende Spiele, starke Leistungen und beste Stimmung. Mit großem Einsatz und Teamgeist kämpften alle teilnehmenden Mannschaften um die Plätze auf dem Treppchen. Am Ende konnten sich die Blockwürstchen im Finale gegen den Jägermeister SSV durchsetzen und den Turniersieg feiern. Den dritten Platz sicherte sich der Erste Siebenbürger Sportverein, der sich im Spiel gegen Baller die Waldfee behaupten konnte.
Sowohl für die Siebenbürgische Fußballmeisterschaft als auch für das Volleyballturnier gilt ein herzliches Dankeschön allen Helferinnen und Helfern, Organisatoren sowie Unterstützern, die mit ihrem Engagement dazu beigetragen haben, dass das Turnier erneut in diesem gelungenen Rahmen stattfinden konnte. Ohne diesen Einsatz wäre ein solches Event nicht möglich.
Unser Nachwuchs präsentiert sich
Am Samstagnachmittag sorgte der Große Schrannenfestsaal ab 14 Uhr bei sommerlichen Temperaturen für angenehme Kühle und Schatten; dem Publikum wurde es dabei jedoch ganz warm ums Herz. Der siebenbürgische Nachwuchs zeigte auf der großen Bühne eindrucksvoll, wie vielfältig unsere Kultur ist und wie viel Freude sie bereitet: Zwei Kindertanzgruppen führten Volkstänze auf, Kinder sangen in sächsischer und landlerischer Mundart, Klavier- und Schlagzeugstücke wurden gespielt und Gedichte vorgetragen – auf Hochdeutsch, in Mundart und mit passenden Bewegungen.
Die Kindertanzgruppe München bei „Unser Nachwuchs präsentiert sich“. Foto: Volker Plattner
Da die Talente der Kinder für einen so kleinen Abschnitt viel zu groß sind, werden die dreizehn Programmpunkte in der nächsten Zeitungsausgabe in aller Ausführlichkeit vorgestellt. Bleibt gespannt und seht euch in der Zwischenzeit den Livestream von „Unser Nachwuchs präsentiert sich 2026“ an.
Weitere Angebote für Kinder
Ob bei den Glitzertatoos auf dem Sportplatz am Samstagnachmittag unter der Leitung von der Kinderreferentin der SJD Baden-Württemberg Lara Gaber, oder bei den Hüpfburgen am Samstag in der Innenstadt und Sonntag vor dem Festzelt: auch für die Kleinsten gab es ein buntes Programm.
Große Highlights waren die Kinder-Uni von Petra Volker am Samstagmittag, die zum Geburtstag des Grundgesetzes eine kinderreiche Vorlesung hielt, und die beiden Clownessen Glucks und Oma, die am Sonntagmittag für herzliches Kinderlachen sorgten.
Siebenbürgische Gameshow „Schlag den Lehni”
Das Zeitfenster der Brauchtumsveranstaltung am Samstag gilt als einer der Höhepunkte des Heimattags. Daher war es natürlich für die SJD eine große Ehre, diesen Programmpunkt als Mitausrichter des 76. Heimattags gestalten zu dürfen. In den Planungsdiskussionen kam eine Idee wieder hervor, die seit der Corona-Zeit in der Schublade schlummerte: Eine Gameshow gegen den Bundesvorsitzenden Rainer Lehni.
Siebenbürgische Gameshow „Schlag den Lehni“. Foto: Volker Plattner
Wer kennt unsere Geschichte, unsere Trachten, unseren Dialekt und unsere Kultur besser? Die Jugend oder Rainer? In sechs Spielen stellte sich ein Team der SJD, bestehend aus Natalie Bertleff, Lukas Zavatski, Marlene Linz und Katrin Breit, dem Bundesvorsitzenden Rainer Lehni. Moderiert wurde die Show von Marc-Alexander Krafft. In einem Kopf-an-Kopf Rennen konnte Rainer sich als verdienter Gewinner durchsetzen. Ein ausführlicher Bericht über die Show mit ihren Spielen folgt in der kommenden Ausgabe.
Trachtenumzug
Ein besonderer Höhepunkt des Heimattages war auch in diesem Jahr der traditionelle Trachtenumzug durch die Dinkelsbühler Altstadt. Insgesamt rund 3200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 116 Gruppen verwandelten die Straßen in ein buntes Trachtenmeer und wurden dabei von tausenden begeisterten Besuchern am Straßenrand bejubelt.
