26. April 2011

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Neue Attraktion im Friedrich-Teutsch-Haus in Hermannstadt

Die siebenbürgisch-sächsische Trachtenpuppen-Ausstellung im Friedrich-Teutsch-Haus in Hermannstadt ist um eine Attraktion reicher geworden: Eine Trachtenpuppe aus Keisd und eine aus Wurmloch ergänzen den Ausstellungsbestand.
Wie in dieser Zeitung schon mehrmals berichtet, zeigt das Landeskirchliche Museum im Friedrich-Teutsch-Haus in Hermannstadt unter dem Titel „Kirchentrachten – original, visuell, rekonstruiert“ siebenbürgische Trachtenpuppen aus der Werkstatt von Edith Rothbächer.

Die Siebenbürger Sachsen haben ihre Trachten Jahrhunderte hindurch bewahrt. Neue Elemente kamen hinzu und vervollständigten ein prächtiges Trachtenbild. Die enge Verbindung von Tracht und Brauchtum sicherte das Fortbestehen der siebenbürgisch-sächsischen Trachten bis in die Gegenwart.

Edith Rothbächer hat ihre Begeisterung für die siebenbürgisch-sächsischen Volkskunst-Handarbeiten und das Kunsthandwerk der Siebenbürger Sachsen durch über 40 Trachtenpuppen, die im Friedrich-Teutsch-Haus zu bewundern sind, zum Ausdruck gebracht. Seit November 1996 hat die Dipl.-Physikerin und Mathematiklehrerin unzählige Fotos von Originaltrachten gemacht. Die alten siebenbürgisch-sächsischen Volkskunde- und Trachtenbücher wurden ihre treuen Begleiter. Rothbächers Trachtenpuppen, von denen einige bereits 2005 und 2006 in Sonderausstellungen in Hermannstadt gezeigt wurden, bestechen durch Originaltreue und Lebendigkeit. Die Hermann­städter Ausstellung ist nun um zwei Trachtenpuppen erweitert worden. Beide sind Spenden von Edith Rothbächer für das Landeskirchliche Museum in Hermannstadt.Puppe der weiß gebockelten, verheirateten Frau ...Puppe der weiß gebockelten, verheirateten Frau aus Keisd. Foto: Edith Rothbächer Zur Puppe der weiß gebockelten, verheirateten Frau aus Keisd:

In Keisd hat die Frauentracht manches Altertümliche bewahrt. Das erkennt man an der weißen, herzförmigen Bockelung mit vielen seitlich gesteckten, schönen Bockelnadeln und bunten Trachtenbändern. Das weinrote Samtleibchen und das weiße, blumengemusterte Tuch ergänzen das Trachtenbild.Puppe der verheirateten Frau aus Wurmloch. Foto: ...Puppe der verheirateten Frau aus Wurmloch. Foto: Edith Rothbächer Zur Puppe der weiß gebockelten, verheirateten Frau aus Wurmloch:

Auffallend bei der weiß gebockelten, verheirateten Frau ist in Wurmloch eine etwas neuere Art der Bockelung, die haubenähnlich wirkt und den Haaransatz, Stirn, Wangen und Hals frei lässt. Der lange, über den Rücken herab fallende Schleier wird vom „Krausen Mantel“ verdeckt. Zwei Spitzenrüschen zieren den Schleier und dazwischen werden viele Bockelnadeln diadem-artig gesteckt. Die so gebockelten Frauen werden in Wurmloch „dä gekrint Fraen“ genannt.

Derzeit sind über 40 Trachtenpuppen, nebst Kirchentrachten-Teilen der Siebenbürger Sachsen, im Friedrich-Teutsch-Haus zu bestaunen. Dort findet man aber auch kirchliche Exponate, wie zum Beispiel den Altar aus der evangelischen Kirche A.B. aus Streitfort, Patene und Kelche, Volkskunst und Fotos des alltäglichen kirchlichen Lebens. Für das Landeskirchliche Museum „Friedrich-Teutsch“ in Hermannstadt werden noch Spenden benötigt, damit die Trachtenpuppen mit Glas bedacht und so vor Verunreinigung geschützt werden. Ansprechperson ist Dr. Wolfram G. Theilemann. Die Ausstellung ist zu empfehlen für alle Landsleute und Volkskunst-Interessenten. Herzlicher Dank gebührt Wolfram Theilemann, Leiter des Landeskirchlichen Museums, Edith Rothbächer, den Heimatortsgemeinschaften (HOG) und allen Helfern und Helferinnen.

Dietmar Melzer

Schlagwörter: Hermannstadt, Museum, Trachtenpuppen

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