7. April 2011

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„Das Burzenland und seine Wappen“

2011 feiern die Siebenbürger Sachsen ein besonderes Jubiläum: 800 Jahre seit der ersten Erwähnung des Burzenlandes. Die Registrierung der Wappen des Burzenlandes war eines der Hauptziele der Regionalgruppe Burzenland des Verbandes der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften für das Jahr 2010. In dem soeben erschienenen Sonderband „Das Burzenland und seine Wappen“ werden die Wappen des Burzenlandes, Kronstadts und der anderen Burzenländer Ortschaften vorgestellt, die aufgrund historischer Vorlagen von Alexander Jacob von der Ostdeutschen Wappenrolle (OWR) gestaltet und in der Ostdeutschen Wappenrolle registriert wurden.
Der von der Regionalgruppe Burzenland herausgegebene Band enthält alle in der Ostdeutschen Wappenrolle 2010 registrierten Burzenländer Wappen in Farbe, mit Registriernummer, Wappenbeschreibung (Blasonierung) und Wappenbegründung. Es handelt sich nicht um Ortswappen der politischen Orte in Siebenbürgen, sondern um Vereins- oder Körperschaftswappen, die in Zukunft von jeder Heimatortsgemeinschaft (HOG), Heimatgemeinschaft (HG), Verein oder Nachbarschaft hier in Deutschland verwendet und in der Öffentlichkeit gezeigt werden können. Sie können auch von den evangelischen Kirchengemeinden und anderen örtlichen Einrichtungen im Burzenland verwendet werden, soweit dieses gewünscht wird. Die Orte bzw. politischen Gemeinden in Siebenbürgen haben inzwischen andere, neue Wappen erstellt, die per Gesetz festgeschrieben worden sind.

Bekanntlich hatten die rund 250 sächsischen Orte Siebenbürgens, darunter auch kleine Dörfer und mittlere Gemeinden, besonders aber Marktorte und Städte, schon früh eigene Ortszeichen, die vor allem als Viehbrandzeichen und Siegel verwendet wurden. Das Burzenland ist aber der einzige Distrikt Siebenbürgens, für den darüber hinaus etwa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die Ortswappen aller seiner sächsischen Gemeinden überliefert sind. Über die Entstehung dieser Wappen und den Zeitraum, seit dem sie rechtlich Verwendung fanden, herrscht allerdings zum Teil Unsicherheit.

Zu den frühesten Ortswappen im Burzenland können die folgenden sieben gezählt werden, die auf alte Viehbrandzeichen zurückgehen: Brenndorf, Honigberg, Petersberg, Rosenau, Rothbach, Tartlau, Wolkendorf. Hingegen bestehen keine bildlichen Übereinstimmungen zwischen Ortswappen und Viehbrandzeichen im Falle von Heldsdorf, Marienburg, Neustadt, Nussbach, Weidenbach und Zeiden (vgl. Albert Arz von Straussenburg „Siebenbürgische-sächsische Viehbrandzeichen“ sowie Balduin Herter, „Gemeindemarken – Viehbrandzeichen“ in: Siebenbürgisches Archiv 16, 1981, Seite 201 ff.).

Mit dem Erscheinen der Wappenrolle, des (Wappen-) Buches mit Wappenbrief und der Wappenurkunde ist dieses Projekt beendet.

Das Burzenländer Wappen wurde in die Ostdeutsche Wappenrolle eingetragen am 23. Mai 2010 unter der Nr. 11900210 mit folgender Blasonierung (Wappenbeschreibung): „In Blau eine silberne heraldische Lilie, begleitet oben vorne und hinten von einem sechsstrahligen goldenen Stern.“ Das Burzenländer Wappen nach der Vorlage von Dr. ...Das Burzenländer Wappen nach der Vorlage von Dr. Albert Arz v. Straussenburg, 1937 Die Regionalgruppe Burzenland hatte sich bei ihrer letzten Tagung im April 2010 auf diese Wappenbeschreibung festgelegt und für die gestalterische Form die Vorlage aus „Die historischen Wappen“ von Dr. Albert Arz v. Straussenburg, 1937, übernommen. Die Wappenbegründung lautet: „1364 verleiht der ungarische König Ludwig I. aus dem Hause Anjou Kronstadt, nunmehr Hauptort des Burzenlandes, das Jahrmarktrecht und bestätigt 1377 den Kronstädtern die politische Führung der Burzenländer oder Kronstädter Provinz (später Distrikt). Daher rührt wohl die Anjou-Lilie im Burzenländer Wappen. Sowohl das Silber der Lilie als auch die flankierenden Sterne stellen dabei eine Wappenminderung dar, zur Abgrenzung vom Wappen des Königshauses. Das Liliensiegel der Provinz bzw. des Verbandes ihrer deutschen Siedler ist für die Zeit vom 14.-16. Jh. nachgewiesen. 1380 zeigt es, in einem Sechspass, eine Lilie im Schild; 1415 und 1543 eine von zwei Sternen flankierte Lilie. Dieses Lilienwappen soll auf vorreformatorischen Wandmalereien vieler Kronstädter Kirchen sowie auf einem Altarbild (Ort und Entstehungsjahr nicht bekannt) zu sehen gewesen sein. Im 15. und 16. Jh. verliert es immer mehr an Bedeutung. Heute nutzt es vor allem die Regionalgruppe Burzenland der siebenbürgischen-sächsischen Heimatortsgemeinschaften in Deutschland.“

Veröffentlichungen von Burzenländer Siegel und Wappenbilder gab es 1713, 1741, 1813, 1882, 1898, 1934, 1957. Eine detaillierte Aufzeichnung ist einzusehen in der Einleitung des Sonderbandes „Das Burzenland und seine Wappen“ von Balduin Herter und Karl-Heinz Brenndörfer. Der Band ist bereits an die Mitglieder der Regionalgruppe Burzenland verschickt worden.

Udo Buhn

„Das Burzenland und seine Wappen“, (herausgegeben von der HOG-Regionalgruppe Burzenland, bearbeitet von Alexander Jacob, Ostdeutsche Wappenrolle, Seelingstädt), Verlag „Das Elstertal", Weida 2011, 48 Seiten, DIN A5 Format, ISBN 9 783981 226256, zu bestellen zum Preis von 8,00 Euro, zuzüglich Porto, bei Udo Buhn, Schlierseeweg 28, 82538 Geretsried, E-Mail: Udo.Buhn [ät] t-online.de.

Schlagwörter: Burzenland, Wappen

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