8. August 2026

Call for Papers: Tagung zu Franz Hodjak in Klausenburg

Vom 14.-15. Mai 2027 ist in Klausenburg die internationale Tagung „Franz Hodjak: ‚Ein wandernder Chronist‘“ geplant.
Das literarische Schaffen von Franz Hodjak (1944-2025) stellt einen bedeutenden Bezugspunkt dar, der weit über die deutschsprachigen Literaturen in und aus Rumänien hinausreicht. Sein Werk, das sich über fünf Jahrzehnte erstreckt, reflektiert sowohl die Erfahrung von Diktatur und die damit verbundenen Zwänge der Zensur als auch die Problematik der Emigration sowie die damit einhergehende Erfahrung von Heimatlosigkeit(en). Kennzeichnend ist dabei eine einzigartige Verbindung von poetischer Reflexion, sprachlicher Experimentierfreude, kritischer Zeitdiagnose, zugleich feiner Ironie, humoristischer Skepsis und formaler Virtuosität.
Franz Hodjak bei einer Lesung aus Anlass der ...
Franz Hodjak bei einer Lesung aus Anlass der Verleihung des Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturpreises 2013 in Dinkelsbühl. Foto: Konrad Klein
Ziel der Tagung ist es, das vielschichtige Œuvre Hodjaks neu zu perspektivieren und es erstmals in seiner Gesamtheit im transnationalen Kontext und mittels eines kulturgeschichtlichen Ansatzes zu betrachten. Dabei stehen sowohl die ästhetisch-poetologischen Konstanten als auch die gattungsübergreifenden Wandlungen in seinem Werk im Fokus. Darüber hinaus wird Hodjaks prägende Rolle innerhalb der deutschsprachigen Literaturlandschaft Rumäniens als langjähriger Lektor des Dacia-Verlags sowie seine umfangreiche Übersetzungstätigkeit in den Blick genommen.

Erbeten werden Beiträge, die das Hodjaksche Werk aus literatur-, sprach- oder kulturwissenschaftlicher Perspektive beleuchten. Vorschläge zu den folgenden Themen sind willkommen, ohne darauf beschränkt zu sein:

• Analysen zur narrativen Struktur, zur lyrischen Subjektivität und zu den ästhetischen Verfahrensweisen (Ironie, Groteske, Parodie) in Hodjaks Gesamtwerk;
• Verortung Hodjaks innerhalb der deutschsprachigen Literaturlandschaft Rumäniens sowie im transnationalen Kontext;
• die literarische Verarbeitung von Topographien (etwa Klausenburg, Deutschland) und der Umgang mit Geschichte, Erinnerung und Identitätsbrüchen;
• Untersuchungen zur Mehrsprachigkeit, zum Sprachspiel und zu linguistischen Interferenzen;
• die Rolle von Transsilvanismen und die spezifische Gestaltung kulturell geprägter Ausdrucksformen;
• Varietätengebrauch und innovative stilistische Verfahren;
• Hodjak als Mittler und Akteur im literarischen Feld: Verlagslektor (insbesondere beim Dacia-Verlag) sowie Übersetzer.

Interessierte werden gebeten, ein Abstract (max. 300 Wörter) für einen 20-minütigen Vortrag sowie eine kurze bio-bibliographische Notiz bis zum 1. Oktober an folgende E-Mail-Adresse zu senden: hodjaktagung 2027[ät]gmail.com. Über die Annahme der Beitragsvorschläge wird bis zum 30. November entschieden. Die Publikation der wissenschaftlichen Tagungsbeiträge in einem Sammelband ist vorgesehen. Eine begrenzte Übernahme von Reise- und Übernachtungskosten für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ist geplant.

Veranstalter der Tagung sind das Department für Germanistik der Babeș-Bolyai-Universität Klausenburg, das Demokratische Forum der Deutschen in Klausenburg, das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München, der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e.V. Heidelberg und Hermannstadt sowie das Institut für Romanistik, Lehrstuhl für rumänische Philologie, Eötvös-Loránd-Universität Budapest.

Schlagwörter: Hodjak, Literatur, Tagung, Klausenburg

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