22. Juli 2022

Kreisgruppe Freiburg: Auf den Spuren des Kronstädters Gusto Gräser

In den letzten Chorproben des Siebenbürger Chores der Kreisgruppe Freiburg wurde ausnahmslos auf das Event hin geprobt, den Auftritt in Italien. Im Juni stand endlich eine mehrtägige Reise an den Lago Maggiore, nach Cannobio an. Bei wunderschönem Wetter und guter Stimmung wurde viel gesungen, gebadet und gefeiert.
Chor der Kreisgruppe Freiburg in Italien. Foto: ...
Chor der Kreisgruppe Freiburg in Italien. Foto: Ruhtraut Ziegler
Der lang ersehnte Tag kam schneller als gewünscht, war es auch gleichzeitig der letzte Abend der Reise. Es stand ein Auftritt in einer kleinen, wunderschönen Kirche in Traffiume, einem Ortsteil von Cannobio, an. Der Kirchenchor der Gemeinde sang zur Begrüßung drei Lieder, woraufhin der Freiburger Chor sächsische, deutsche und auch italienische Lieder sang.

Der abendliche Höhepunkt war mitnichten der Moment, als der italienische Chor zusammen mit dem Siebenbürger Chor stimmgewaltig das Lied „Signore delle cime“ anstimmte. Eine Gemeinderätin überbrachte einen Gruß von der politischen Gemeinde, Irene übersetzte unsere Ansagen ins Italienische und Lorenzo mit Freunden freuten sich, dass unter ihrer Organisation alles so gut geklappt hat. Der Freiburger Chor überreichte zum Dank für die Gastfreundschaft dem italienischen Chor einen Gruß aus dem Schwarzwald. Bei einem Glas Wein und italienischen Leckerbissen war man sich schnell einig, das war eine Veranstaltung, die auf jeden Fall wiederholt werden kann. Natürlich blieb auch Zeit, die nähere Umgebung von Cannobio zu erkunden, um die Schönheit des Maggiatals zu bestaunen. Die Entzückung war groß über das Klangerlebnis der Stimmen, die in der Kirche von Mogno, gebaut vom Architekten Mario Botta, u. a. Erbauer der Dortmunder Stadtbibliothek, besonders zur Geltung kamen.

Und dann kam der Tag, dem die Freiburger entgegengefiebert hatten. Der Besuch des Monte Verità, des Berges der Wahrheit in Ascona. Gut vorbereitet durch Artikel in der Siebenbürgischen Zeitung und den Film „Monte Verità“, ging die Gruppe auf Spurensuche. Sehr erfreulich war zu sehen, dass für Gusto Gräser und auch für seinen Bruder Karl, die zusammen mit Ida Hofmann und Henri Oedenkoven 1900 Gründer und Namensgeber dieser Reformsiedlung waren, hier, an diesem geschichtsträchtigen Ort, gebührend Raum und Material eingeräumt worden ist. Der Gründung ging ein Treffen in München voraus, wo die Idee einer „Vegetabilischen Cooperative“ in Ascona entstand. Sie gelten als Vorreiter der Hippies.

Wer hätte damals gedacht und geahnt, wie aktuell und brisant die Themen, die damals für die Community wichtig waren, jemals weltweit für die gesamte Menschheit werden würden. Vor allem das Thema der veganen Ernährung, die Lebensweise in und mit der Natur, umgeben von Musik und Kunst, wurden schon damals als Sinnbild einer gesunden Lebensweise gepriesen. Noch mehr Gewicht bekommt Monte Verità dadurch, dass viele namhafte Persönlichkeiten, darunter Politiker, Künstler, Schriftsteller, Station auf dem Berg gemacht haben: Hermann Hesse, Gerhart Hauptmann, Paul Klee, Käthe Kruse, die auf dem Berg die erste ihrer weltberühmten Puppen fertigte, und viele andere.

Fazit des Besuchs war, dass die Themen, die den Gründern des Monte Verità wichtig waren, heute aktueller denn je sind. Hätte sich die Welt früher und ernsthafter mit den Themen auseinandergesetzt, wäre die Umwelt um einiges sauberer und gesünder.

Ursula Stefanovici

Schlagwörter: Freiburg, Reise, Chor, Gusto Gräser, Italien

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