23. August 2018

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Von römischen Wachstafeln zum siebenbürgischen Goldbergbau

Volker Wollmann: Un mileniu și jumătate de minerit aurifer la Roșia Montană [Eineinhalb Jahrtausende Goldbergbau in Roșia Montană], Bukarest: DAR Development Publishing, 2017, 312 Seiten, ISBN 978-606-94409-0-2.
Im heutigen Siebenbürgen wird seit der Zugehörigkeit der Region als Provinz Dazien zum Römischen Imperium Gold abgebaut. Die auch heute in der Gegend vermuteten Goldvorkommen sind Segen und Fluch zugleich: Während sich die verarmte Bevölkerung einen wirtschaftlichen Aufschwung durch die Wiederaufnahme des Goldabbaus erhofft, befürchten Umwelt- und Kulturgutschützer eine Zerstörung der Natur durch die Verwendung von Zyankali bei diesem Abbau bzw. den Verlust einmaliger archäologischer Stätten. In diesem Interessenkonflikt haben auch die Regierungen Rumäniens keine klare Linie gefunden: Von der Genehmigung des Goldbergbaus bis zur (inzwischen wohl nicht mehr weiter verfolgten) Aufnahme von „Alburnus Maior“ in die UNESCO-Liste des Welterbes reichen die Positionen der Bukarester Politentscheider. Dass dies Lavieren Rumänien eventuell teuer bezahlen muss, zeigt ein Schiedsverfahren ausländischer Investoren gegen den rumänischen Staat, dessen Ziel es ist, Schadensersatz für getätigte Investitionen und entgangene Gewinne zu erhalten. Pochwerk aus Vöröspatak/Goldbach (Lithographie ...Pochwerk aus Vöröspatak/Goldbach (Lithographie von Theodor Glatz [1818-1871]) Hintergründe zum besseren Verständnis der geschichtlichen Dimension dieser Auseinandersetzungen liefert anschaulich das kundig geschriebene, umfangreich bebilderte und in sehr guter graphischer Qualität hergestellte Buch von Dr. Volker Wollmann. Wollmann, den Lesern dieser Zeitung nicht nur als ehemaliger Leiter des Siebenbürgischen Museums, sondern auch als Herausgeber mehrerer Buchreihen (u.a. „Silber und Salz in Siebenbürgen“) bekannt, legt mit diesem Buch einen geschichtlichen Überblick der Goldgewinnung in dem von Römern als „Alburnus Maior“ bezeichneten Gebiet vor. Aus dieser Epoche haben sich mehrere Wachstafeln erhalten. Wollmann geht chronologisch vor und beschreibt den Goldabbau in dem auch unter den deutschen Namen „Goldbach“ und „Rotseifen“ bekannten Ort im heutigen Kreis Alba im Lauf der Jahrhunderte. Dank österreichischer und ungarischer Quellen kann dieser fast lückenlos nachvollzogen werden.

Viele der in dem Buch enthaltenen Fotos stammen von Bazil Roman, dem „Fotografen der Goldwäscher des Motzenlandes“. Mehrere Anhänge und ein umfangreiches Literaturverzeichnis ergänzen den hohen Informationsgehalt des als Band XXV der Reihe „Bibliotheca Musei Apulensis“ erschienenen Buches. Die begrüßenswerte Neuerscheinung kann zum Preis von 19 Euro (inklusive Versand) beim Autor Dr. Volker Wollmann, Am Steigeneck 31, 74847 Obrigheim, Telefon: (06261) 64174, E-Mail: sv.wollmann[ät]t-online.de, bestellt werden.

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Schlagwörter: Rosia Montana, Bergbau, Buchvorstellung, Volker Wollmann

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