20. März 2016

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Lichtbildervortrag Siebenbürgen – eine einmalige Kirchenlandschaft

Die neue Kreisgruppe Rhein-Ruhr hatte am 19. Februar zu einem Lichtbildervortrag: „Siebenbürgen – eine einmalige Kirchenburgenlandschaft“ ins Medienzentrum Oberhausen eingeladen. Angesicht der aktuellen Vorkommnisse in Radeln und Rothbach ein hochaktueller Vortrag, den ein voller Kinosaal mit Spannung erwartete.
Rainer Lehni, Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, gestaltete den Vortrag informativ und unterhaltsam zugleich. Vorher gab es im Café Pictron (im Medienzentrum OB) ein geselliges Beisammensein bei Grünkohlessen und Schnitzel, zu dem bereits 50 Personen gekommen waren. Schon kurz nach dem Bericht im Wochenanzeiger Oberhausen und in der Lokalausgabe der WAZ gab es bereits über 80 Anmeldungen für den Vortrag, so dass wir einigen Nachzüglern absagen mussten. Aufgrund der guten Presse fühlten sich viele Nichtsiebenbürger von unserem Kulturangebot angesprochen. Brunhilde Böhls, Kulturreferentin und stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe, erwähnte bei der Begrüßung der Teilnehmer nicht nur die Siedlung Oberhausen, die in den 1950er Jahren entstanden war und deren Vorstandsvorsitzender Georg Weiß für seine 50-jährige Mitgliedschaft bei dieser Gelegenheit geehrt wurde, sie betonte auch die Rolle des Kulturzentrums Schloss Horneck und beschrieb in einigen Sätzen das neue Konzept der „Sachsenburg am Neckar“. Obstgarten innerhalb der Kirchenburg Tekes im ...Obstgarten innerhalb der Kirchenburg Tekes im September 2015. Foto: Brunhilde Böhls Rainer Lehni skizzierte erst unsere Siedlungsgeschichte ab dem 12. Jahrhundert und die Notwendigkeit, die ursprünglich alleinstehenden Dorfkirchen zu befestigen. Architektonisch ganz unterschiedliche Arten der Kirchenburgen wurden exemplarisch vorgestellt. Gezeigt wurden auch Bilder aus dem Kircheninneren vor und nach den Restaurierungsarbeiten. Ehemals evangelische Kirchen aus dem Nösnerland, z.B. Petersdorf (Petriș) oder Oberneudorf (Satu Nou) werden heute z. B. von der dortigen orthodoxen Kirche genutzt. Hinter den Ikonostasen sind zum Teil noch die alten evangelischen Altäre und Kanzeln zu sehen. Wussten Sie, dass es im Szeklerland „ungarische Kirchenburgen“ gibt? Diese schönen weißen Burgen bekamen viele unserer Gäste zum ersten Mal zu Gesicht. Ebenso wurden die seit ca. 2013 beginnende touristische Nutzung und andere Projekte der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien zum Erhalt der Kirchenburgen angesprochen („Entdecke die Seele Siebenbürgens“, Kirchenburgenpass).

Der Vortrag endete mit beeindruckenden Bildern der Stadtpfarrkirchen in Bistritz und Hermannstadt sowie der Schwarzen Kirche in Kronstadt. Und last but noch least fand auch die heute größte siebenbürgisch-sächsische Siedlung außerhalb Siebenbürgens Erwähnung: Drabenderhöhe in Nordrhein-Westfalen, wo ein neuzeitlicher Wehrturm zum Gedenken an die Kirchenburgen in Siebenbürgen gebaut wurde.

Leider sind heute viele der über 160 Kirchenburgen in Siebenbürgen vom Verfall bedroht, wie die kürzlichen Vorkommnisse in Radeln und Rothbach, beide im Kreis Kronstadt, auf dramatische Art und Weise gezeigt haben. Durch den Massenexodus der Erbauer und Nutzer nach 1990 haben die meisten heute Ihre Aufgabe und Nutzung verloren.

Die Rolle der Heimatortsgemeinschaften verdient in diesem Zusammenhang eine besondere Erwähnung. Ohne deren geistigen und finanziellen Rückhalt in der neuen Heimat, wäre der Erhalt vieler Kirchenburgen nicht zu gewährleisten. Die Verfasserin dieses Beitrags konnte sich noch im September 2015 davon überzeugen, dass die Äpfel innerhalb der Ringmauer in der Kirchenburg von Tekes zu Most und siebenbürgischem Apfelkuchen verarbeitet wurden und die Kirche dank Unterstützung von außen und Sorgfalt vor Ort im Inneren in einem guten Zustand ist und für Gottesdienste genutzt wird.

Brunhilde Böhls

Schlagwörter: Vortrag, Rhein-Ruhr, Kirchenburgen

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