Die SJD führt den Trachtenumzug an. Foto: Volker Plattner
Wie gewohnt gebührte der SJD die Ehre, diesen monumentalen Festzug anzuführen. Die Gruppe lief hinter der eigenen SJD-Fahne und wurde von der Bundesjugendleiterin Natalie Bertleff angeführt. Danke an alle, die sich die Tracht angezogen und die SJD unterstützt haben.
Aus Tradition und Liebe zum Tanz
Die traditionelle Volkstanzveranstaltung „Aus Tradition und Liebe zum Tanz“ fand unter der Leitung von Sandra Bruss, Kulturreferentin der SJD, und ihrer Stellvertreterin Lisa Göddert statt.
Am Pfingstsonntag ab 14 Uhr versammelten sich 27 Tanzgruppen auf dem Platz vor der Schranne sowie in der Straße neben dem Schweinemarkt. Durch das Programm führten Sophia Seivert und Christoph Ludwig (Schweinemarkt) sowie Franziska Zall und Marc-Alexander Krafft (Schranne). Vielen Dank dafür!
Nach der kurzen Eröffnung folgten die Darbietungen der Tanzgruppen, begleitet von schönstem Sonnenschein. Trotz der hohen Temperaturen hielten sowohl das Publikum als auch die Tänzerinnen und Tänzer durch.
Ein besonderes Highlight war in diesem Jahr der neu choreografierte Tanzgruppen-Aufmarsch, an dem 29 Gruppen teilnahmen, musikalisch begleitet von der SJD-Musikgruppe offbeat, unterstützt von der Combo-Band. Die Combo-Band spielte ebenfalls die Gemeinschaftstänze bevor der Nachmittag endete mit einem gemeinsamen „Wahre Freundschaft“ – ein stimmungsvoller und emotionaler Abschluss.
Wir bedanken uns bei allen, die zum Gelingen dieses Programmpunktes beigetragen haben und ohne die diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre.
Jugendpreis
In diesem Jahr wurde der Siebenbürgisch-Sächsische Jugendpreis, nach einigen Jahren Pause, wieder im Rahmen der Preisverleihungen am Pfingstsonntag übergeben. Zwischen 1993-2018 wurde der Preis jährlich von der SJD und Studium Transilvanicum verliehen. Seit 2025 wird er zusammen mit dem Deutschen Jugendverein Siebenbürgen (DJVS) verliehen für herausragende und stetige Leistungen im Dienste siebenbürgisch-sächsischer Jugendarbeit. In diesem Jahr wurde der Preis verliehen an Astrid Göddert. Die Laudatorin Ines Wenzel berichtete über Meilensteine von Astrid Göddert, zu der die Gruppengründung vor 30 Jahren und die seither dauerhafte Leitung gehört. Überreicht wurde der Preis von der SJD-Bundesjugendleiterin Natalie Bertleff und der Vorsitzenden des DJVS Andrea Rost. Wir wünschen Astrid Göddert alles Gute und noch viele weitere engagierte Jahre in der Jugendarbeit.
Die SJD war an vielen weiteren Programmpunkten aktiv. Um wenige Beispiele zu nennen: Die Fürbitten beim Pfingstgottesdienst wurden von Matthias Fleps und Beatrice Hehn verlesen. Eben dieses Pärchen war bei der Kundgebung vor der Schranne aktiv, um die Redner zum Pult zu geleiten.
Der Fackelzug am Abend des Pfingstsonntags wurde von Trachtenträgern der SJD und des Sozialwerks begleitet.
Bei der Podiumsdiskussion am Pfingstmontag vertrat der neue Landesjugendleiter aus Bayern Matthias Fleps die Belange der Jugend.
Die SJD hat bei diesem Heimattag starke Akzente gesetzt. Wir möchten uns bei allen bedanken, die dies ermöglicht haben. Danke an Rainer Lehni mit den Angehörigen des Bundesvorstands, an Horst Wellmann samt dem Heimattagsausschuss, an Philip Schürlein als Vertreter der Stadt und an das Team aus der Geschäftsstelle in München. Danke an alle im Hintergrund, die immer alles in ihrer Macht stehende ermöglicht haben. Es ist gar nicht möglich, jede einzelne helfende Hand aufzuzählen, aber wir wissen, ihr seid da und wir sind dankbar!
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