11. Juni 2018

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Ein Orchester auf Abwegen: Ammersee statt Dinkelsbühl

Nachdem die Pfingsttage im vergangenen Jahr in Dinkelsbühl verbracht worden waren, nutzte das Blasorchester-Siebenbürgen Drabenderhöhe e.V. die freien Tage über Pfingsten für einen Musikerausflug und ließ sich von seinem Dirigenten Michael Schumachers, der das Orchester seit zwei Jahren durch so manche größeren und kleineren Auftritte dirigiert, seine Heimat rund um den Ammersee zeigen. In aller Herrgottsfrüh wurde am Samstag von Musikern und Musikerfrauen der Bus der Firma Schinker beladen, was eine kleine Herausforderung war. Nachdem neben Koffern und Taschen in allen Größen auch die Instrumente sicher untergebracht und alle Nachzügler eingetroffen waren, konnte es schließlich in Richtung Süden losgehen. Traditionell wurden bereits vor der Autobahnauffahrt die ersten Sektflaschen geköpft und die ersten Lieder angestimmt.
Bevor wir mit Rothenburg ob der Tauber unseren ersten Programmpunkt während des Ausfluges erreichten, zauberten die Musikerfrauen ein Riesenbüfett mit allem, was das Herz begehrte. Gut gestärkt erreichten wir Rothenburg, wo jährlich zu Pfingsten das historische Festspiel „Der Meistertrunk“ mit Umzügen, Lagerleben und Markttreiben an die Begebenheiten während des Dreißigjährigen Krieges und die Eroberung der Stadt durch Graf Tilly erinnert. Nach einem kurzweiligen Stadtrundgang traten wir das letzte Stück unserer Fahrt an und erreichten am späten Nachmittag unsere Unterkunft „Ferienhof Birkenau“ in Dettenschwang. Familie Koller erwartet uns bereits – Leckeres vom Grill und zünftiges bayerisches Bier sorgten für eine ausgelassene Atmosphäre. Einen Teil der Musiker juckten die Finger – zu jedem guten Musikerausflug gehört selbstverständlich auch das eine oder andere Liedchen, sodass sich schnell eine kleine Besetzung zusammenfand und gemeinsam muszierte.Blasorchester vor dem Ferienhof Birkenau in ...Blasorchester vor dem Ferienhof Birkenau in Dettenschwang. Foto: Rudolf Welther Gut gestärkt nach einem reichhaltigen Frühstück, aber leider mit noch wolkenverhangenem Himmel machten wir uns auf, Kloster Andechs zu besuchen. Feiertagsbedingt konnten hier keine Führungen gebucht werden, sodass sich kurzer Hand zwei unserer Klarinettistinnen, Stephanie Schoger und Katharina Ebner, die ebenfalls aus der Region um den Ammersee stammt, bereit erklärten, der Gruppe einiges über Andechs und seine Besonderheiten zu erzählen. Anschließend kehrte man im Biergarten des Braustüberl’s ein und kostete die Biere der Klosterbrauerei sowie Leberkäs und Hax‘n bei guter Blasmusik der „Musikvagabunden“. Pünktlich zu unserem Abmarsch vom „Heiligen Berg“ Richtung Herrsching klarte der Himmel auf, sodass wir den knapp 1,5-stündigen Fußweg zum Dampfersteg bei strahlendem Sonnenschein zurücklegen konnten. Einige der uns entgegenkommenden Passanten staunten nicht schlecht, dass unsere Gruppe stetig von einer Blasmusikklangwolke begleitet wurde – die Investition in die „Megaboom“, eine tragbare Box, hat sich eindeutig bezahlt gemacht! Noch schnell ein Eis an der Seepromenade kaufen und schon hieß es „Schiff ahoi“! Bei herrlichem Wetter ließen wir uns eine frische Brise um die Nase wehen und erkundeten den Ammersee. In Stegen am Dampfersteg erwartete uns Hans Schinker und wir konnten uns bei einer kleinen Brotzeit mit Bier, Sekt und Vişinată stärken. Auch hier kamen unsere Instrumente, die wir am Morgen vorsorglich in den Bus gepackt hatten, zum Einsatz und wir erfreuten die schnell wachsende Zahl an Passanten mit einem kleinen Ständchen. Bevor wir zurück zu unserer Unterkunft fuhren, machten wir noch einen kleinen Abstecher nach Landsberg am Lech, das wir auf eigene Faust erkundeten. Unseren letzten Abend gestalteten wir mit viel Musik und Gesang – die letzten von uns strichen erst in den frühen Morgenstunden die Segel, um noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Der Montag war zwar unser Rückreisetag, stand jedoch ganz im Sinne der Musikvereine. Gemeinsam mit dem ehemaligen Musikverein unseres Dirigenten gestalteten wir ein einstündiges Standkonzert an den Seeanlagen. Der Musikverein Dießen war mit einer rund 30-köpfigen Mannschaft angetreten, sodass wir ein beachtliches Orchester auf die Beine stellten. Schnell hatten sich etliche Passanten eingefunden um den Klängen der Orchester zu lauschen. Man konnte deutlich sehen, dass die Musiker sich auf Anhieb verstanden und Spaß am gemeinsamen Musizieren hatten. Leider ging die Stunde viel zu schnell vorbei – aber ein Gegenbesuch der Dießener in Drabenderhöhe steht definitiv an, ob noch in diesem oder erst im nächsten Jahr, bleibt abzuwarten.Blasorchester Siebenbürgen-Drabenderhöhe e.V. und ...Blasorchester Siebenbürgen-Drabenderhöhe e.V. und der Musikverein Dießen beim gemeinsamen Standkonzert am Ammersee. Foto: Hans Herberth Nachdem schließlich wieder alle Instrumente verstaut waren, das letzte Bier ausgetrunken und noch ein Blick auf die herrliche Landschaft am Ammersee geworfen war, traten wir die Heimreise an. Fest steht – es war gigantisch und eine Wiederholung, ob in Dießen oder Drabenderhöhe, ist nicht ausgeschlossen.

Stephanie Schoger

Schlagwörter: Blasorchester, Drabenderhöhe, Reise, Bayern, Ammersee, Pfingsten

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