11. Januar 2016

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Turepitz steht wieder am Tramiterturm der Mediascher Margarethenkirche

Nach seinem gut zweimonatigen „Wellness-Urlaub“ in Hermannstadt ist Turepitz hübsch herausgeputzt in seine Heimatstadt Mediasch und an seinen angestammten Platz zurückgekehrt. Er steht nun wieder in schwindelerregender Höhe an der frisch renovierten Außenfassade unterhalb des südöstlichen Ecktürmchens des Tramiterturms der Margarethenkirche und schaut fröhlich auf das Treiben in seiner Stadt.
Architekturstudenten der Universität in Hermannstadt und Spezialisten des Brukenthal-Museums haben unter der Leitung von Architekt Dr. Liviu Gligor den in Mitleidenschaft gezogenen Wächter einer fachgerechten Verjüngungskur unterzogen. Diese war auch dringend nötig, denn der sprichwörtliche Zahn der Zeit hatte über die vergangenen 33 Jahre schon arg am Turepitz „dem Dritten“ genagt. Wie er, weilen auch seine beiden Vorgänger in Mediasch. Turepitz „der Älteste“ hielt vom 17. Jahrhundert bis 1927 die Wache und kann heute im Stadtmuseum auf dem Zekesch besucht werden. Auf der Schneider-Empore in der Margarethenkirche hingegen hat der zweite Turepitz – auch als Herold Roland bekannt – sein Zuhause gefunden. Der über zwei Meter hohe Turepitz zeigt sich ...Der über zwei Meter hohe Turepitz zeigt sich wieder frisch herausgeputzt am Tramiterturm der Mediascher Margarethenkirche. Foto: Moni Schneider-Mild Zurück zum amtierenden Stadtwächter: Die Kur hat dem vermeintlich kleinen Mann offensichtlich sehr gut getan. Sein Teint ist wieder rosig und frisch, die Kleider erstrahlen und selbst die über die Jahrzehnte verloren gegangenen Knöpfe sind wieder an seinem Ausgehrock angebracht. Seit dem 7. Dezember 2015 waltet der gut zwei Meter große Holzmann wieder seines Amtes und läutet stündlich das am Turm angebrachte Glöckchen. Auch diese Uhrschlagglocke kommt neu daher. Ganz neu. Das Original wurde 1751 in Schäßburg für die Margarethenkirche gegossen. In oder nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Stundenglocke derart stark beschädigt, dass sie nur noch stumm am Turm hing. Dem Engagement der Mediascher Partnergemeinde aus Herrenberg in Deutschland ist es maßgeblich zu verdanken, dass nun eine neue Schalenglocke gefertigt und seit September letzten Jahres an dem Tramiterturm angebracht wurde. Dieses einmalige Geschenk machte die Gemeinde der Herrenberger Stiftskirche der Mediascher Kirchengemeinde zum 30-jährigen Jubiläum der Partnerschaft als besonderes Zeichen der Verbundenheit! Mit vereinten und grenzüberschreitenden Kräften ist es dankenswerterweise gelungen, dass der Tramiterturm, der weithin als das Wahrzeichen von Mediasch gilt, in seinem Erscheinungsbild und seinen geradezu historischen Funktionen nun wieder vollständig hergestellt und „in Betrieb“ ist. Das dürfte nicht nur die Mediascher freuen!

Moni Schneider-Mild


Schlagwörter: Mediasch, Kirche, Restaurierung

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