24. Juli 2012

Ausstellung: Roms unbekannte Grenze

Am 6. Juli eröffnete der Bezirkstagspräsident von Oberbayern, Josef Mederer, die neue Sonderausstellung „Roms unbekannte Grenze: Kelten, Daker, Sarmaten und Vandalen im Norden des Karpatenbeckens“ im kelten römer museum manching. Die Ausstellung archäologischer Funde aus dem heutigen Rumänien und Ungarn, darunter zahlreiche Neuentdeckungen, lenkt die Aufmerksamkeit auf den Nordosten der Großen Donau-Theiß-Tiefebene und auf Siebenbürgen. Diese äußerst beeindruckenden Landschaften bildeten einst eine der kulturhistorisch interessantesten Grenzregionen des „Imperium Romanum“. Die archäologischen Funde sind unmittelbare Zeugnisse einer ethnisch und kulturell vielfältigen Besiedlung dieser Regionen in der Antike. Die Mehrzahl der Fundobjekte wurde noch nie in Deutschland, zum Teil sogar noch nie außerhalb Rumäniens oder Ungarns ausgestellt.
Gezeigt werden Funde aus der Zeit zwischen dem späten 4. Jahrhundert vor und dem frühen 4. Jahrhundert nach Christus. Unter diesen befinden sich Gegenstände aus spektakulären Kriegergräbern, die Kelten, Dakern, Sarmaten und Germanen – möglicherweise den Vandalen – zugeordnet werden können. Die Besucher bekommen ferner kunstvoll gestaltete Silberschätze der Daker zu sehen, deren Reich vom „Imperium Romanum“ nach mehreren, unzählige Menschenleben fordernden Kriegen unter Kaiser Trajan (98-117 nach Christus) unterworfen wurde. Zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert werden beispielsweise die Funde aus vandalischen Kriegergräbern des späten 2. Jahrhunderts, die erst kürzlich im unmittelbaren Vorfeld der ehemaligen Römischen Reichsgrenze bei aktuellen Rettungsgrabungen in Zalău/Waltenberg entdeckt wurden.
Dakischer Silberschatz von Lupu – Nationalmuseum ...
Dakischer Silberschatz von Lupu – Nationalmuseum Karlsburg (Alba Iulia). Foto: Stefanie Friedrich
Die Ausstellung ist der Ertrag der erfolgreichen Zusammenarbeit des kelten römer museums manching mit Museen und Forschungseinrichtungen in Rumänien und Ungarn, darunter das Ungarische Nationalmuseum Budapest, welches das kostbarste Stück der Ausstellung nach Manching entlieh: einen bereits 1849 in der Puszta bei Herpály in einem sarmatischen Hügelgrab entdeckten goldenen Schildbuckel mit figürlicher Zier aus dem 3. Jahrhundert nach Christus. Weitere Projektpartner und Leihgeber des kelten römer museums manching sind: Museum für Geschichte Aiud/Straßburg am Mieresch; Nationalmuseum der Vereinigung Alba Iulia/Karlsburg (Weißenburg); Bezirksmuseum für Geschichte und Archäologie der Maramureş Baia Mare/Neustadt (Frauenbach); Stadtmuseum Carei/Groß-Karol; Nationalmuseum für die Geschichte Siebenbürgens Cluj-Napoca/Klausenburg; Institut für ­Archäologie und Kunstgeschichte der Rumänischen Akademie Cluj-Napoca/Klausenburg; Bezirksmuseum Satu Mare/Sathmar; Bezirksmuseum für Geschichte und Kunst Zalău/Waltenberg; Herman Ottó Museum Miskolc; Jósa András Museum Nyíregyháza; Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke München.

Im Rahmen der Sonderausstellung findet im kelten römer museum manching am 4. August 2012 ab 14.00 Uhr ein Familienprogramm statt. Nähere Informationen zum pädagogischen Begleitprogramm und weitere aktuelle Termine der Sonderausstellung finden Sie auf der Homepage des Museums unter www.museum-manching.de. Die Ausstellung ist bis 17. Februar 2013 täglich (außer montags) für die Besucher geöffnet.

kelten römer museum manching, Im Erlet 2, 85077 Manching, Telefon: (0 845 9) 3 23 73-0, E-Mail: info[ät]museum-manching.de, Internet: www.museum-manching.de

Schlagwörter: Ausstellung, Daker, Archäologie

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